Teure Energie: Dauerkälte treibt Heizkosten in horrende Höhe

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Der kalte Jahr 2010 wird für Verbraucher teuer: Laut einer Erhebung für SPIEGEL ONLINE sind die Heizkosten für Wohnungen im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 400 Euro gestiegen. Hausbesitzer müssen sogar mit noch deftigeren Nachzahlungen rechnen. Der große Überblick für zehn Städte.

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Schneefall in Oberbayern (im Januar): Wie teuer wird der Winter?

Hamburg - In diesen Wochen landet bei vielen Deutschen die Heizkostenabrechnung für 2010 in der Post. So manchen Verbraucher dürfte der Schock treffen, sobald er den Brief öffnet. Denn die kalten Monate des vergangenen Jahres waren hart - und das hat die Heizkosten massiv in die Höhe getrieben.

Die Energieagentur.NRW rechnet - je nach Haushaltstyp - mit zusätzlichen Kosten von bis zu 32 Prozent. Für SPIEGEL ONLINE hat das Institut die zu erwartenden Mehrkosten in zehn großen deutschen Städten untersucht. Berücksichtigt wurden Einfamilienhäuser und Wohnungen, die mit Gas heizen. Grundlage der Berechnungen sind verschiedene energetische Standards - vom unsanierten Altbau bis zum Passivhaus.

Zentrales Ergebnis: Verbraucher müssen in allen Städten mit deutlichen Mehrkosten rechnen. Einfamilienhausbesitzer, die in einem unsanierten Altbau in Hamburg wohnen und ungefähr so geheizt haben wie in früheren Wintern, zahlen demnach 22 Prozent mehr. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 375 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr ergeben sich Mehrkosten von 826 Euro.

Wer in Berlin eine 80 Quadratmeter großen Neubauwohnung bewohnt, zahlt ebenfalls im Schnitt 22 Prozent mehr Heizkosten, umgerechnet sind das 90 Euro. Selbst Besitzer eines Passivhauses in Aachen zahlen 31 Prozent drauf - da sie allerdings weit weniger Energie verbrauchen als andere Häuserbesitzer, belaufen sich die Mehrkosten im Schnitt nur auf 45 Euro.

KfW finanziert Gebäudesanierung

Die Berechnungen der Energieagentur.NRW liefern Durchschnittswerte. Faktoren wie Deckenhöhe, Lage der Wohnung oder Isolierung der Fensterscheiben werden nicht berücksichtigt. Grundlage für die Erhebung sind sogenannte Heizgradtage, die vom Institut Wohnen und Umwelt in Darmstadt anhand von Klimadaten errechnet werden. Es handelt sich dabei um Tage, an denen die Außentemperatur deutlich niedriger ist als die Raumtemperatur.

Die Energieagentur.NRW geht in ihren Berechnungen von einer durchschnittlichen Raumtemperatur von 20 Grad aus. Nach Angaben des Instituts Wohnen und Umwelt muss in unsanierten Altbauten ab einer Außentemperatur von 15 Grad geheizt werden, um die Raumtemperatur aufrecht zu erhalten. Bei Niedrigenergiehäusern liegt die Grenze bei zwölf Grad, bei Passivhäusern sind es zehn Grad.

Mit einer guten energetischen Modernisierung des Gebäudes lässt sich der Energieverbrauch also deutlich reduzieren. Die Energieagentur weist darauf hin, dass die bundeseigene Förderbank KfW ab sofort neben vollständigen Sanierungen zu Effizienzhäusern auch wieder einzelne Maßnahmen fördert, um den energetischen Standard eines Gebäudes zu verbessern.

Der Gaspreis spielt in den Berechnungen keine Rolle. Laut Brennstoffspiegel hat er sich seit Oktober 2009 kaum verändert. Er pendelte stets bei rund sieben Cent je Kilowattstunde Heizenergie. Die Steigerung der Heizkosten ist also ausschließlich auf die kälteren Temperaturen zurückzuführen.

Wie teuer wird der Winter für mich? Mit welchen Mehrkosten Sie ungefähr rechnen müssen, entnehmen Sie den Tabellen auf den folgenden Seiten.

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insgesamt 114 Beiträge
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1. So geht das nicht!
3-plus-1 07.03.2011
Was ist denn das für eine News? So geht das nicht! Hier muss doch ein Hinweis rein, dass das im Durchschnitt der wärmste Winter seit x-Jahren war! Ähm, und was bedeutet "vergangener Winter"? Hier rund um Hamburg wird's auch nächste Nacht wieder unter -5°C gehen. Frühling ist anders.
2. Na toll!
kpb47 07.03.2011
Der größte Ballungsraum Deutschlands bleibt mal wieder außen vor. Wie schön, dass wir hier im Ruhrgebiet die Werte der repräsentativen Städtchen Kempten und Würzburg erfahren.
3. Panikmache...
chocochip 07.03.2011
Zitat von sysopDer harte Winter wird für Verbraucher teuer: Laut einer Erhebung für SPIEGEL ONLINE sind die Heizkosten für Wohnungen im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 400 Euro gestiegen. Hausbesitzer müssen sogar mit noch deftigeren Nachzahlungen rechnen. Der große Überblick für zehn Städte. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,749419,00.html
Bisher haben wir 8000 Kwh seit Oktober verbraucht. Macht im Jahr weniger als 20.000 Kwh, was dem Durchschnitt für ein Reihenhaus entspricht. Wo ist das Problem? Warm war es trotzdem, aber wir haben halt nur die Räume beheizt, die beheizt werden mussten.
4. Upps...
chocochip 07.03.2011
Zitat von sysopDer harte Winter wird für Verbraucher teuer: Laut einer Erhebung für SPIEGEL ONLINE sind die Heizkosten für Wohnungen im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 400 Euro gestiegen. Hausbesitzer müssen sogar mit noch deftigeren Nachzahlungen rechnen. Der große Überblick für zehn Städte. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,749419,00.html
Warum müssen eigentlich nur Hausbesitzer mit noch heftigeren Nachzahlungen rechnen? Was ist mit Hausmietern? Upps, sprachliche Exaktheit scheint SPON manchmal nicht zu kennen, wenn sie schnell Praktikanten Artikel zusammenschreiben. Oder fehlt da der Lektor? ;-)
5. Herbst 1991
founder 07.03.2011
Herbst 1991 entwarf ich das GEMINI bewohnbare Sonnenkraftwerk (http://buch.pege.org/). Neben der großen Menge an Photovoltaik, das Haus soltle für 30.000 kWh Jahresertrag gut sein, plante ich die Wände mit u=0,1. Auf diversen Fachmessen ist u=0,1 als Standard für Passivhäuser zu bewundern, aber wo bleibt die breite Anwendung? Jetzt wurden schon fast 20 Jahre verschlafen, ordentliche Baustandards für alle Neubauten umzusetezn, den Bestand zu verbessern.
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