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Mögliche Haftentlassung: Klinikbetreiber Marseille könnte Kaution für Middelhoff stellen

Thomas Middelhoff darf aus dem Gefängnis - gegen eine Kaution von 895.000 Euro. Nach SPIEGEL-Informationen könnte Klinikbetreiber Ulrich Marseille dem früheren Top-Manager finanziell aushelfen. Es wäre wohl nicht das erste Mal.

Ex-Arcandor-Chef Middelhoff (November 2014): Auch Ex-Marseille-Aufsichtsrat Zur Großansicht
DPA

Ex-Arcandor-Chef Middelhoff (November 2014): Auch Ex-Marseille-Aufsichtsrat

Wer zahlt die Kaution für Thomas Middelhoff? Im Zusammenhang mit der angekündigten Haftentlassung des ehemaligen Arcandor-Chefs gibt es nach Informationen des SPIEGEL Hinweise, dass der Hamburger Pflegeheimbetreiber Ulrich Marseille als einer der Geldgeber für die vom Gericht geforderten 895.000 Euro einspringen könnte. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Die neue Ausgabe finden Sie hier.)

Bereits in der Vergangenheit hatte Marseille Middelhoff, der von 2009 bis 2014 im Aufsichtsrat seines Klinikunternehmens saß, offenbar finanziell unter die Arme gegriffen. Wie aus dem Grundbuch der Stadt Bielefeld hervorgeht, übernahm die Marseille-Kliniken Aktiengesellschaft vor einiger Zeit Grundschulden, die - neben anderen - auch auf die Privatvilla der Middelhoffs eingetragen waren. Einer der Gläubiger war die Deutsche Bank, die sich 4,5 Millionen Mark hatte eintragen lassen.

In einem Grundbuchvermerk heißt es, nach Angaben von Middelhoffs Notar seien Grundschulden inzwischen "durch notarielle Urkunde an die Marseille Kliniken abgetreten und die Briefe an Herrn Ulrich Marseille übergeben worden".

Der SPIEGEL hatte die Marseille-Kliniken AG um Stellungnahme zu diesem Komplex gebeten. Diese wollte die Fragen nur gegen Zahlung einer Gebühr von 199,20 Euro beantworten. Man habe "entgegenkommender Weise nur die Mindestsätze unserer Preisliste veranschlagt". Der SPIEGEL zahlte nicht. Die Marseille-Kliniken nahmen das Angebot, kostenfrei zu antworten, nicht wahr.

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insgesamt 21 Beiträge
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1. Presseauskünfte gegen Bezahlung
gigi76 24.04.2015
Eine sehr gute Idee der Marseille-Kliniken die Presse für komplexe Anfragen zur Kasse zu bitten. Ich hoffe das macht Schule.
2. Täter
stadtverordneter 24.04.2015
Dieser neue Typen von Geschäftemachern sind Kinder des alten BRD-Systems. Sie wurde groß in der kapitalistischen Gesellschaft, die kein anderes Ziel hat, sich Profite anzueignen. Ullrich Hansel, alias Marseille, ist ein überall auffälliger Mann, der nur Recht bekommen will, aber nie hat. Er ist der ALDI-Pfleger, dem nie richtig auf die Finger geschaut wurde, der politische Einflussnahme versuchte und eigentlich der hingehört, wo seine Kumpels sind. Entweder in den Knast, wo Middelhoff sich befindet oder sein anderer Freund, der ehemaliger Richter Schill. Deutschland braucht solche Leute nicht, sie verderben das Ansehen breiter Kreise ehrlicher Unternehmer. Die Pflege von alten Menschen gehört nicht in die Hände von solchen Geschäftemachern, die dadurch zu Millionären geworden sind.
3. Das ist
michelinmännchen 24.04.2015
Der von uns gelebte kapitalismus.
4.
Inuk 24.04.2015
Offensichtlich scheint Herr Middelhoff, trotz Privatinsolvenz noch über ausreichend Sicherheiten zu verfügen, denn wer leiht einem Pleitegeier sonst knapp 900.000 Euro. Ob der Insolvenzverwalter auch davon weiß?
5. In Bielefeld
heinrich-wilhelm 24.04.2015
"Das es garnicht gibt" 4,5Mill. Grundschuld auf ein Grundstück eintragen zulassen, zeigt ja wohl mehr als deutlich auf welch grossem Fuss dieser Typ gelebt hat. Dass ein Kliniken Betreiber diese Grundschuld ablöst zeigt einmal mehr die Schieflage unseres Gesundheitssystemes, in dem sehr viele Kliniken um ihre Existenz kämpfen müssen, obwohl sie ordentlich kaufmännisch und ärztlich geführt werden und für ihre Region zwingend sind. Nur müssen diese einen öffentlichen Verdorgungsauftrag erfüllen, der sich wirtschaftlich nicht rechnet. Rosinen picken wie bei den Privatkliniken ala Marseille ist ihnen verwehrt. Ob Middelhoff eine Rosine ist darf allerdings bezweifelt werden. Viel Spass mit ihm.
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