Streit mit Aktionären Thyssenkrupp-Aufsichtsratschef Lehner tritt zurück

Im Streit mit Aktionären will jetzt auch der Aufsichtsratschef von Thyssenkrupp, Ulrich Lehner, sein Mandat niederlegen. Zuvor hatte der Vorstandsvorsitzende Hiesinger überraschend das Unternehmen verlassen.

Ulrich Lehner
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In der Führung von Thyssenkrupp kommt es zu einem erneuten Personalwechsel. Der 72-jährige Aufsichtsratschef Ulrich Lehner werde am Monatsende sein Mandat niederlegen, teilte der Essener Mischkonzern mit. Das Kontrollgremium werde kurzfristig über die Nachfolge entscheiden.

Lehner nannte das mangelnde Vertrauen der großen Aktionäre als Grund für seinen Rücktritt. Ein gemeinsames Verständnis im Aufsichtsrat über die strategische Ausrichtung sei nicht mehr gegeben gewesen, hieß es.

Erst Anfang des Monats hatte der Vorstandsvorsitzende Heinrich Hiesinger überraschend seinen Rücktritt erklärt. Damit spitzt sich die Führungskrise bei Thyssenkrupp weiter zu. Übergangsweise leitet inzwischen Finanzvorstand Guido Kerkhoff das Unternehmen.

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Hiesinger hatte zu seinem Rücktritt erklärt, er "gehe diesen Schritt bewusst, um eine grundsätzliche Diskussion im Aufsichtsrat über die Zukunft von Thyssenkrupp zu ermöglichen".

Der Manager hatte Thyssenkrupp seit seinem Amtsantritt 2011 umgebaut und zuletzt die Stahlsparte in ein Joint Venture mit dem indischen Rivalen Tata Steel geführt, was jedoch Investoren wie Großaktionär Cevian und der US-Hedgefonds Elliott als unzureichend kritisiert hatten.

brt/dpa/Reuters

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