Übernahmeangebot von Großaktionär Tom Tailor soll komplett chinesisch werden

Seit Jahren sucht das Mode-Unternehmen Tom Tailor einen Weg aus der Krise. Und die Fosun-Gruppe als Großaktionär sah mit Geduld zu. Jetzt wollen die Chinesen die Regie übernehmen.

Firmenzentrale von Tom Tailor in Hamburg
DPA

Firmenzentrale von Tom Tailor in Hamburg


Die angeschlagene Bekleidungskette Tom Tailor soll komplett chinesisch werden. Der Großaktionär Fosun aus China will das Hamburger Unternehmen zu einer Bewertung von rund 96 Millionen Euro übernehmen. Den Tom-Tailor-Aktionären werden 2,26 Euro je Aktie geboten, teilte das Unternehmen am frühen Dienstagmorgen mit. Die Offerte liegt damit knapp fünf Prozent über dem Xetra-Schlusskurs vom Montag.

Kurz vor der Ankündigung einer Übernahmeofferte hatte Tom Tailor bereits bekannt gegeben, dass Fosun seinen Anteil über die Ausgabe neuer Aktien Prozent auf 25 Prozent erhöht hatte. Dafür mussten die Chinesen knapp neun Millionen Euro auf den Tisch legen. Sollten alle Aktionäre ihre Anteile im Rahmen der Übernahmeofferte anbieten, müsste Fosun weitere etwas mehr als 60 Millionen Euro zahlen.

Tom Tailor kämpfte zuletzt mit einer Reihe von Problemen und steckte vor allem wegen der Marke Bonita tief in den roten Zahlen. Die knapp neun Millionen Euro aus der Kapitalerhöhung durch Fosun sollen zur Stärkung des Eigenkapitals und für die Restrukturierungsmaßnahmen bei Bonita verwendet werden.

Fosun ist seit 2014 an Tom Tailor beteiligt. Viel Freude hatten die Chinesen seitdem nicht mit ihrer Beteiligung. Der Aktienkurs fiel seitdem um 84 Prozent auf zuletzt 2,156 Euro.

mik/dpa



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