Debattenmagazin Dotcom-Legende kauft "The European"

Es war das erste größere Onlinemagazin, das vom Netz aus an die Kioske ging. Nun bekommt "The European" finanzkräftige Unterstützung. Sein neuer Besitzer gehört nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen zu den reichsten Männern Deutschlands.

"European"-Hefte: Finanzkräftige Unterstützung

"European"-Hefte: Finanzkräftige Unterstützung


Hamburg - Das Debatten-Magazin "The European" wechselt den Besitzer. Neuer Mehrheitseigentümer ist nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen der Kulmbacher Unternehmer Bernd Förtsch, der unter anderem das Wochenmagazin "Der Aktionär" besitzt. Am Freitag unterzeichnete "European"-Erfinder Alexander Görlach den Vertrag.

Zuletzt benötigte "The European" neues Wachstumskapital. 2013 lag der Umsatz bei 700.000 Euro. "Es gab auch Phasen mit schwarzen Zahlen, aber uns fehlt nun das Geld für das Wachstum", sagt Görlach. Auch zwei Großverlage hätten Interesse gezeigt, schließlich seien die Verhandlungen jedoch gescheitert.

"The European" wurde 2009 als Onlineportal gegründet, 2012 startete Chefredakteur Alexander Görlach das Printmagazin, welches zuletzt eine Auflage von rund 25.000 Exemplaren hatte. Die Besitzstruktur war kompliziert, 16 Gesellschaftler teilten sich die Anteile, darunter Filmverleih-Unternehmer Dario Suter oder Start-up-Mann Fabian Heilemann (DailyDeal). Görlach selbst, der vor der Magazin-Gründung Online-Ressortleiter der Zeitschrift "Cicero" war, hielt die Mehrheit am "European".

Förtsch wird 78 Prozent übernehmen, Görlach behält 15 Prozent und bleibt Chefredakteur, andere bisherige Gesellschafter Kleinstanteile. Unter dem neuen Besitzer sollen vor allem das Printmagazin sowie der englischsprachige Teil der Webseite weiterentwickelt werden.

Förtsch ist kein Unbekannter. Zu Zeiten des Dotcom-Booms war er oft in den Medien; nicht alle Berichte waren schmeichelhaft. Heute gehört Förtsch die Börsenmedien AG und der Spartenfernsehsender "Deutsches Anleger Fernsehen".

Das manager magazin taxierte ihn 2012 unter die 500 reichsten Deutschen. In der Börsenszene wurde er als "Mister Dausend" bekannt, als er auf fränkisch für eine Biotec-Aktie das Kursziel "Dausend Euro" ausgerufen hatte. Zuletzt war er in den Schlagzeilen, als die von ihm mehrheitlich im Besitz befindliche Flatex Holding eine Aktionärsbank gründete.

mum



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insgesamt 2 Beiträge
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mangeder 06.12.2014
1.
Diese Postille als "Debatten-Magazin" zu bezeichnen, ist schon sehr lieblich und geschmeichelt. Vielleicht liegt das auch daran, dass des Spiegels Lieblings-Rechtspopulisten Matthias Matussek und Jan Fleischhauer für das Blatt schreiben.
Wolffpack 06.12.2014
2.
Zitat von mangederDiese Postille als "Debatten-Magazin" zu bezeichnen, ist schon sehr lieblich und geschmeichelt. Vielleicht liegt das auch daran, dass des Spiegels Lieblings-Rechtspopulisten Matthias Matussek und Jan Fleischhauer für das Blatt schreiben.
Rechtspopulisten? Naja. Nach den Bewertungskriterien ist Augstein dann aber mindestens militanter Linker, wenn nicht Stalin-reincarnated ;)
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