Oxford-Zahlung Middelhoff entgeht weiterem Strafverfahren

Das Oberlandesgericht Hamm stellt ein Verfahren gegen Thomas Middelhoff wegen des Verdachts der Untreue ein. Der Ex-Manager hatte als Arcandor-Vorstand eine Zahlung an die Universität Oxford geleistet.

Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff
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Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff


Thomas Middelhoff muss sich nicht mehr wegen des Verdachts der Untreue verantworten. Nach einem Beschluss des Oberlandesgerichts Hamm ist das Verfahren auf Antrag der Staatsanwaltschaft eingestellt worden.

Die Behörde hatte den ehemaligen Manager im Dezember 2014 nach einer Zahlung der Arcandor AG im Jahr 2009 an die Universität Oxford angeklagt. Die Überweisung von 800.000 Euro als Sponsoring soll Middelhoff eigenmächtig und ohne Wissen des Aufsichtsrats zwei Tage vor seinem Ausscheiden als Chef des Arcandor-Konzerns getätigt haben.
Das Unternehmen bekam dafür keine Gegenleistung. Middelhoff selbst saß zu dem Zeitpunkt in einem Gremium an der Uni.

Nach der Strafprozessordnung ist eine Einstellung möglich, wenn der Beschuldigte durch ein Urteil bereits ausreichend bestraft wurde. Der Oxford-Fall ist nach Meinung des OLG nur mit großem Aufwand im Detail zu klären. Diese beide Punkte zusammen seien für die Einstellung entscheidend, so das Gericht.

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Middelhoff verbüßt derzeit in Bielefeld eine Gefängnisstrafe von drei Jahren und befindet sich im offenen Vollzug. Der Ex-Manager war zuvor vom Landgericht Essen wegen Untreue und Steuerhinterziehung als Chef des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor in einem anderen Verfahren verurteilt worden.

brt/dpa

insgesamt 9 Beiträge
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ferdi111 23.06.2016
1. hehe..man will es ja nicht übertreiben!
Die paar Millionen, die er veruntreut hat, sind genug für die paar Jährchen! Ausserdem..gähn..man weiß inzischen, dass es genügend viele Hintertürchen gibt in so einem Fall! Darüber zu berichten ist völliger quatsch, weil das System so ist und es bleibt auch so! Brexit wird abgelehnt, TTIP kommt - das System muss frei gemacht werden für die Superreichen! Alles andere wäre sinnlos...und dazu gehören auch die Gesetze, die reiche Menschen bevorzugen! Für einen Millionär ist ein Strafzettel keine Strafe..aber das kapiert hier keiner!
humptata 24.06.2016
2. Passt aber irgendwie.
Die Justiz zeigt sich im Fall Middelhoff ja eh sehr nachsichtig, offener Vollzug und alle Annehmlichkeiten, die unsere Rechtssystem so hergibt.
INGXXL 24.06.2016
3. Da Middelhof sowieso im Gefängnis sitzt ist ein weiteres Verfahren
sinnlos. Wenn er Acandor nicht gegen die Wand gefahren hätte und das Vermögen der Frau schikedanz vergeigt hätte wäre es gar nivht zur Anklage gekommen
rainer_daeschler 24.06.2016
4. Präzedenzfall
Ein Urteil wäre deshalb schon wichtig gewesen, um festzustellen, ob derartige Zahlungen zu den legitimen Willkürakten eines Vorstandsvorsitzenden gehören dürfen.
reifenexperte 24.06.2016
5. Freispruch
wegen Faulheit des Gerichts? Das ist ja wohl das Allerletzte.
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