Ex-Bosch-Managerin Thyssenkrupp will Martina Merz als Chefaufseherin

Der deutsche Industrieriese Thyssenkrupp steht vor einem radikalen Umbau. Die ehemalige Bosch-Managerin Martina Merz soll den schwierigen Prozess als Aufsichtsratschefin überwachen.

Martina Merz

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Die ehemalige Bosch-Managerin Martina Merz, 55, soll bei Thyssenkrupp künftig den Aufsichtsrat leiten. Das teilte der Konzern am Dienstag mit und bestätigte damit Informationen von manager-magazin.de. Zudem solle der ehemalige Evonik-Finanzvorstand Wolfgang Colberg in das Gremium einziehen.

Thyssenkrupp steht vor einem radikalen Umbau. Die von Konzernchef Guido Kerkhoff für 2019 angekündigte Aufspaltung in zwei Firmen (Materials und Industrials) wird erst einmal Milliarden kosten, soll aber auf Dauer helfen, den seit über einem Jahrzehnt siechenden Konzern auf Rendite zu trimmen.

Nach Informationen von manager-magazin.de ist Merz für den Job der Chefkontrolleurin beider Unternehmen vorgesehen. Sie gilt als Liebling der Finanzinvestoren.

Erst Anfang Dezember war Merz in den Aufsichtsrat von Thyssenkrupp berufen worden, auch auf Druck des Finanzinvestoren Cevian, der 18 Prozent der Stimmrechte hält. Cevian kennt Merz noch vom Lkw-Hersteller Volvo, wo Cevian schon länger beteiligt ist und Merz seit 2015 im Board sitzt.

Mit Merz würde bei Thyssenkrupp erstmals eine Frau an die Spitze des Aufsichtsrates rücken. Sie wäre erst die zweite Frau an der Spitze eines Dax-Konzerns, nach Henkel-Chefaufseherin Simone Bagel-Trah, 49.

Merz nimmt einen Job an, den zuvor viele andere Manager ausgeschlagen haben. Abgesagt haben unter anderem Ex-Telekom-Chef René Obermann, Airbus-Chef Tom Enders, Ex-Bayer-Chef Marijn Dekkers, Ex-Deutsche-Bank-Vorstand Marcus Schenck und der scheidende Daimler-Finanzchef Bodo Uebber.

ssu/Reuters

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Nordstadtbewohner 19.12.2018
1. Gute Entscheidung
"Mit Merz würde bei Thyssenkrupp erstmals eine Frau an die Spitze des Aufsichtsrates rücken. Sie wäre erst die zweite Frau an der Spitze eines Dax-Konzerns" Ich halte die Personalentscheidung, Martina Merz in den Aufsichtsrat zu berufen, für völlig richtig. Sie hat bei Bosch Großes geleistet und ist von daher ein wirklich guter Coup. ThyssenKrupp steckt in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage, aus der man nur mit Führungsstärke, Sachlichkeit und Fachwissen herauskommt. Einer Sache möchte ich allerdings widersprechen: Die Spitze eines Konzerns bildet der (geschäftsführende) Vorstand und nicht der Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat ist in erster Linie ein Kontrollorgan.
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