Insolvente Großbäckerei: Tochter des Gründers übernimmt Müller-Brot-Filialen
Neue Hoffnung für die Mitarbeiter von Müller-Brot: Die Tochter des Unternehmensgründers Evi Müller übernimmt mit einem Partner einen Großteil der Filialen. Offen ist noch, ob die Investoren auch die Produktion kaufen.
Neufahrn - Die Gründerfamilie steigt wieder bei Müller-Brot ein: Evi Müller kauft zusammen mit der Münchner Bäckerei Höflinger das Filialnetz des Neufahrner Unternehmens. Insolvenzverwalter Hubert Ampferl teilte am Donnerstag mit, dass Höflinger und Müller drei Viertel der mehr als 200 Filialen übernehmen sowie zunächst 435 Mitarbeiter. Über einen Kauf der Produktionsstätte wollen sie noch verhandeln.
"Wir freuen uns, dass der Gläubigerausschuss einstimmig unser Angebot angenommen hat", sagte Evi Müller. Man wolle den Kunden "Tag für Tag höchste Qualität liefern". Ausführlich wollen die neuen Eigentümer bei einer Pressekonferenz am Freitag Stellung beziehen.
Der Gläubigerausschuss des Unternehmens hatte die Übertragung am Donnerstag einstimmig abgesegnet. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Ein erneutes Angebot vom bisherigen Eigentümer Klaus Ostendorf lehnte der Gläubigerausschuss dagegen ab, "da dieser wiederum keine Finanzierungsbestätigung vorgelegt hatte und das Angebot unter weiteren Bedingungen stand".
Verhandlungen über Kauf der Produktion
Ampferl bezeichnete die Übernahme durch Müller und deren Geschäftspartner Franz Höflinger als "bestmögliche Lösung für Müller-Brot". Die neuen Eigentümer übernehmen ab sofort die Belieferung der Filialen.
Laut Ampferl ist es Ziel, zunächst "das Filialnetz zu stabilisieren". In einem zweiten Schritt sollen die Verhandlungen über den Verkauf der Müller-Brot-Produktion an Höflinger und Evi Müller aufgenommen werden. Voraussetzung hierfür sei aber die Genehmigung der Gesundheitsbehörden zur Wiederaufnahme der Fertigung, hieß es weiter. Müller und Höflinger wollten sich darum "schnellstmöglich bemühen".
Betroffen von dem Kauf sind alle 353 Mitarbeiter der eigenbetriebenen Filialen sowie 58 Mitarbeiter in der Logistik und 24 in der Verwaltung. Für die nicht mit dem Verkauf übertragenen Filialen sucht der Insolvenzverwalter nun nach "Einzellösungen". Insgesamt beschäftigte Müller-Brot vor der Insolvenz rund 1100 Mitarbeiter.
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) begrüßte den Verkauf. NGG-Funktionär Freddy Adjan sagte, endlich herrsche Klarheit für die Beschäftigten. Zugleich betonte er: "Ein Sorgenkind haben wir noch, und das ist die Produktion." Er hoffe, dass Müller und Höflinger auch dafür eine Lösung fänden. Sonst bestünden für die rund 600 dort Beschäftigten "keine Chancen" mehr.
cte/dapd
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