Tourismusbranche: Dumpinglöhne im Ferienparadies

Ihr Job ist es, urlaubsreife Deutsche zu beglücken. Die Bezahlung ist mies: Laut einem Zeitungsbericht bleiben mehr als zwei Drittel der Vollbeschäftigten in der Tourismusbranche unter der Grenze zum Niedriglohn.

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DPA

Urlauberin in Mannheim: Dumpinglöhne

Berlin - In der Tourismusbranche erhalten 68,1 Prozent der Vollzeigbeschäftigten Niedriglöhne von weniger als 1802 Euro brutto im Monat. Das berichtet die "Bild"-Zeitung am Montag unter Berufung auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit.

Demnach sind von 1,8 Millionen Angestellten im Reise- und Gastgewerbe lediglich 600.000 in Vollzeit beschäftigt. Knapp die Hälfte (850.000 Angestellte) sei nur geringfügig beschäftigt.

Linkspartei-Chef Bernd Riexinger kritisierte die Zustände in der Branche scharf. "Ausbeutung passt nicht zu Urlaubsparadiesen", sagte er. "Wir brauchen einen gesetzlichen Mindestlohn und ein Gütesiegel für faire Arbeitsbedingungen im Reisegewerbe."

ssu/dpa-AFX

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insgesamt 34 Beiträge
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1. Willkommen in der Gastronomie-Realität
01099 30.07.2012
Diese Entwicklung hat zwei Ursachen. Die eine ist, das der Deutsche sich zum pathologischen Sparer entwickelt hat, der auch den Urlaub oder seinen Restaurantbesuch zum möglichst günstigsten Preis haben will, auch wenn er dafür mehr Geld ausgeben könnte. So kommt wenig Geld in der Kasse der Betreiber von Hotels und Restaurants und die Angestellten können nur schlecht entlohnt werden oder es wird auf Pauschalkräfte zurückgegriffen. Die zweite ist der Geiz der Gastronomen, denen die Arbeit und die Bedingungen, unter denen sie geleistet wird, völlig egal sind. In diesem Berufszweig wird es als gegeben angesehen, das Angestellte rund um die Uhr verfügbar sind, auf Sommerurlaub verzichten und zu unbezahlter Mehrarbeit bereit sind und das alles zu Niedrigstlöhnen. Es ist kein Wunder, das gerade in dieser Branche die Zahl der Alkoholiker zu hoch ist. Leider haben diese Angestellten keinerlei Möglichkeit, sich Gehör zu schaffen, da es praktisch keine Interessenvertretung in Deutschland gibt. Es existiert zwar eine (Schein-)Gewerkschaft", die sich NGG nennt, doch ist da kaum einer Mitglied, da sich dies negativ auf eine eventuelle Einstellung auswirken könnte oder man sich schlicht die Beiträge nicht leisten kann. Zudem würde die Zeit fehlen, sich aktiv für bessere Bedingungen einzusetzen. Ein Mitarbeiter in Hotel oder Gaststätte kann eben nicht einfach freinehmen, um an einer Demonstration teizunehmen und deshalb hat auch noch niemals eine solche stattgefunden oder hat irgendjemand schon Köche oder Kellner auf der Straße gesehen? Für diese Arbeitswelt interessiert sich keiner mehr. Sie ist das Abstellgleis für Menschen, die ohne die Schufterei auf Hartz4 angewiesen wären bzw. so schon aufstocken gehen müssen. Das Schlimme daran ist, das ein Angestellter in der Gastronomie kaum noch Chancen hat, dieses Berufsfeld zu verlassen oder gar aufzusteigen. Es ist eine Falle. Für mich ist es beschämend, das sich ganz Deutschland für irgendwelche verhätschelten und hochbezahlten Opel-Mitarbeiter starkmacht, aber die Situation des Kellners, Kochs oder Zimmermädchens um die Ecke keinen mehr interessiert. Auch die Politik verschließt die Augen vor die Zuständen. Das führt dazu, das sich heute kaum noch einer auf einen Ausbildungsplatz in dem Metier bewirbt, es sei denn, er wird von der Agentur für Arbeit dazu gezwungen oder er hat schlicht keine andere Wahl. So wird die Situation immer weiter verschärft.
2. Sicher?
jagenauundso 30.07.2012
Zitat von sysopIhr Job ist es, urlaubsreife Deutsche zu beglücken. Die Bezahlung ist mies: Laut einem Zeitungsbericht verdienen mehr als zwei Drittel der Vollbeschäftigten in der Tourismusbranche weniger als den bundesweiten Niedriglohn. Tourismusbranche: 68 Prozent arbeiten für Niedriglohn - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,847097,00.html)
Ist das der reine Lohn oder sind da Dinge wie freie Kost und Logis und kostenloser Transport schon mit eingerechnet (wenn wir von den Mitarbeitern vor Ort im Urlaubsparadies sprechen)? Gilt das auch für die Mitarbeiter hier in den Reisebüros? Anders gesagt: relevante Informationen fehlen, somit hat der Artikel kaum Aussagekraft.
3.
Ambermoon 30.07.2012
Zitat von jagenauundsoAnders gesagt: relevante Informationen fehlen, somit hat der Artikel kaum Aussagekraft.
Was denn für ein Artikel? Das sind sieben Sätze...
4. Aha
medhusahh 30.07.2012
Allein diese aussagekräftige Bildununterschrift "Urlauberin in Mannheim: Dumpinglöhne" Das ist tatsächlich kein Artikel, sondern eine Frechheit. Es wird keine Aussage darüber getroffen, wo denn nun diese Billiglöhne gezahlt werden, in Deutschland oder in den Urlaubsländern. Warum werden in der Tourismusindustrie nur Deutsche "beglückt"? Wird in Hotels in denen ausländische Gäste in Deutschland absteigen etwa besser gezahlt? Werden die Beiträge bei SPON von automatischen Textrobotern erstellt? Aber wenn man schon auf Bild als Quelle zurückgreift, kann wohl kaum etwas anderes dabei herauskommen.
5. Bild und Bildunterschrift
Vox libertatis 30.07.2012
demonstrieren, wie unhaltbar die Zustände geworden sind. Nein, ich meine nicht das völlige Fehlen eines Bezugs zum Text oder die angesprochene Lohnhöhe, sondern die Tatsache, dass junge und gesunde Menschen inzwischen ihren Urlaub anscheinend in Mannheim verbringen müssen.
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