Fusion deutscher Buchhändler Thalia und Mayersche schließen sich zusammen

Internetgiganten wie Amazon machen traditionellen Buchhändlern die Umsätze streitig, darauf haben Thalia und Mayersche nun reagiert. Die beiden deutschen Unternehmen haben fusioniert.

Mayersche Buchhandlung am Neumarkt in Köln
DPA

Mayersche Buchhandlung am Neumarkt in Köln


Deutschlands größte Buchhandelskette Thalia und die Mayersche Buchhandlung - die Nummer vier auf dem Markt - schließen sich zusammen. Dadurch entstehe "der bedeutendste familiengeführte Sortimentsbuchhändler in Europa" mit rund 350 Buchhandlungen im deutschsprachigen Raum, teilten die Unternehmen mit.

Der Thalia-Mehrheitsgesellschafter Manuel Herder betonte, der Zusammenschluss sei "ein Zeichen des Aufbruchs gegen die Marktmacht globaler Onlinehändler und für die innerstädtische Lesekultur".

Der Buchhandel in Deutschland sieht sich derzeit gleich mit zwei großen Herausforderungen konfrontiert:

  • Zum einen macht der US-Internetgigant Amazon den traditionellen Buchhändlern die Umsätze streitig.
  • Zum anderen kommt offenbar das Lesen aus der Mode. Allein in den vergangenen fünf Jahren verlor die Branche nach Daten des Börsenvereins des Buchhandels rund 6,4 Millionen Kunden. Die Zahl der verkauften Bücher ging in den vergangenen zehn Jahren um 37 Millionen auf 367 Millionen zurück.

Angesichts der veränderten Rahmenbedingungen im Buchhandel seien zukunftsweisende Konzepte und Allianzen notwendig, betonten die Unternehmen. Durch den Zusammenschluss wollen Thalia und die Mayersche Buchhandlung ihre Kräfte bündeln - sowohl im stationären Geschäft, als auch im Onlinehandel. Zur Mayerschen Buchhandlung gehört außerdem der Shop-in-Shop-Anbieter Best-of-Books, der Bücher unter anderem in SB-Warenhäusern, Verbrauchermärkten, Supermärkten und Drogerien verkauft.

bam/dpa



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hugahuga 10.01.2019
1.
Sehr gut. Wichtig und richtig. Wie sehr würde ich mir wünschen, dass mehr Bürger das "Klima" in einer Buchhandlung zu schätzen wüßten. Nicht zuletzt sind es Büchereien, die wesentlich dazu beitragen, dass greifbare Kultur vorhanden ist und vermittelt wird. Nie käme ich auf die Idee über "Amazon" etwas zu bestellen - und schon mal gar nicht Bücher. Ich bin mir allerdings auch dessen bewusst, dass Leute mit Zeitmangel anders denken mögen - aber auch sie sollten die Folgen ihres Handelns bedenken.
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