Verluste bei Teva Ratiopharm-Mutter schreibt rote Zahlen

Streiks wegen Stellenabbau beim Pharmakonzern Teva legten im Dezember ganz Israel lahm. Trotz aller Einsparungen macht die Ratiopharm-Mutter weiter Verluste.

Proteste gegen Stellenstreichungen bei Teva in Israel (Archivbild).
AP

Proteste gegen Stellenstreichungen bei Teva in Israel (Archivbild).


Preisdruck bei Generika und verschärfter Wettbewerb im US-Markt haben dem israelischen Arzneimittelhersteller Teva zugesetzt. Im vergangenen Geschäftsjahr fiel deshalb ein operativer Verlust von 17,5 Milliarden Dollar an, wie die Ratiopharm-Mutter mitteilte.

Teva kämpft zudem mit Konkurrenz für sein Multiple-Sklerose-Mittel Copaxone, allein im vierten Quartal brach der Umsatz mit der Arznei um fast ein Fünftel ein. Insgesamt setzte der Konzern 2017 22,4 Milliarden Dollar um, ein Plus von zwei Prozent.

Da sich das Marktumfeld für Hersteller von Nachahmerprodukten in den USA nach Einschätzung des Unternehmens weiter verschlechtert, rechnet der Pharmakonzern im laufenden Jahr mit einem Umsatzrückgang auf rund 18,5 Milliarden Dollar.

Zuletzt hatte der Zukauf von Generikahersteller Actavis den Schuldenberg weiter erhöht. Daraufhin hatte der neue Teva-Chef Kare Schultz dem Unternehmen Ende vergangenen Jahres eine Sparkur verordnet. Ein Viertel der Belegschaft muss gehen, zahlreiche Stammwerke sollen aufgegeben werden. Zudem strich Teva ihren Aktionären die Dividende.

Der Stellenabbau hatte im Dezember zu Protesten und Streiks geführt, die zwischenzeitlich das öffentliche Leben in Israel weitgehend lahmlegten. Hunderttausende waren damals einem Solidaritätsaufruf des Gewerkschaftsverbands Histadrut gefolgt und hatten für mehrere Stunden ihre Arbeit niedergelegt. Teva ist das größte Unternehmen in Israel.

ans/dpa/Reuters



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