Teurer Sprit: ADAC kritisiert Preissprung bei Diesel

Acht Cent in einer Nacht: Der Dieselpreis ist laut ADAC sprunghaft angestiegen und liegt nur noch vier Cent unter dem Preis für Benzin. Der Autoclub wirft den Ölkonzernen Abzocke vor.

Autofahrer beim Diesel-Tanken: Durchgehend mehr als 1,50 Euro Zur Großansicht
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Autofahrer beim Diesel-Tanken: Durchgehend mehr als 1,50 Euro

Berlin - Mit Diesel Fahrtkosten sparen - das wird für Autofahrer derzeit immer schwieriger. Laut einer Untersuchung des ADAC an Tankstellen in 20 deutschen Städten kostet ein Liter Diesel inzwischen durchgehend mehr als 1,50 Euro. Damit habe sich der Kraftstoff von Montag auf Dienstag um acht Cent verteuert. Zugleich reduzierte sich der Abstand zu Benzin der "Bild"-Zeitung zufolge auf nur noch vier Cent.

Der ADAC kritisierte die Verteuerung scharf: "Die Ölmultis verdienen sich im Moment auf Kosten der Dieselfahrer eine goldene Nase", zititerte "Bild" den Kraftstoff-Experten des Verbandes, Jürgen Albrecht. Angesichts eines Unterschieds von 22 Cent in der Besteuerung von Diesel und Benzin sei die aktuelle Differenz bei den Preisen für die Verbraucher viel zu gering.

Beim Städtevergleich schnitt München am schlechtesten ab (siehe Tabelle links). Sowohl für Diesel als auch für Super-Benzin mussten Autofahrer dort im Schnitt die höchsten Preise zahlen. Besonders teuer waren auch Hamburg und Leipzig bei den Super- sowie Münster und Lübeck bei den Dieselpreisen. Das günstigste Super-Benzin können Verbraucher derzeit in Mainz tanken, den billigsten Diesel in Mannheim.

dab

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insgesamt 47 Beiträge
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1. Wieso Abzocke?
avollmer 16.11.2011
Das Zeug kommt aus dem gleichen Loch wie Super, Super Plus und der ganze Rest und enthält ähnlich viel Alkohol. Es durchläuft die gleichen Produktionsprozesse, den gleichen Transport und wird an den selben Tankstellen verkauft. Warum sollte es überhaupt weniger kosten? Es ist die Nachfrage, die den Preis bestimmt. Wäre der Diesel jetzt zu teuer würde die Nachfrage sinken und damit anschließend auch der Preis. Da die Mehrzahl der Zulassungen und zusammen mit dem Lastkraftverkehr die überwiegende Zahl der Tonnenkilometer mit Dieselmotoren zurückgelegt wird, ist doch seit Jahren vorhersehbar, dass es irgendwann zu einem Überangebot an Super-Benzin kommt und sich so die Preisschere schließt. Wenn dann noch saisonal eine höhere Nachfrage nach Mineralöl mit Dieselspezifikation für den Hausbrand kommt, dann steigt der Dieselpreis. Er wird deshalb auch in absehbarer Zeit den Preis für Otto-Kraftstoff einholen und wenn dies nicht zu einem Nachlassen der Diesel-Zulassungszahlen führt, diesen sogar überholen. Da Diesel einen höheren Energiegehalt hat ist dies auch technisch darstellbar. Würde sich der Preis wie beim Gas nach diesem Energiegehalt messen, dann wären die Kraftstoffkosten pro gefahrenem Kilometer identisch und damit der Diesel 15% teurer pro Liter. Bis in fünf Jahren wird das auch so weit sein, dass der Dieselpreis 15% über dem für Super-Benzin liegt und auf dem Niveau der 102/105-Oktan-Ottokraftstoffe. Der ADAC sollte statt unsachlicher und dümmlich wirkender Propaganda lieber sachliche Aufklärung und Erläuterung bieten und seine Mitglieder nicht noch bestärken falsche Entscheidungen aus Fehleinschätzungen heraus zu begehen.
2. So ist halt der MARKT..
goethestrasse 16.11.2011
Die Leute haben immer noch zu viel Geld. Ich höre schon den Aufschrei der Pendler.. - Aber was ist mit den Sonntagsfahren, den SUV Mutties, die die Kinder zum Flötenunterricht und sich selbst zur Selbsthilfe fahren. Man betrachte sich mal die Autobahnen un den Verkehr am Wochenende.. - Und : Wer fährt heute ein kleineres auto als vor 10 Jahren. Immer mal bei sich selbst anfangen oder still sein .
3. Dr.
braintainment 16.11.2011
"Die Ölmultis verdienen sich im Moment auf Kosten der Dieselfahrer eine goldene Nase", zititerte "Bild" den Kraftstoff-Experten des Verbandes, Jürgen Albrecht." Ähhh, was genau hat sich gegenüber früher geändert?
4. Steuer
saniboy1 16.11.2011
Sorry, aber die Begründung steht doch im Text: Diesel wird 22 Cent niedriger besteuert. Deshalb müsste er theoretisch (bei gleichen Herstellungs- und Transportkosten) auch 22 Cent/Liter weniger kosten.
5. CDUFDP- Selbstbedienungsladen läuft!
Meerkönig 16.11.2011
Zitat von sysopAcht Cent in einer Nacht: Der Dieselpreis ist laut ADAC sprunghaft angestiegen und liegt nur noch vier Cent unter dem Preis für Benzin. Der Autoclub*wirft den Ölkonzernen Abzocke vor. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,798193,00.html
Seit Wochen poste ich hier bei jeder Gelegenheit, der Dieselpreis soll bis Ende des Jahres unmerklich für den Verbraucher um 1 Cent je Woche angehoben werden. Es interessierte niemand. Typisch für unseren Merkel- Selbstbedienungsladen einerseits, der Endverbraucher wird abgezockt. Umverteilung von Unten nach Oben. Anderseits verteuern sich Transportkosten für die durch die Arbeitsplatzverlagerung erforderlichen Gütertransporte in oder aus sog. Billiglohnländern. Der ADAC hängt doch mit bei der Kraftstofflobby am Tropf und gibt hier nur ein Lippenbekenntnis ab, anstatt Boykotts zu organisieren, wie z.B. damals der wirkungsvolle Boykott-Aufruf von Greenpeace gegen Shell.
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Kraftstoffpreise: 20 Städte im Vergleich
Super Diesel
Mainz 1,533 Mannheim 1,504
Schwerin 1,537 Berlin 1,509
Mannheim 1,539 Dortmund 1,509
Gera 1,544 Gera 1,509
Augsburg 1,546 Mainz 1,511
Chemnitz 1,547 Schwerin 1,512
Berlin 1,547 Braunschweig 1,514
Dortmund 1,549 Chemnitz 1,514
Münster 1,549 Würzburg 1,514
Bonn 1,552 Hamburg 1,516
Kassel 1,552 Bonn 1,516
Potsdam 1,552 Düsseldorf 1,516
Braunschweig 1,554 Potsdam 1,516
Lübeck 1,554 Augsburg 1,519
Würburg 1,554 Karlsruhe 1,519
Düsseldorf 1,556 Kassel 1,519
Karlsruhe 1,559 Leipzig 1,519
Leipzig 1,559 Lübeck 1,519
Hamburg 1,562 Münster 1,519
München 1,563 München 1,523
Durchschnittspreise in Euro
Stand: 15. November 2011
Quelle: ADAC Erhebung an Markentankstellen

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