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Teurer Schwebezug Regierung hofft auf Transrapid-Deal in Brasilien

Transrapid-Teststrecke: Neuer Streit um den SchwebezugZur Großansicht
ddp

Transrapid-Teststrecke: Neuer Streit um den Schwebezug

Der Transrapid düst bislang nur durch Shanghai - jetzt hofft die Bundesregierung, die teure Schwebebahn an Brasilien verkaufen zu können. Dafür will sie die Teststrecke im Emsland weiter erhalten - Siemens und ThyssenKrupp protestieren.

Hamburg - Die Regierung hat bereits mehr als 1,2 Milliarden Euro in die Entwicklung des Transrapid investiert - jetzt will sie weitere Millionen für das Prestigeprojekt bereitstellen. Laut "Handelsblatt" plant sie, die Teststrecke im Emsland doch nicht wie geplant ab Mai abzubauen, sondern bis Ende 2011 weiter zu betreiben.

Verkehrspolitiker der schwarz-gelben Koalition hätten sich darauf verständigt, "einen hohen einstelligen Millionenbetrag" beim Haushaltsausschuss zu beantragen, schreibt die Zeitung. Der Bund verlange zudem von der Industrie, dass sie sich finanziell am weiteren Testbetrieb beteilige. Der Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums bestätigte den Bericht. "Solange es eine Vermarktungschance gibt, betreiben wir auch die Teststrecke weiter", sagte Enak Ferlemann (CDU).

Die Regierung hofft, den Transrapid an Brasilien verkaufen zu können. Bei einem Treffen mit Ferlemann im Dezember in Berlin hatte sich Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva begeistert über die Technologie gezeigt. Jetzt hofft die deutsche Regierung, bei der Ausschreibung einer 500 Kilometer langen Strecke zwischen Campinas, São Paulo und Rio de Janeiro mit dem Transrapid punkten zu können.

Im Mai soll das Bieterverfahren beginnen. Der brasilianische Rechnungshof hat laut "Handelsblatt" empfohlen, die Transrapid-Technik einzubeziehen. Der deutsche Gleisbauspezialist Max Bögl, der maßgeblich die Transrapid-Fahrwege entwickelt hat, kündigte dem Bericht zufolge an, vor Ort für die Schwebebahn mitzubieten.

In der deutschen Industrie zeigt man sich allerdings skeptisch darüber, ob die Ausschreibung je gestartet wird - oder nicht aufgrund des Präsidentschaftswahlkampfs eingestellt wird.

Die Unternehmen, die am Bau des Zugs maßgeblich beteiligt sind, sehen ohnehin keinen Sinn mehr im Weiterbetrieb der Teststrecke. "Es gibt für uns keine Veranlassung, sich weiter mit der Erprobung des Transrapid zu beschäftigen", sagte ein Siemens-Sprecher dem "Handelsblatt". "Unser System ist voll entwickelt, es ist marktreif." Selbst wenn sich ein Interessent für eine Magnetbahnstrecke finden sollte, gebe es keinen Bedarf für weitere Versuche auf dem Emsland-Kurs, teilte auch ThyssenKrupp mit.

Die Regierung steht unter Druck, ihr milliardenschweres Prestigeprojekt zu verkaufen. Bislang verbindet der Schwebezug lediglich in Shanghai den Flughafen mit dem 32 Kilometer entfernten Finanzdistrikt. Weitere Interessenten in Europa, Amerika, Australien und der arabischen Welt haben bislang lediglich Machbarkeitsstudien anfertigen lassen.

