Übergangslösung Guido Kerkhoff zum neuen Thyssenkrupp-Chef ernannt

Nach dem Abgang von Heinrich Hiesinger hat Thyssenkrupp wieder einen Vorstandsvorsitzenden: Der Aufsichtsrat hat Guido Kerkhoff zum Interimschef des Stahlkonzerns ernannt - er soll für Stabilität sorgen.

Guido Kerkhoff (Archiv)
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Der Industriekonzern Thyssenkrupp Chart zeigen bekommt nach dem turbulenten Ausscheiden des Vorstandsvorsitzenden Heinrich Hiesinger einen Übergangschef. Finanzvorstand Guido Kerkhoff werde den Dax-Konzern führen, bis der Aufsichtsrat die Suche nach einem Nachfolger für Hiesinger abgeschlossen habe, teilte Thyssenkrupp in Essen mit. Das Kontrollgremium habe einstimmig für Kerkhoff als Interimslösung gestimmt. Vor seinem Wechsel zu Thyssenkrupp 2011 war der 50-Jährige Europachef der Telekom.

Das Aufsichtsgremium sei sich einig, dass Thyssenkrupp "vor allem Stabilität und Kontinuität" brauche, um "den eingeschlagenen Weg der Transformation erfolgreich fortsetzen zu können", teilte Aufsichtsratschef Ulrich Lehner mit. Dafür habe Kerkhoff "das volle Vertrauen des Aufsichtsrats".

Hiesinger hatte vergangene Woche überraschend seinen Rücktritt eingereicht. Als Grund gab er unterschiedliche Auffassungen über die strategische Ausrichtung des Unternehmens an. Er stand unter starkem Druck von Großaktionären, die ein schnelleres Tempo beim Umbau des Konzerns fordern. Auch gegen die Zusammenlegung der Stahlsparten von dem indischen Konzern Tata und Thyssenkrupp gab es Widerstand im Aufsichtsrat.

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Hiesinger hatte erklärt, er "gehe diesen Schritt bewusst, um eine grundsätzliche Diskussion im Aufsichtsrat über die Zukunft von Thyssenkrupp zu ermöglichen. Nach dem Rücktritt erhob Aufsichtsratschef Lehner in einem "Zeit"-Interview aber auch scharfe Vorwürfe gegen einzelne Investoren: "Wir sprechen nicht nur in der Hauptversammlung, sondern in vielen Treffen mit unseren Aktionären. Bedauerlicherweise beschreiten einige aber auch andere Wege, die teilweise schon als Psychoterror bezeichnet werden könnten."

apr/dpa-AFX/AFP

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