Los Angeles - Der japanische Autobauer Toyota
zahlt Fahrern in den USA insgesamt 1,1 Milliarden Dollar an Entschädigung. Dies sei das Ergebnis einer außergerichtlichen Einigung mit den Beteiligten einer Sammelklage, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Das Geld soll die Kosten für den Einbau eines besonderen Bremssystems in Millionen Fahrzeuge decken sowie Besitzer entschädigen, die inzwischen ihren Wagen verkauften.
Hintergrund ist eine Serie von Massenrückrufaktionen, die schwer am Image von Toyota kratzen: Ende 2009 und Anfang 2010 hatte Toyota weltweit fast neun Millionen Autos des Modells Prius in die Werkstätten zurückbeordern müssen, unter anderem wegen Problemen mit Fußmatten. Die Matten wurden mit tödlichen Unfällen in Zusammenhang gebracht. Sie sollen sich mit dem Gaspedal verhakt und dadurch eine ungebremste Beschleunigung ausgelöst haben. Die Zahl der zurückgerufenen Fahrzeuge wegen des Fußmatten-Problems stieg in der Folgezeit auf mehr als zwölf Millionen, obwohl sich die meisten der gemeldeten Vorfälle damals als Fehler der Fahrer herausstellten.
Die Rückrufe schadeten dem Ansehen von Toyota massiv. Seitdem arbeitet der Konzern hart daran, seinen Ruf als Produzent sicherer Autos zurückzugewinnen. Die Einigung erspart Toyota ein langwieriges Gerichtsverfahren mit verärgerten Kunden, die technische Probleme für die ungebremste Beschleunigung verantwortlich machen und nicht die Fußmatten.
Die Unterlagen für den Vergleich wurden am Mittwoch bei einem US-Gericht eingereicht und müssen noch von einem Bundesrichter genehmigt werden. Es wäre der größte Vergleich wegen Defekten an Autos in der US-Geschichte, sagte Toyotas Anwalt Steve Berman.
Seit den Problemen vor zwei Jahren mit festklemmenden Gaspedalen und fehlerhaften Bremsen ist Toyota sehr sensibel bei Fehlern und hat bereits mehrfach freiwillig Rückrufe gestartet. Erst kürzlich startete das Unternehmen erneut eine Rückrufaktion: Weltweit handelt es sich um insgesamt 2,7 Millionen Fahrzeuge, auf deutschen Straßen sind laut Angaben des Herstellers rund 61.000 Exemplare mit einem möglichen Defekt unterwegs. Es geht um die Modelle Avensis, Corolla und Hybridfahrzeuge der Reihe Prius II. Bei diesen Autos müsse ein Bauteil der Lenkung ausgetauscht werden, teilte Toyota Deutschland im November mit.
lgr/AFP/dapd
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