Hoher Gewinn: Toyota erholt sich vom Katastrophenjahr

Toyota hat den höchsten Quartalsgewinn seit vier Jahren gemacht. Von den Folgen der Erdbebenkatastrophe in Japan hat sich der Konzern erholt. Der weltgrößte Autoproduzent will den Absatz im laufenden Jahr auf 9,6 Millionen Fahrzeuge steigern.

Tokio - Toyota hat den Sprung zurück an die Weltspitze geschafft und einen deutlichen Gewinnzuwachs erzielt. Das japanische Unternehmen verdiente im ersten Quartal des Geschäftsjahres vor Zinsen und Steuern 353,14 Milliarden Yen (3,69 Milliarden Euro) und machte damit den höchsten Quartalsgewinn seit vier Jahren. Unterm Strich stand im abgelaufenen Quartal ein Plus von umgerechnet drei Milliarden Euro.

Im Vorjahreszeitraum hatte Toyota noch Verlust gemacht. Damals hatten die wirtschaftlichen Schäden durch das Erdbeben und den Tsunami in Japan das Unternehmen hart getroffen. Zeitweise war die japanische Autoproduktion komplett zum Erliegen gekommen. Beobachter verwiesen zur Erklärung der aktuellen guten Zahlen auch auf die Hilfen der japanischen Regierung.

Toyota erhöhte die Prognose für den weltweiten Absatz der Gruppe im Jahr 2012 von 9,58 Millionen auf 9,76 Millionen Fahrzeuge. Das wäre ein Verkaufsplus von 23 Prozent im Vergleich zu 2011. Zeitweise überholte der US-Hersteller General Motors Toyota im vergangenen Jahr bei der Zahl der weltweiten Verkäufe. Neben der Erdbebenkatastrophe hatten auch Rückrufe wegen technischer Probleme den Absatz der Japaner einbrechen lassen.

In den ersten sechs Monaten des Jahres hat Toyota die Konkurrenten GM und Volkswagen aber wieder abgehängt. Mit 4,97 Millionen verkauften Fahrzeugen im ersten Halbjahr schoben sich die Japaner vor GM. Der US-Konzern kam auf 4,67 Millionen Verkäufe.

Zuletzt musste Toyota allerdings erneut Millionen Fahrzeuge wegen Problemen an der Hinterachse in die Werkstätten zurückrufen. Allein in Deutschland sind davon rund 70.000 Fahrzeuge betroffen. Seit den Problemen vor zwei Jahren mit festklemmenden Gaspedalen und fehlerhaften Bremsen ist Toyota sehr sensibel bei Fehlern und hat bereits mehrfach freiwillig Rückrufe gestartet. So soll ein neuerlicher Imageschaden vermieden werden. Viele der gemeldeten Vorfälle von damals entpuppten sich zwar später als Fehler der Fahrer, doch bei Toyota brachen die Verkäufe ein.

mmq/dpa/Reuters

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1.
Wololooo 03.08.2012
Ich persönlich finde die Japaner, insbesondere Toyota sehr bewundernswert. Die ganzen Methoden zur Verbesserung der Produktion von Toyota (TPS) ist nicht ohne Grund der Benchmark und das Vorbild für alle anderen Produktionssysteme.
2. Erfolgsmeldung?
papayu 03.08.2012
Sind die Japaner jetzt wieder auf Erfolgszwang?? Mich persoenlich wuerden die VERKAUFSZAHLEN interessieren und die die der Produktion!!!Aber das ist wohl schon lange die Masche, die Leute zu taeuschen. Ueberall hoert und liest man nur die Produktionszahlen. Geht das aehnlich wie bei der Lebensmittelindustrie? 1 Jahr Verfalldatum? und hintenrum zum Schrotthaendler gebracht, der dann die " seltenen Erden" wieder in den Kreislauf zurueckfuehrt? Die Autoindustrie faengt auch schon an zu sparen! Echt!! Da steht das Auto und die Strasse faehrt, wenigstens in der Werbung. Und mein Urinstinkt sagt mir, dass da was stinkt. Was wohl werter Spiegel.?
3. Erfolg gönnen _ Kauf sinnvoll?
TheDude_123 03.08.2012
Zitat von sysopToyota hat den höchsten Quartalsgewinn seit vier Jahren gemacht. Von den Folgen der Erdbebenkatastrophe in Japan hat sich der Konzern erholt. Der weltgrößte Autoproduzent will den Absatz im laufenden Jahr auf 9,6 Millionen Fahrzeuge steigern. Toyota macht hohen Gewinn und erhöht Prognose - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,848020,00.html)
Ich gönne den Japanern ihren großen Erfolg, kann aber trotzdem nicht die vielen Deutschen verstehen, die Autos kaufen, die nicht "Made in Germ./Europe" sind. Häufig wird das einfache Argument herangezogen, es seinen ja nur noch Teile deutscher Autos wirklich in Deutschland produziert. Aber selbst im extremsten Fall, dass nur noch 10% inländisch produziert wird, schafft dies immer noch Arbeitsplätze und sorgt damit für Steuer- und Sozialversicherungseinnahmen. Und diese sollten wir erhalten, denn kein Asiate baut hier Schulen, Kindergärten, Straßen oder zahlt Krankenkosten oder Renten.
4.
radikalerkapitalist 03.08.2012
Zitat von TheDude_123Ich gönne den Japanern ihren großen Erfolg, kann aber trotzdem nicht die vielen Deutschen verstehen, die Autos kaufen, die nicht "Made in Germ./Europe" sind. Häufig wird das einfache Argument herangezogen, es seinen ja nur noch Teile deutscher Autos wirklich in Deutschland produziert. Aber selbst im extremsten Fall, dass nur noch 10% inländisch produziert wird, schafft dies immer noch Arbeitsplätze und sorgt damit für Steuer- und Sozialversicherungseinnahmen. Und diese sollten wir erhalten, denn kein Asiate baut hier Schulen, Kindergärten, Straßen oder zahlt Krankenkosten oder Renten.
Was für ein Humbug. Schwerer Tobak. Als ob Mercedes und co. ja sogar Volkswagen Automobile für das deutsche Volk bauen würden...hehehehehehe
5. Bitte nicht vergessen...
felix1961 03.08.2012
Zitat von TheDude_123Ich gönne den Japanern ihren großen Erfolg, kann aber trotzdem nicht die vielen Deutschen verstehen, die Autos kaufen, die nicht "Made in Germ./Europe" sind. Häufig wird das einfache Argument herangezogen, es seinen ja nur noch Teile deutscher Autos wirklich in Deutschland produziert. Aber selbst im extremsten Fall, dass nur noch 10% inländisch produziert wird, schafft dies immer noch Arbeitsplätze und sorgt damit für Steuer- und Sozialversicherungseinnahmen. Und diese sollten wir erhalten, denn kein Asiate baut hier Schulen, Kindergärten, Straßen oder zahlt Krankenkosten oder Renten.
...dass der Großteil der "deutschen" Autos in den Export geht (auch und immer mehr nach Asien). Deutsche Autobauer: Mehr Auto-Exporte nach China - Auto - Unternehmen - Wirtschaftswoche (http://www.wiwo.de/unternehmen/auto/deutsche-autobauer-mehr-auto-exporte-nach-china/6660154.html) Merke: Wer im Glashaus sitzt, ...
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