Nach Abgang von Elon Musk Telstra-Topmanagerin wird Chefaufseherin von Tesla

Nach einem umstrittenen Tweet muss Tesla-Gründer Musk den Chefposten des Verwaltungsrates räumen. Nachfolgerin wird Robyn Denholm, Finanzvorständin eines Telekomkonzerns. Sie soll ihm weniger nahestehen.

Robyn Denholm
Telstra

Robyn Denholm


Robyn Denholm, Finanzchefin beim australischen Telekomkonzern Telstra, wird Elon Musk im Verwaltungsrat von Tesla ersetzen. Das teilte der E-Autohersteller am späten Mittwochabend mit.

Die 55-jährige Denholm wird demnach ihre Position bei Telstra verlassen, sobald ihre Kündigungsfrist von sechs Monaten vorbei ist. Erst im Oktober wurde sie zum Finanzvorstand bei dem Telekomkonzern berufen. Bei Tesla sitzt sie bereits seit 2014 im Verwaltungsrat, steht Musk US-Medienberichten zufolge aber weniger nahe als einige andere Mitglieder des Gremiums.

Nach einem von der US-Börsenaufsicht SEC angestrengten Rechtsstreit über irreführende Twitter-Nachrichten muss Musk den Vorsitz des Tesla-Verwaltungsrats für drei Jahre aufgeben. Die Behörde warf ihm Marktmanipulation vor.

Musk und Tesla mussten zudem je 20 Millionen Dollar Strafe zahlen. Neben einem von außen kommenden Verwaltungsratsvorsitzenden muss Tesla noch zwei unabhängige Vorstandsmitglieder einstellen und außerdem einen Ausschuss einrichten, der Musks Kommunikation überwacht.

Anfang August hatte Musk auf Twitter geschrieben, er werde das Unternehmen vielleicht von der Börse nehmen und dabei 420 Dollar je Aktie zahlen, die Finanzierung sei gesichert. Musk hat mehr als 22 Millionen Follower auf Twitter. Es kam zu starken Kursausschlägen. Später korrigierte sich Musk: Tesla bleibe an der Börse. Es stellte sich heraus, dass er keine Finanzierungszusagen von Investoren hatte.

Die Verwaltungsräte in US-Unternehmen spielen eine stärkere Rolle als Aufsichtsräte in Deutschland: Neben Aufsichtsfunktionen bestimmen sie unter anderem auch die Strategie mit. Es ist nicht ungewöhnlich, dass der Firmenchef auch den Vorsitz im Verwaltungsrat hält.

Denholm hat Erfahrung in der Autobranche: Sie arbeitete einst im Finanzressort bei Toyota in Australien. Später war sie aber vor allem in der Tech-Branche tätig: Sie arbeitete bei Sun Microsystems und war Finanzchefin beim Netzwerk-Spezialisten Juniper Networks, bevor sie zu Telstra wechselte. Dort war sie zunächst für das operative Geschäft zuständig und übernahm erst zum 1. Oktober die Position der Finanzchefin.

brt/dpa/Reuters

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From7000islands 08.11.2018
1. Finanzvorständin?
"Finanzvorstand" ist nicht veränderlich, ob es den Gender Fanatikern passt oder nicht.
okarius 08.11.2018
2.
Zitat von From7000islands"Finanzvorstand" ist nicht veränderlich, ob es den Gender Fanatikern passt oder nicht.
wo ist das Problem, finde ich gut, Finanzvorständin. Wir brauchen mehr weiblichkeit auf allen Ebenen, Schule und Kindergarten mal ausgenommen.
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