Thyssenkrupp Mitarbeiter machen Weg für Fusion mit Tata frei

Die Stahlmitarbeiter von Thyssenkrupp haben dem umstrittenen Tarifvertrag zugestimmt. Damit rückt auch eine Fusion mit der Stahlsparte des indischen Konkurrenten Tata näher.

Mitglieder des Betriebsrates von Thyssenkrupp zählen die Stimmzettel aus
DPA

Mitglieder des Betriebsrates von Thyssenkrupp zählen die Stimmzettel aus


Thyssenkrupp hat eine weitere Hürde auf dem Weg zur Stahlfusion mit dem indischen Konkurrenten Tata genommen. Wie die Gewerkschaft IG Metall mitteilte, stimmten 92,2 Prozent der 20.700 aufgerufenen Mitglieder bei Thyssenkrupp Steel für den Ende Dezember ausgehandelten Tarifvertrag. Damit sei ein Schutzschild für die Beschäftigten geschaffen worden.

"Die Mitglieder der IG Metall an den Stahlstandorten haben sich mit deutlicher Mehrheit für den Tarifvertrag entschieden und damit eine gute Zukunftsperspektive für das geplante Joint Venture geschaffen", sagte Thyssenkrupp-Personalvorstand Oliver Burkhard. Der Tarifvertrag sieht eine langfristige Arbeitsplatz- und Standortgarantie vor. Die Gewerkschaft sprach von einem "überragenden Ergebnis", auch Thyssenkrupp begrüßte die "deutliche Zustimmung".

Der Konzern will seine europäische Stahlsparte mit der des Konkurrenten Tata Steel zusammenführen und so zum zweitgrößten europäischen Stahlproduzenten nach ArcelorMittal wachsen. Die Gewerkschaft und die Beschäftigten standen der Fusion in einem Joint Venture ursprünglich kritisch gegenüber. Die Sorge vor umfangreichen Entlassungen soll mit dem ausgehandelten Tarifvertrag genommen werden.

Zustimmung des Aufsichtsrats erforderlich

Mit 71,3 Prozent Beteiligung und einer Annahme der Vereinbarung an jedem einzelnen der 13 Standorte seien alle Voraussetzungen erfüllt, erklärte die IG Metall. Die hohe Wahlbeteiligung zeige, dass für die Beschäftigten sehr wichtige Punkte im Verhandlungsergebnis stünden, sagte Detlef Wetzel, der für die IG Metall im Aufsichtsrat von Thyssenkrupp Steel sitzt. "Es ist uns gelungen, diese Punkte im Sinne der Beschäftigten zu regeln."

Die IG Metall erklärte dazu auch, es sei nur über den Tarifvertrag und nicht über die Fusion an sich abgestimmt worden. Die Zustimmung für den Zusammenschluss könne nur vom Aufsichtsrat von Thyssenkrupp kommen. Vorher müsse jedoch noch die wirtschaftliche Tragfähigkeit nachgewiesen werden, hieß es von der Gewerkschaft. In den kommenden Wochen sollen nun Gutachten vorgelegt werden, bei denen es unter anderem um die Wirtschaftlichkeit des Zusammenschlusses gehen soll.

Thyssenkrupp plant, die Fusion noch im Frühjahr zu besiegeln. Der endgültige Zusammenschluss könnte dann zum Jahresende erfolgen. Das Vorhaben steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Kartellbehörden.

asc/dpa/AFP



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