Anmerkung der Redaktion: In der ursprünglichen Version dieses Artikels wurde behauptet, dass sich Brasiliens Präsident Lula da Silva im Oktober der Wiederwahl stelle. Eine Wiederwahl Lulas ist aber laut Verfassung nicht möglich. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

ssu

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insgesamt 12 Beiträge
LEGEIPS 27.01.2010
Sogar die Industrie hat kein Interesse mehr am Transrapid. Auch die Chinesen setzten mittlerweile voll auf die konventionelle Technik. Die neusten Hochgeschwindigkeitszüge sind so schnell das der teure Transrapid keine Vorteile [...]
Sogar die Industrie hat kein Interesse mehr am Transrapid. Auch die Chinesen setzten mittlerweile voll auf die konventionelle Technik. Die neusten Hochgeschwindigkeitszüge sind so schnell das der teure Transrapid keine Vorteile mehr bietet.
sic tacuisses 27.01.2010
in Brasilien gebaut werden sollte, wer wird da wohl den Zuschlag erhalten ? Richtig geraten. C H I N A ! Wenn die Politträumer in D aufwachen, haben andere längst die Früchte unserer Innovationen geerntet.
in Brasilien gebaut werden sollte, wer wird da wohl den Zuschlag erhalten ? Richtig geraten. C H I N A ! Wenn die Politträumer in D aufwachen, haben andere längst die Früchte unserer Innovationen geerntet.
LEGEIPS 27.01.2010
Es ist noch viel schlimmer. Die Chinesen wollen die TR Technik gar nicht kopieren. Offensichtlich wurde nach dem Test in Shanghai das Ganze als nutzlos eingestuft. Eine Kopie wäre ja ein Kompliment gewesen.
Zitat von sic tacuissesin Brasilien gebaut werden sollte, wer wird da wohl den Zuschlag erhalten ? Richtig geraten. C H I N A ! Wenn die Politträumer in D aufwachen, haben andere längst die Früchte unserer Innovationen geerntet.
Es ist noch viel schlimmer. Die Chinesen wollen die TR Technik gar nicht kopieren. Offensichtlich wurde nach dem Test in Shanghai das Ganze als nutzlos eingestuft. Eine Kopie wäre ja ein Kompliment gewesen.
litholas 27.01.2010
Die Magnetschwebetechnik ist DIE Schlüsselverkehrstechnologie des dritten Jahrtausends. Nicht nur als Konkurrenz zur konventionellen Eisenbahn, sondern auch als Konkurrenz zum Flugzeug. Mit Magnetschwebebahnen fährt man [...]
Die Magnetschwebetechnik ist DIE Schlüsselverkehrstechnologie des dritten Jahrtausends. Nicht nur als Konkurrenz zur konventionellen Eisenbahn, sondern auch als Konkurrenz zum Flugzeug. Mit Magnetschwebebahnen fährt man innerkontinental genausoschnell wie man fliegen würde - allerdings City-to-City, und ohne Fluglärm für die Anwohner. Ausserdem gibt es keine Emissionen am Verkehrsmittel selbst, schon gar nicht in Höhen von 8000-12000 Meter, wo die Luft wesentlich dünner ist und die Abgase wesentlich stärker und länger wirken.
dIAGONAL 27.01.2010
Man hört wenig über das Preiskostenverhältnis im Vergleich zu normalen Zügen. An Bedarf für schnelle Zugverbindungen, besonders über weite Strecken, fehlt es nicht, so zum Beispiel vom Norden Perus bis zum Süden Chiles. Bei langen [...]
Man hört wenig über das Preiskostenverhältnis im Vergleich zu normalen Zügen. An Bedarf für schnelle Zugverbindungen, besonders über weite Strecken, fehlt es nicht, so zum Beispiel vom Norden Perus bis zum Süden Chiles. Bei langen Strecken müsste es doch erhebliche Kostendegressionen geben. Wenn China über einen kontrollierten Wechselkurs Dumping betreibt, müsste man das auch auf andere Weise für sich selbst auch in Anspruch nehmen dürfen. Auf die Dauer dürfte ohnehin - wenigstens übergangsweise - nichts anderes möglich sein, wenn man - zumindest in diesem Bereich - konkurrieren will.
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