Industriekonzern ThyssenKrupp-Chef Hiesinger kann bis 2020 weitermachen

Heinrich Hiesinger soll eine zweite Amtszeit als Chef von ThyssenKrupp bekommen. Im November will der Aufsichtsrat nach manager-magazin-Informationen Hiesingers Vertrag verlängern - trotz der Krise bei dem Industriekonzern.

ThyssenKrupp-Chef Hiesinger im Januar: Verlängerung trotz Krise
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ThyssenKrupp-Chef Hiesinger im Januar: Verlängerung trotz Krise

Von manager-magazin-Redakteur Thomas Werres


Hamburg - ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger kann bis 2020 im Amt bleiben. Der Aufsichtsrat des Essener Industriekonzerns wird nach Informationen des manager magazin den Vertrag des 54-jährigen Managers voraussichtlich bei der turnusmäßigen Sitzung im November verlängern. Hiesingers derzeitige Amtsperiode läuft im September 2015 aus.

Aufsichtsratschef Ulrich Lehner sagte dem manager magazin: "Es würde mich freuen, wenn er (Hiesinger) weiter zur Verfügung stünde." Offenbar hat Lehner dabei die Rückendeckung der Großaktionäre, der Krupp-Stiftung (23 Prozent) und des schwedischen Investors Cevian (15,1 Prozent).

Hiesinger selbst lässt keinen Zweifel an der Bereitschaft, den Umbau des angeschlagenen Konzerns die nächsten Jahre weiter vorantreiben zu wollen. "Ich bin gern Vorstandsvorsitzender von ThyssenKrupp", sagte er.

Firmenjet wird verkauft - nach einjähriger Prüfung

Hiesingers Planung für die zweite Amtszeit sieht vor, dass der Konzern mit dem bestehenden Portfolio wieder bis zu drei Milliarden Euro vor Zinsen und Steuern verdienen könnte. Für jede der fünf Konzernsparten hat er entsprechende Ziele ausgegeben.

Danach soll die Aufzugsparte die Rendite von 11,5 auf 15 Prozent steigern. Der Umsatz des profitablen Anlagenbaus soll von rund sechs Milliarden Euro auf acht Milliarden Euro zulegen. Für die Auto- und Komponentensparte ist eine Margenverbesserung von 4,5 Prozent auf 6 bis 8 Prozent vorgesehen. Und der Werkstoffhandel sowie das Stahlgeschäft sollen mindestens ihre Kapitalkosten verdienen.

Wie es in dem Bericht weiter heißt, hat der ThyssenKrupp-Vorstand unlängst beschlossen, den umstrittenen Firmenjet zu verkaufen. Eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Personalvorstand Oliver Burkhard hatte über ein Jahr lang geprüft, ob das Flugzeug wirtschaftlich zu betreiben sei.

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insgesamt 2 Beiträge
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doppelpost123 18.09.2014
1. Joschka geht zu ThyssenKrupp - denkbar wär´s
Wow, Herr Hiesinger sieht - zumindest auf diesem Foto - wie der Bruder von Joschka Fischer aus.
wibo2 18.09.2014
2. Mühsame Herkules Arbeit über Jahre
"Wir arbeiten die Baustellen und Risiken im Konzern konsequent ab", sagt Hiesinger. Mühsamer "Uphill Struggle" ist das, die vor allem aus viel mühsamer Kleinarbeit bestehen wird. Seine Vorgänger haben ihm falsch geplante Großprojekte, Milliardenverluste, illegale Kartell-Absprachen, Korruptionsermittlungen u.a.m. hinterlassen. Was ist das doch für ein Augias Stall ohnegleichen? Jetzt kann es nur heißen:"Ran an den Mist!"
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