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Ex-Arcandor-Chef: Middelhoff will gegen Urteil vorgehen

Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff: Untersuchungshaft war vermeidbar Zur Großansicht
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Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff: Untersuchungshaft war vermeidbar

Für drei Jahre soll Thomas Middelhoff ins Gefängnis. Gegen das Urteil will er nun laut einem Zeitungsbericht Revision einlegen.

Berlin - Thomas Middelhoff will Revision gegen das Urteil wegen Untreue und Steuerhinterziehung einlegen. Das kündigte sein Anwalt Winfried Holtermüller in der "Bild am Sonntag" an. Damit könnte der Fall nun vor dem Bundesgerichtshof verhandelt werden.

Am Freitag hatte das Landgericht Essen den früheren Chef des inzwischen pleitegegangenen Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor der Untreue und Steuerhinterziehung für schuldig befunden. Laut Gericht stellte er dem Konzern in zahlreichen Fällen private Flüge in Charterjets und Hubschraubern in Rechnung und verursachte so einen Schaden von rund 500.000 Euro.

Middelhoff sitzt weiter in Untersuchungshaft, weil aus Sicht des Gerichts Fluchtgefahr besteht. Laut "Bild am Sonntag" hätte der 61-Jährige dies allerdings vermeiden können. Der Richter habe den Haftbefehl nicht aufgehoben, weil Middelhoff einen abgelaufenen Ausweis vorgelegt habe - und nicht seinen neuen, gültigen Pass. Der nächste Haftprüfungstermin ist demnach für Montag angesetzt.

Die Geschichte zum Abstieg des Thomas Middelhoff lesen Sie hier im aktuellen SPIEGEL.

isa/dpa/Reuters

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insgesamt 42 Beiträge
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1.
arrache-coeur 16.11.2014
Eines von Middelhoffs Problemen ist seine "Mir kann keiner"-Attitüde. Wie bereits anderweitig geschrieben wurde, hätte ihm ein wenig mehr Demut gut zu Gesicht gestanden ob des Schadens, den er nicht nur bei Arcandor verursachte. Dann wäre er möglicherweise wie Zumwinkel oder andere Grossbetrüger mit einer Verbannung davongekommen.
2. Selbst der größte Blender vor dem Herren
donrealo 16.11.2014
hat das selbe Anrecht auf Einspruch und Revision, und das ist auch gut so. Allerdings ist zu hoffen, das die nachfolgende gerichtliche Instanz das Urteil der vorhergehenden bestätigt. MH verkörpert die Figur die wir als Gustav Gans aus den Donald Duck Comics kennen. Mehr Schein als Sein geht nicht. Seine CV weist außer Fassade keinerlei greifbare Resultate auf. Komplettes Unvermögen sollte straffrei sein, nicht aber wenn sich ein solcher Mensch? in Positionen manövriert, in welchen er Einfluss über Arbeitsplätze anderer Menschen hat. Jeder Chef eines klein oder mittelständischen Unternehmens zeigt mehr Fürsorge und Sachverstand. Wichtiger als die Bestrafung dieses Arbeitsplatzvernichters ist jedoch die Analyse wie dieser Blender Oberhaupt in die Chefetagen dieser Firmen gelangen konnte. Hier hat ganz klar -wie viel zu oft - der Aufsichtsrat bzw die GS Versammlung komplett versagt. Leider herrscht in diesen Kremien häufig das 'Eiffelturm Prinzip' vor (die größten Nieten sind ganz oben), gesättigte Tantiemeneinstreicher im Vorruhestand, ansonsten gänzlich von Kompetenz verschont. Vielleicht sollte die Staatsanwaltschaft auch hier mal reinstechen, bzw der Gesetzgeber den AR stärker in die Haftung einbeziehen. TM tut etwas Bodenhaftungslehre recht gut.
3. 10 Jahre waeren besser
t.i.c.2006 16.11.2014
es waere zu wuenschen dass der BGH ein hartes Urteil faellt, dass solche Manager der Vergangenheit angehoeren. Ergaenzend zu den Steuerstraftaten von Hr. Hoeness hat er der Firma noch Schaden zugefuegt.
4. Oh Gott..was macht der?
ferdi111 16.11.2014
Kapiert TM nicht, wie die Justiz funktioniert? Die werden ganz schön verärgert sein. Abzüglich der Untersuchungshaft, guter Führung etc. kommt er nach 1 Jahr raus. Wie bei UH. Das müsste er doch wissen? Er hat wohl die Sprache der Justiz nicht verstanden: Weniger als 1 Jahr Haft für Steuerhinterzieher netto geht nicht, weil sonst der dümmste Bundesbürger kapiert, was er eigentlich nicht verstehen soll! TM riskiert, dass er es sich mit der Justiz verscherzt, weil die nämlich keinen Bock haben, selber entdeckt zu werden und eigentlich keine Lust haben, einen Steuerhinterzieher zu verurteilen und die unangenehme Aufgabe haben, ein Urteil aufzupumpen für die Bürger, um nachher ganz langsam wieder die Luft rauszulassen für... die Superreichen...nur das pffffffff...hört man und man sieht es...im Prinzip könnten die sich das auch sparen. Es wird nämlich so langsam langweilig. Deshalb: Keine Strafen mehr und die Kosten der Gerichtsverfahren an Tafeln spenden!
5. Naja
thinking_about 16.11.2014
langsam wird das zur Frace. Der Mann ist total fertig und hat wahrscheinlich gar nicht bemerkt, daß sein Personalausweis abgelaufen ist, der klingelt ja nicht wie das Handy zum Wecken. Kann uns auch allen passieren. Der Paß liegt möglicherweise in Stant Tropez oder Bielefeld, who knows. Ich befürchte, daß nicht nur der Delinquent, sondern auch die Gerichtsbarkeit in solchen Prozessen überfordert ist. Das heißt nicht, daß das Geschehene nicht grob zu verurteilen ist. Aber auch die Gerichtsbarkeit ist nicht fehlerlos, was daran festzumachen ist, wie verschieden Urteile je nach Standort und Besetzung der Entscheidenden ausfallen.
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Bilder-Chronik: Der unaufhaltsame Abstieg des Thomas Middelhoff


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