Nach Stafzoll-Drohung Japan verteidigt Toyota gegen Trump

In einem Tweet hatte Donald Trump Autobauer Toyota mit Strafzöllen gedroht, weil der Konzern in Mexiko für den US-Markt produzieren will. Jetzt reagiert die japanische Regierung.

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Nach einer Attacke von Donald Trump gegen den japanischen Autobauer Toyota hat die Regierung in Tokio die heimische Industrie demonstrativ in Schutz genommen.

"Japanische Autobauer leisten signifikante Beiträge bezüglich Arbeitsplätzen in den Vereinigten Staaten", sagte der Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie, Hiroshige Seko, der Nachrichtenagentur Kyodo zufolge. "Es ist wichtig, dass ihre Bemühungen und Ergebnisse breit akzeptiert werden." Toyota wolle ein gutes Unternehmen für die Bürger sein, erklärte auch der Sprecher der Regierung, Yoshihide Suga.

Der angehende US-Präsident hatte den japanischen Konzern in einem Tweet attackiert. "Toyota will ein neues Werk in Baja, Mexiko, bauen, um Corolla-Autos für die USA herzustellen", schrieb er am Donnerstag. "AUF KEINEN FALL! Baut das Werk in den USA oder zahlt hohe Grenzsteuer." Toyotas Aktie gab nach Trumps Äußerungen nach.

Der Konzern teilte mit, man werde weder das Produktionsvolumen noch die Beschäftigung in den USA wegen der Fabrik im mexikanischen Guanajuato verringern. Toyota sei seit fast 60 Jahren ein Teil der Kultur der USA, hieß es. Mit Direktinvestitionen von mehr als 21,9 Milliarden Dollar, zehn Produktionsstätten und 136.000 Beschäftigten wolle Toyota mit Trumps Regierung im Sinne der Kunden und der Autoindustrie kooperieren.

Toyota-Chef Akio Toyoda hatte Reportern in New York gesagt, sein Unternehmen werde Trumps Entscheidungen bei den geplanten Geschäften in Mexiko berücksichtigen. Er wolle sich um die Situation kümmern, wenn er sie besser verstanden habe. Toyota denke - unabhängig von der politischen Lage im Land - stets darüber nach, die US-Produktion zu steigern und wolle ein gutes Unternehmen für die US-Bürger sein.

Toyota ist der dritte große Autobauer, den Trump wegen der Produktion von US-Importgütern im Niedriglohn-Nachbarland Mexiko attackiert. Zuletzt war er den US-Marktführer General Motors (GM) angegangen, davor hatte sich Ford über ein Jahr lang Kritik anhören müssen.

ssu/dpa-AFX

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insgesamt 123 Beiträge
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Bueckstueck 06.01.2017
1. Insidergeschäfte
Um ehrlich zu sein, ich erkenne da ein Muster. Trump sondert bestimmte tweets ab und gleich rutscht der Kurs einer Firma für einen Moment lang ab. Das gabs jetzt schon gut ein halbes Dutzend mal seit November. Sowas kann man sich mit short Positionen ganz leicht zunutze machen. Die SEC sollte sehr genau darauf achten wer vor solchen Trump Tiraden short Positionen betroffener Firmen aufbaut und sie gleich danach wieder ausgleicht.
brotherandrew 06.01.2017
2. Isolationismus ...
... zahlt such am Ende des Tages night aus. Plumpe Drohpolitik erst recht nicht.
joes.world 06.01.2017
3. In Mexiko zu bauen, um damit Kohle in den USA zu machen. Stoppt das endlich.
Wer US-Geld will, sollte verstärkt dort produzieren. Das ist in dem Interesse aller, die eine starke USA als Führungsmacht der freien Welt wollen. Denn eine wirtschaftlich immer schwächer werdende USA, werden ihre militärischen Ausgaben nicht mehr stemmen können. Und das wiederum macht die Welt gefährlicher und konfliktreicher. Deshalb finde ich es gut von Trump, dass er hier Druck macht. Und wenn jemand sagt, Mexiko verliert dadurch Arbeitsplätze, dem antworte ich: Mexikos riesen Problem ist deren extrem hohes Bevölkerungswachstum. Das ist so hoch, dass die USA gar nicht so viele Firmen aus ihrem Land absiedeln können, um den allen Arbeit zu geben. Mexiko muss einmal seine Probleme angehen. Und da ist das dringendste das Bevölkerungswachstum das in höherer Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit der jungen Männer und mehr Kriminalität mündet.
brux 06.01.2017
4. Hinweis
Wenn Trump NAFTA kündigen oder aus der WTO austreten will, soll er es sagen und die Entscheidung im Parlament herbeiführen. Mal sehen, wie die amerikanischen Exporteure das finden. Für das, was er da androht, gibt es keine rechtliche Grundlage. Wenn er amerikanischen Fluglinien den Kauf von Airbus Flugzeugen verbieten will, ist das der offene Handelskrieg. Dann ist Trump schnell Geschichte, denn Profite sind in den USA heilig.
RenegadeOtis 06.01.2017
5.
Ah, wieder ein künstlich erzeugte Aktieneinbruch "per Tweet". Mal sehen wann die ersten wirklich ausgewertet haben, ob es kurz vor dem Tweet zu ungewöhnlich hohen Verkäufen und kurz danach zu ungewöhnlich hohen Käufen kam.
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