Seitenwechsel: Ex-IG-Metall-Landeschef geht zu ThyssenKrupp

Beim Stahlkonzern ThyssenKrupp steht eine ungewöhnliche Personalie an: Der frühere Chef der IG Metall in Nordrhein-Westfalen, Oliver Burkhard, wird Personalvorstand. Er übernimmt den Posten in schwierigen Zeiten.

Oliver Burkhard: Von der IG Metall in den Vorstand von ThyssenKrupp Zur Großansicht
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Oliver Burkhard: Von der IG Metall in den Vorstand von ThyssenKrupp

Essen - Ein durchsetzungsstarker Pragmatiker mit Verhandlungsgeschick - so charakterisieren Beobachter den früheren IG-Metall-Bezirksleiter Oliver Burkhard. Er kann diese Fähigkeiten ab April 2013 bei ThyssenKrupp unter Beweis stellen. Denn der Stahlkonzern beruft den 40-Jährigen zum Arbeitsdirektor, wie das Unternehmen mitteilte. Burkhard soll die Nachfolge von Ralph Labonte antreten, der aus gesundheitlichen Gründen ausscheidet.

Burkhard stand von 2007 bis Oktober 2012 an der Spitze der IG Metall in Nordrhein-Westfalen, dem mit 560.000 Mitgliedern bundesweit stärksten Bezirk der Gewerkschaft. Er war nach Absprache mit den Arbeitnehmervertretern und der Arbeitgeberseite von der Gewerkschaft für die Position des Arbeitsdirektors vorgeschlagen worden.

Als Gewerkschaftschef hatte Burkhard unter anderem mit Vertretern von ThyssenKrupp, Salzgitter und weiteren Konzernen über höhere Löhne für die Stahlkocher gestritten. Er hatte mit einer Lohnerhöhung um 5,2 Prozent einen der höchsten Abschlüsse seit Jahren durchgesetzt.

Nun wird er bei ThyssenKrupp Chart zeigen darauf achten müssen, dass der Konzern sein Budget im Griff behält, denn der Stahlkonzern steckt mitten im Umbau. ThyssenKrupp hat mit massiven Problemen in seinem Stahlgeschäft in Brasilien und den USA zu kämpfen. In Deutschland sind rund 2000 Beschäftigte von ThyssenKrupp Steel Europe in Kurzarbeit. Die Technologiesparte Aufzüge- und Anlagenbau soll deutlich aufgewertet werden. Dies wird sich kaum gegen die Interessen der Beschäftigten durchsetzen lassen.

ThyssenKrupp beschäftigt weltweit rund 155.000 Mitarbeiter, davon 58.000 in Deutschland.

mmq/Reuters

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1. Dolle Neuigkeiten!
kahabe 21.11.2012
Zitat von sysopDPABeim Stahlkonzern ThyssenKrupp steht eine ungewöhnliche Personalie an: Der frühere Chef der IG Metall in Nordrhein-Westfalen, Oliver Burkhard, wird Personalvorstand. Er übernimmt den Posten in schwierigen Zeiten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/thyssenkrupp-burkhard-von-ig-metall-wird-personalvorstand-a-868535.html
Er wird also, wie der Volontär richtig erkannt hat, Arbeitsdirektor, in einem Betrieb der Montanindustrie. Wird dieser Posten nicht traditionell von erfahrenen Gewerkschaftsfunktionären gestellt? Allen Bemühungen der Neo-Liberalen zum Trotz. Ach ja, Focus wusste über diese "Neuigkeit" wohl schon vor längerem zu Berichten. Der Spiegel nicht auch über die Personalie?
2. Heuchler
Fintherbub 21.11.2012
O. Burkhard ist ein Verräter und Heuchler. Genau wie alle anderen Gewerkschaftsvorständler. Die werden doch alle geschmiert und gekauft. Ich erinnere da an Peter Hartz. Echte Arbeitskämpfe und Arbeitnehmervertreter aus Überzeugung gibt es seit 40 Jahren nicht mehr! Die jämmerlichen Lohnerhöhungen gleichen höchstens mal die Inflationsrate aus, mehr nicht! Die Gewerkschaften gaukeln den Arbeitnehmern lediglich vor, sie hätten eine Lobby! Da sind uns die Franzosen und Griechen weit voraus!
3. Zur Kenntnis genommen...
sappelkopp 21.11.2012
Zitat von sysopDPABeim Stahlkonzern ThyssenKrupp steht eine ungewöhnliche Personalie an: Der frühere Chef der IG Metall in Nordrhein-Westfalen, Oliver Burkhard, wird Personalvorstand. Er übernimmt den Posten in schwierigen Zeiten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/thyssenkrupp-burkhard-von-ig-metall-wird-personalvorstand-a-868535.html
...ich kann keinen Skandal, kein Fehlverhalten oder ähnliches erkennen. Was soll man darüber diskutieren? Ist ja nicht der erste Gewerkschafter, der auf die Arbeitgeberseite wechselt.
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