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WhatsApp-Profiteur Sequoia Capital: Die Zerstörer

Von manager-magazin.de-Redakteur Nils-Viktor Sorge

Manager Goetz von Sequoia Capital: Der Kapitalgeber mischt sich ein Zur Großansicht
REUTERS

Manager Goetz von Sequoia Capital: Der Kapitalgeber mischt sich ein

Als größte Profiteure von Facebooks WhatsApp-Deal gelten neben den zwei Gründern die Wagniskapitalgeber Sequoia Capital. Die Firma soll mehr als drei Milliarden Dollar eingestrichen haben - eine Rendite von fast 40.000 Prozent. Es ist nicht der erste Coup der Firmenjäger.

Hamburg - Ohne Superlative und große Vergleiche geht es bei Jim Goetz selten. WhatsApp habe als Erfindung eine Tragweite, die vergleichbar sei mit der des Telefons oder der E-Mail, findet der Wagniskapital-Spezialist von Sequoia Capital.

Die Begeisterung im Fall von WhatsApp ist nicht weiter überraschend. Bis zu 3,5 Milliarden Dollar soll Sequoia Capital bei dem Verkauf an Facebook Chart zeigen eingestrichen haben, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg erfahren haben will. Demnach sei das Unternehmen mit Sitz in Menlo Park (Silicon Valley) im Februar 2011 für acht Millionen Euro bei WhatsApp eingestiegen und habe einen 20-Prozent-Anteil erworben. Der Verkauf ermöglichte nun eine Rendite von fast 40.000 Prozent.

Als einen Meilenstein bezeichnet Goetz dieses Geschäft. Besonders schön für ihn: Sequoia ist der einzige Wagniskapitalgeber, der jetzt von WhatsApps Wertsteigerung profitiert.

Die Strategie von Sequoia wirkt auf den ersten Blick relativ unspezifisch. Sequoia investiert in Firmen aus zahlreichen Branchen und in ganz verschiedenen Entwicklungsstadien.

So hält und hielt die Firma Beteiligungen in den Bereichen Internet, Gesundheit, Mobile Applikationen und Finanzdienstleistungen. Dabei sind schillernde Namen wie YouTube, Apple Chart zeigen, Airbnb, Instagram, Google Chart zeigen und LinkedIn. Bei Apple stieg Sequoia 1978 ein, zwei Jahre nach der Gründung, und begleitete den Konzern in einem negativen Börsenumfeld aufs Parkett.

Auch in Deutschland ist Sequoia aktiv

"Wir wissen um die Bedeutung von Stärke und Ausdauer, vor allem in dunklen Zeiten", schreiben die Wagniskapitalisten auf ihrer Internetseite. Für etwa 10 bis 15 Jahre bleibt Sequoia in der Regel einem Investment treu. Der Wert der Sequoia-Beteiligungen betrage inzwischen 20 Prozent des Wertes aller an der Technologiebörse Nasdaq Chart zeigen notierten Firmen. Fehlschläge gab es auch, etwa beim Online-Spielehändler Etoys, der inzwischen pleite ist.

Die Höhe der jeweils investierten Summe richtet sich streng nach dem Stadium, in dem sich das ins Visier genommene Unternehmen befindet. Steht es noch ganz am Anfang, beläuft sich die Summe auf 100.000 bis eine Million Dollar. Ist es noch in einer frühen Entwicklungsphase, liegt die Spanne zwischen einer und zehn Millionen Dollar. Sobald ein merkliches Wachstum eingesetzt hat, sind es zehn bis 100 Millionen Dollar.

Die verbindende Klammer der Engagements heißt "Zerstörung". Firmen, die für Sequoia in Frage kommen, müssen das Potential haben, eine ganze Branche durcheinanderzubringen. Dazu müssen Firmen und Unternehmer bestimmte Eigenschaften mitbringen. Trotz und Aufsässigkeit gehören dazu, sowie Außenseitertum, Unabhängigkeit und Entschlossenheit.

Auch in Deutschland hat Sequoia bereits Spuren hinterlassen. Ende vergangenen Jahres hat die US-Firma knapp 20 Millionen in das Berliner Start-up 6Wunderkinder gesteckt, das eine Art intelligente To-do-Liste fürs Smartphone entwickelt hat.

Sequoia selbst fing ebenfalls so an, wie es sich für ein veritables Start-up ziemt. Die ersten Räumlichkeiten bezog das Unternehmen in einer Pizza-Bäckerei.

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1. Die App fliegt sofort runter...
grommeck 20.02.2014
.... fertig. Gibt genug Alternativen ohne NSA-Komtakt.
2.
pascalzuta 20.02.2014
Bei Sequoia geht es um Disruption, also radikale Neuausrichtungen, nicht um Destruction - Zerstörung. Keine Ahnung ob wir es hier mit einem reißerischen Titel oder einem falsch benutzten Wörterbuch zu tun haben. Sequois hat auf jeden Fall sehr viel radikal neues mit geschaffen.
3.
muffelkopp 20.02.2014
Zitat von grommeck.... fertig. Gibt genug Alternativen ohne NSA-Komtakt.
Dito, ist hier auch passiert. Telegram oder Threema sind nun die erste Wahl.
4.
ae1 20.02.2014
Schwierig finde ich das zu entfernen. Wird wohl sein müssen. Mit Facebook will ich nichts zu tun haben. Ich denke, dass wohl mindestens 0,3% aller WhatsApp Nutzer ebenso denken.
5. Pupulismus ist doch einfach geil
shmubu 20.02.2014
Gute Arbeit SPON, es geht irgendwo um einen Private Equity Fonds also stellen wir den doch direkt mal in schlechtes Licht. Selbst wenn aus dem Artikel nur positives hervorgeht (Eine Sparkasse hätte den WhatsApp-gründern sicher kein Startkapital gegeben) schreiben wir im Titel doch einfach mal, dass es "Zerstörer" seien. Wen juckt die Wahrheit, wenn Populismus doch so schon sein kann, oder?
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