Thyssenkrupp Aufsichtsratschef greift Großaktionäre frontal an

Bei Thyssenkrupp geht es hoch her seit der überraschenden Kündigung von Vorstandschef Heinrich Hiesinger. Aufsichtsratschef Lehner bezieht nun ungewöhnlich deutlich Stellung gegen einzelne Aktionäre.

Thyssenkrupp-Aufseher Ulrich Lehner
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Thyssenkrupp-Aufseher Ulrich Lehner


Nach dem Rücktritt von Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger hat Aufsichtsratschef Ulrich Lehner scharfe Vorwürfe gegen einzelne Investoren erhoben. "Wir sprechen nicht nur in der Hauptversammlung, sondern in vielen Treffen mit unseren Aktionären. Bedauerlicherweise beschreiten einige aber auch andere Wege, die teilweise schon als Psychoterror bezeichnet werden könnten", sagte Lehner in einem vorab veröffentlichten Interview der Wochenzeitung "Die Zeit".

Einige aktivistische Investoren seien dafür bekannt, dass jene Manager, die sie loswerden wollten, später in psychiatrische Behandlung gemusst hätten. Eine Zerschlagung des Konzerns mitsamt seiner florierenden Aufzugssparte schloss er aus.

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Paul Singer und Thyssenkrupp: Ein Investor, der den Streit sucht

Hiesinger war im Zuge der Fusion der Stahlsparte mit dem Konkurrenten Tatazuletzt immer wieder unter Druck geraten, weil Anteilseigner wie der US-Hedgefonds Elliott oder Cevian Capital aus Schweden mehr Tempo bei dem seit langem angekündigten Umbau des Konzerns gefordert hatten. Einzelne Investoren wie der als aktivistisch geltende Paul Singer und sein Hedgefonds Elliott hatten den Thyssenkrupp-Chef scharf attackiert.

Der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" zufolge plant die Krupp-Stiftung eine Sondersitzung, um sich mit der aktuellen Lage nach Hiesingers Rücktritt zu befassen. Die Krupp-Stiftung ist mit rund 21 Prozent größter Einzelaktionär und hat zwei Vertreter im Aufsichtsrat.

Hiesinger hatte in der vergangenen Woche mitten im Konzernumbau seinen Rücktritt angekündigt. Der 58-Jährige hatte Insidern zufolge vom Aufsichtsrat keine geschlossene Rückendeckung mehr. Die Stiftung und ihre Chefin, Ursula Gather, drückten später ihr Bedauern aus. Die Stiftung habe Hiesinger stets unterstützt.

mik/Reuters/dpa

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