Thyssenkrupp Vorstand stimmt Fusion mit Tata zu

Der Aufsichtsrat von Thyssenkrupp hat der umstrittenen Fusion mit dem indischen Konkurrenten Tata zugestimmt. Damit wird künftig das traditionsreiche Stahlgeschäft ausgliedert.

Stahlwerk von Thyssenkrupp in Duisburg
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Stahlwerk von Thyssenkrupp in Duisburg


Nach mehr als zweijährigen Verhandlungen hat der Vorstand des Essener Konzerns Thyssenkrupp die geplante Stahlfusion mit Tata besiegelt. "Thyssenkrupp und Tata Steel haben den Vertrag zur Gründung eines gemeinsamen Unternehmens unterzeichnet", heißt es in dem von Stahlchef Andreas Goss unterzeichneten Schreiben, das der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" vorliegt.

Damit verabschiedet sich der größte deutsche Stahlkonzern weitgehend von dem stark schwankungsanfälligen Geschäft und gibt den Startschuss für einen weiteren Konzernumbau. An dem neuen Stahl-Gemeinschaftsunternehmen mit Sitz in den Niederlanden wird Thyssenkrupp nur noch eine Beteiligung von 50 Prozent halten. So soll Europas zweitgrößter Stahlkonzern mit rund 48 000 Mitarbeitern und Werken in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden entstehen. Erwartet werden jährlich wiederkehrende Synergien in Höhe von 400 bis 500 Millionen Euro.

Zunächst heftige Proteste der Mitarbeiter

Mit der Ankündigung der Fusion im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen damals den Wegfall von 2000 Arbeitsplätzen in Deutschland angekündigt. Der Betriebsrat des Konzerns befürchtet jedoch die Streichung von deutlich mehr Jobs und lehnt die Fusionspläne ab.

Die Stahlarbeiter von Thyssenkrupp hatten daraufhin gegen die Fusion ihres Konzerns aufbegehrt. Betriebsrat sowie die Gewerkschaft IG Metall hatten im September zu einer Großdemonstration in Bochum aufgerufen. Doch die Mitarbeiter ließen sich umstimmen: Zu Beginn des Jahres stimmten sie für einen Ende Dezember ausgehandelten Tarifvertrag zu - und somit auch der Fusion. Die Sorge vor umfangreichen Entlassungen soll mit dem ausgehandelten Tarifvertrag genommen werden.

eaz/dpa



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