Elektroautos US-Autobauer Tesla verdoppelt seinen Umsatz

2,8 Milliarden Dollar: Der Elektroautohersteller Tesla hat seinen Umsatz überraschend deutlich gesteigert. Klagen gibt es von den Mitarbeitern - sie beschweren sich über Niedriglöhne und Arbeitsunfälle.

Tesla-Fabrikgelände in Kalifornien (USA)
DPA

Tesla-Fabrikgelände in Kalifornien (USA)


Der Elektroautobauer Tesla hat im zweiten Quartal seinen Umsatz um rund 120 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar (etwa 2,4 Milliarden Euro) mehr als verdoppelt, wie der Konzern von Tech-Milliardär Elon Musk mitteilte. Damit hat der Konzern die Erwartungen übertroffen. Der Verlust nahm zwar von 293,2 auf 336,4 Millionen Dollar zu, fiel damit aber dennoch deutlich geringer aus als angenommen. Die Tesla-Aktie stieg nachbörslich zunächst um über vier Prozent.

Der US-Autobauer hatte zuletzt hohe Ausgaben wegen des Produktionsstarts des Model 3, seines ersten Elektroautos für den Massenmarkt. Erst am Freitag waren die ersten 30 Exemplare an Käufer übergeben worden. Im Quartalsbrief an die Aktionäre verkündete Firmenchef Musk nun, dass Tesla auf Kurs sei, alle zuvor ausgegebenen Ziele bei der Fertigung des Model 3 zu erreichen. Tesla will die Produktion 2018 auf insgesamt 500.000 Autos pro Jahr erhöhen, für 2020 wird die Millionenmarke angepeilt. 2016 produzierte Tesla rund 84.000 Wagen.

Beschwerden von Mitarbeitern nehmen zu

Indes beschweren sich die Tesla-Mitarbeiter zunehmend über niedrige Löhne und Arbeitsunfälle. In einem Brief an den Verwaltungsrat des Unternehmens forderten Angestellte Informationen über ihre geplante Gehaltsentwicklung, die Voraussetzungen für Beförderungen und über Arbeitsschutzmaßnahmen.

Die Löhne in der Tesla-Fabrik im kalifornischen Fremont sind vergleichsweise gering. Das Startgehalt liegt bei 18 Dollar (rund 15,20 Euro) pro Stunde. Der landesweite Durchschnittslohn in der Autobranche beträgt 25,58 Dollar. Die Beschäftigten seien es zudem leid, dass es ständig vermeidbare Unfälle in der Fabrik gebe, sagte Michael Catura, einer der Unterzeichner des Schreibens. Dies senke die Moral und sei traumatisierend.

Die US-Automobilgewerkschaft UAW plant die Gründung einer Filiale in der Tesla-Fabrik in Fremont. In ihrem Brief verlangen die Beschäftigten auch eine Zusage, dass sie nicht Opfer von Repressalien werden, wenn sie versuchen, eine Gewerkschaftsniederlassung zu gründen.

koe/AFP/dpa



insgesamt 105 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
star3098 03.08.2017
1. Tesla sieht aus wie ein Winner
Tesla hat die oberste Technologie und genug Geld zusammengebracht. Die Konkurrenz hat schlechtere Technologie und weniger Geld zusammengebracht. Es heißt, dass Tesla hat schon gewonnen.
unbelehrbarer 03.08.2017
2. Zwangsarbeit?
Als ich meinen Arbeitsvertrag unterschrieb, wusste ich was ich verdienen werde. Wenn es nicht gepasst hätte, würde ich dort nicht arbeiten. Sich jetzt im Nachhinein darüber aufzuregen, dass die Kollegen z.B. von BMW mehr verdienen ist schon komisch. Haltet bitte die Gewerkschaften so weit weg wie möglich von Unternehmen. Tesla macht das schon richtig.
spon_3627094 03.08.2017
3. Ins Nachtgebet . . .
Nachdem gestern die staunende Öffentlichkeit der Auto-Konsumenten einmal mehr und ganz offen die Kungelei der Politik mit der Automobilindustrie vorgeführt bekommen hat anläßlich des sog. Autogipfels - viel heiße Luft, nix für die durch den Betrug geschädigten Autokäufer - wird es quasi zur Bürgerpflicht, jetzt Herrn Musk und seine Fa. TESLA mit den besten Wünschen für überragenden Erfolg ins Nachtgebet aufzunehmen. Die deutsche Automobilindustrie hat es nicht besser verdient, als das die technologieführenden Stromer von Tesla ihnen ordentliche Marktanteile wegnehmen. Vielleicht wachen die Müllers und Zetsches der Autobauernation dann endlich auf und kommen mal mit echten Innovationen. Statt eines unfähigen Rumgefingere an der Software. Denn das wird nix bringen für die Umwelt und die Lungenkranken. Sonst hätt' man das mit der Software auch gleich machen können. Nein, wir brauchen einen echten Innovationsschub. Entweder um die Verbrenner wirklich sauber zu machen, oder in die E-Mobilität. Zack, zack!
Tharsonius 03.08.2017
4. Unfassbar
"In ihrem Brief verlangen die Beschäftigten auch eine Zusage, dass sie nicht Opfer von Repressalien werden, wenn sie versuchen, eine Gewerkschaftsniederlassung zu gründen." In welchem Jahrhundert befinden wir uns? Beschämend dass man überhaupt Repressalien befürchten muss angesichts der tatsache das die Sklaverei schon seit geraumer Zeit abgeschafft wurde....
denker111 03.08.2017
5.
Ich finde es ziemlich unverschämt von den Arbeitern, dass sie Herrn Musk auf dem Weg zum gefeierten Multimiliardär begleiten dürfen und sich dabei über ihr eigenes niedriges Gehalt oder schlechte Arbeitsbedingungen beschweren. Ja wie soll er denn bitte die nächsten Millliarden vollkriegen, wenn er seine Leute anständig bezahlt? Und Unfallschutz ist auch richtig teuer. Er selbst wird ja schließlich nicht verletzt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.