Abgas-Experimente Grünen-Abgeordneter stellt Strafanzeige wegen Tierquälerei und Körperverletzung

Haben die Abgas-Experimente mit Affen und Menschen juristische Folgen? Ein Bundestagsabgeordneter hat Strafanzeige gegen die Verantwortlichen gestellt.

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VW gibt sich "fassungslos" angesichts der bekannt gewordenen Abgasversuche an Affen und Menschen - doch die Praktiken könnten ein juristisches Nachspiel für den Konzern haben. Der grüne Bundestagsabgeordnete Stefan Gelbhaar hat bei der Staatsanwaltschaft Aachen Strafanzeige wegen Tierquälerei und Körperverletzung eingereicht.

Die Anzeige, die dem SPIEGEL vorliegt, richtet sich gegen den Vorstand der von der deutschen Autoindustrie getragenen "Europäischen Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor" (EUGT) sowie gegen unbekannt.

"Die Auftraggeber haben bewusst Schäden und Leiden bei Menschen und Tieren in Kauf genommen", sagt Grünen-Politiker Gelbhaar. Hintergrund sind zwei Studien, die von der EUGT gefördert wurden. In den USA mussten Affen vier Stunden lang Dieselabgase einatmen. In Aachen inhalierten 25 Freiwillige drei Stunden lang geringe Mengen Stickstoffdioxid.

Die Studie in Aachen wurde 2013 - also vor Bekanntwerden des Dieselskandals - von renommierten Forschern der Hochschulen RWTH Aachen, TU München sowie LMU München durchgeführt. Die Teilnehmer hatten den Tests zugestimmt.

Der Abgeordnete Gelbhaar hält die Zustimmung allerdings für unerheblich, da es sich nicht um Experimente im Dienste der Wissenschaft gehandelt habe, sondern allein um das Ziel gegangen sei, "eine Technologie besser zu verkaufen". Dieses Verhalten sei "massiv unethisch", so Gelbhaar.

beb



insgesamt 10 Beiträge
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frenchie3 30.01.2018
1. Prinzipiell OK
Aber wäre der Aufstand auch wenn es sich nur um Ratten gehandelt hätte? Schon mal vom LD50 Wert gehört? Der sagt aus bei welcher Dosis 50 Prozent der Testtiere sterben. Und was sagt das aus, vor allem bei einer Chemikalie die komplett anders wirkt als beim Menschen? Wie Aspirin, beispielsweise? Könnte man gleich mit in die Diskussion aufnehmen.
mostein 30.01.2018
2. Abgeordnete wurden informiert
Im Rahmen der zuständigen Enquete-Kommissionsarbeit wurden Abgeordnete ausführlich vom zuständigen Lobbywissenschaftler informiert, Nachfragen gab es keine.
M. Michaelis 30.01.2018
3.
Es ist offenbar nicht möglich Grenzwerte mit Hilfe mit toxikologischen Experimente zu valideren. Was für ein irrwitziger Schwachsinn. Das legt man ernsthaft Grenzwerte aufgrund statistisch zusammenfabulierter Grenzwerte fest und drangsaliert Hersteller und Autofahrer damit. Eigentlich wäre selbstverständlich dass die Grenzwerte soweit wie möglich eine wissenschaftlich experimentelle Grundlage haben.
Hoberg 30.01.2018
4. darüber lacht mal wieder die ganze Welt
wie diese Nebensächlichkeit hochgerutscht wird. Wen interessieren 10 oder 20 Affen denn wirklich? Hunderte werden täglich geschlachtet wenn deren Lebensräume in Ackerland umgewandelt wird und wir kaufen das was da wächst . Und? Schlechtes Gewissen? Ingnoriert? Wieso? Es wird das gleiche passieren wie beim Dieselskandal. Wir moralisieren, die Amis versuchen aus unserem schlechten Gewissen Geld zu machen, der Rest der Welt versteht das Problem nicht. Das Ergebnis: VW verkauft, verkauft und verkauft seine Autos weiter. Gut so.
lino.m.ventura 30.01.2018
5. @1
Schön sind solche Versuche auch nicht aber sie sind wenigstens wissenschaftlich produktiv. Hier ging es nur um Marketing.
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