01. Dezember 2012, 19:06 Uhr

Teure Reisen für Journalisten

ThyssenKrupp-Manager lässt Amt ruhen

Er geriet ins Visier der Justiz, weil er Journalisten auf teure Reisen eingeladen haben soll - jetzt hat ThyssenKrupp-Vorstand Jürgen Claassen den Aufsichtsrat gebeten, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden. Das Unternehmen hatte eine interne Prüfung eingeleitet.

Essen - ThyssenKrupp-Vorstand Jürgen Claassen hat den Aufsichtsrat gebeten, ihn "bis auf weiteres" von seinen Aufgaben zu entbinden. Das teilte ein Unternehmenssprecher am Samstag mit. Er wolle mit diesem Schritt "angesichts der derzeitigen öffentlichen Berichterstattung" Schaden vom Unternehmen fernhalten, so Claassen laut Mitteilung. Der Aufsichtsrat werde sich am 10. Dezember mit der Angelegenheit beschäftigen.

Claassen war wegen teurer Reiseeinladungen an Journalisten ins Visier der Justiz geraten. Die Staatsanwaltschaft Essen prüft die Aufnahme von Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue.

Der Stahl-Manager soll zu teuren Informationsreisen mit First-Class-Flügen, Übernachtungen in Luxushotels und aufwendigem Freizeitprogramm eingeladen haben, deren geschätzter Wert zum Teil bei 15.000 Euro lag. ThyssenKrupp hatte mitgeteilt, das Unternehmen habe eine umfassende interne Prüfung eingeleitet.

In der vergangenen Woche hatte ThyssenKrupp den Vorwurf zurückgewiesen, Claassen habe bei der Reise zur Eröffnung eines Stahlwerks in den USA dienstliche und private Teile vermischt. Alle privaten Anteile der Reise seien auch privat gezahlt worden.

wal/dpa-AFX/Reuters


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