Reiseveranstalter Thomas Cook will Fluglinien verkaufen - auch deutsche Condor

Europas zweitgrößter Reisekonzern Thomas Cook will sich von seinen 103 Flugzeugen trennen, zu der Flotte gehört auch die deutsche Airline Condor. Davon sind 9000 Beschäftigte betroffen.

Ein Airbus A320 von Condor (Archivbild)
DPA

Ein Airbus A320 von Condor (Archivbild)


Europas zweitgrößter Reiseveranstalter Thomas Cook stellt seine Fluglinien, zu denen auch die deutsche Condor gehört, zum Verkauf. "Gestern wurden mehrere Investmentbanken beauftragt, diesen Prozess aktiv zu begleiten", sagte Airline-Chef Christoph Debus. Das geschehe nicht unter Zeitdruck, sodass er mit einem mehrmonatigen Prozess rechne.

Die Flotte von Thomas Cook Airlines umfasst 103 Flugzeuge. Seit einiger Zeit hatte es immer wieder Gerüchte gegeben, Thomas Cook könnte sich von seiner Airline-Sparte trennen. Der Konzern hatte die Gerüchte mehrfach zurückgewiesen, bevor er sie nun bestätigte.

"Es handelt sich um eine strategische Entscheidung des Konzerns, der sich auf seine eigenen Hotels und die Digitalisierung der Vertriebswege konzentrieren will. Zudem sollen die Schulden zurückgefahren werden", sagte Debus. "Für Kunden ändert sich nichts. Condor wird weiterhin die Flüge wie geplant durchführen."

Airline-Chef: "Belegschaft muss sich keine Sorgen machen"

Mit einem Investor würde für die Zukunft eine Kooperation vereinbart werden, um die Thomas Cook-Gäste zu ihren Zielen zu bringen. Es sei noch nicht entschieden, ob die drei Airlines in Deutschland, Großbritannien und Skandinavien zusammen oder in Teilen verkauft werden. "Wir befinden uns sehr früh in diesem Prozess, können uns aber alle Optionen vorstellen."

Die Belegschaft müsse sich keine Sorgen machen, sagte Debus. "Die TC-Airline-Gruppe hat in jedem Jahr Gewinne gemacht und auch im schwierigen Jahr 2018 bewiesen, dass ihr Geschäftsmodell funktioniert." Im vergangenen Geschäftsjahr wies die Airline-Sparte einen operativen Gewinn von 129 Millionen britischen Pfund aus, umgerechnet 147 Millionen Euro.

Darauf könne man aufbauen, sagte Debus. "Ein strategischer Investor kann das Geschäft besser weiter entwickeln." Von rund 9000 Beschäftigten der TC-Airlines arbeiten etwa 4000 bei der deutschen Gesellschaft Condor mit Hauptsitz in Frankfurt.

Operativer Gewinn des Gesamtkonzerns ist 2018 zurückgegangen

Im typischerweise schwachen ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember stieg der Umsatz des Reiseveranstalters um ein Prozent auf 1,66 Milliarden Pfund. Operativ verbuchte der Konzern jedoch einen Verlust von 60 Millionen Pfund. An den Prognosen für das Gesamtjahr hält Thomas Cook fest.

Im vergangenen Geschäftsjahr war bei dem Reisekonzern der operative Gewinn fast um ein Fünftel auf 250 Millionen Pfund eingebrochen. Das lag am schwachen Fernreisegeschäft, weil im heißen Sommer 2018 viele Urlauber zu Hause blieben.

Am Vorabend hatte bereits der weltgrößte Reisekonzern Tui seine Gewinnpläne für das laufende Geschäftsjahr eingedampft und dies unter anderem auf die Auswirkungen des bevorstehenden Brexits zurückgeführt.

kko/dpa

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