Fahrdienstleistungen Toyota steigt bei Uber ein, VW bei Gett

Als wenn sie sich abgesprochen hätten: Mit Toyota und Volkswagen geben nahezu zeitgleich zwei Autokonzerne den Einstieg bei Fahrdienstvermittlern bekannt. Die Japaner gehen sogar noch einen Schritt weiter.

Uber-Fahrer
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Uber-Fahrer


Die Autokonzerne Toyota und Volkswagen steigen bei Fahrdienst-Vermittlern ein. Die Höhe der Beteiligung des japanischen Autoriesen am US-Unternehmen Uber ist nicht bekannt, ebenso wenig wie viel Toyota investiert hat. Der Dax-Konzern VW lässt sich den Einstieg beim Uber-Rivalen Gett umgerechnet 267 Millionen Euro kosten.

Mit einer "signifikanten Beteiligung" ebne Volkswagen damit den Weg für neue Mobilitätskonzepte, teilte der Konzern mit. Gett ist den Angaben zufolge in mehr als 60 Städten weltweit aktiv. Die Firma vermittelt ähnlich wie die umstrittene US-Firma Uber Fahrdienstleistungen auf Abruf, auch Taxifahrten.

Volkswagen hatte auch als Reaktion auf den Abgas-Skandal angekündigt, sich zu einem "Mobilitätsdienstleister" wandeln zu wollen. Dies ist Teil einer neuen Strategie, die VW-Chef Matthias Müller noch im Sommer vorstellen will und zu denen auch mehr Elektromobilität gehört. Branchenexperten halten Geschäftsmodelle, in denen Autos im weitesten Sinne mit anderen geteilt werden, für einen wichtigen Zugang zum Zukunftsmarkt der Mobilitätsdienstleistungen.

VW hatte sich aus dem Carsharing-Markt zurückgezogen

Auch andere Autobauer weiten ihre Mobilitätsangebote aus, Daimler ist etwa mit der Tochter MyTaxi aktiv. Daimler und BMW sind auch im wachsenden Carsharing-Markt unterwegs. Dagegen hatte sich VW mit einem eigenen Angebot aus diesem hartumkämpften Markt zurückgezogen.

Gett mit Entwicklungsstandort in Israel sieht sich als einer der führenden Anbieter auf dem europäischen Markt für die Vermittlung von Fahrdienstleistungen. Die Firma ist etwa in London, Moskau und New York aktiv. Das Geschäftsmodell sieht demnach vor, dass ausschließlich Fahrer zum Einsatz kommen, die über eine entsprechende offizielle Lizenz zur Personenbeförderung verfügen. Mit einer App können Kunden per Knopfdruck Fahrten entweder sofort oder im Voraus buchen.

Anders als Volkswagen lotet Toyota zusammen mit Uber eine Partnerschaft in mehreren Ländern aus. Toyota will im Rahmen des Deals unter anderem Uber-Fahrern seine Fahrzeuge per Leasing anbieten oder verkaufen. Außerdem soll die gemeinsame Entwicklung von Apps für Fahrer erwogen werden.

Uber ist die Nummer eins unter den Fahrdienst-Vermittlern. Das Unternehmen aus San Francisco besorgte sich mehr als fünf Milliarden Doller bei Investoren und soll in Finanzierungsrunden zuletzt mit mehr als 60 Milliarden Dollar bewertet worden seien. Zugleich legte sich Uber bei der weltweiten Expansion mit Behörden und der Taxi-Branche an.

msc/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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gb17 25.05.2016
1. Volkswagen und Gett
Endlich kommt von Volkswagen der Einstieg in Mobilitätskonzepte, damit dürfte der Aktienkurs wieder in die richtige Richtung gehen!
flodder72 25.05.2016
2. Die Revolution des eigenen Fahrens
Die wissen warum die das tuen; ich habe immer noch Spaß an "eigenen" Autos und am Autofahren; aber die Interessen verschieben sich nun mal mit den Generationen. Also für alle die noch Spaß daran haben; schnell noch eine "Dicke" Kiste fahren, das wird bald mehr oder weniger vorbei sein...
wakaba 25.05.2016
3.
Mittel- bis Schönwetterwirtschafts Idee. In der nächsten Krise wird niemand Taxi fahren. Zudem ein Auto auf 50-100 Nutzer wird den Herstellern das Genick brechen und der Autorobot den Fahrer ersetzen. Also sollte die Meldung heissen aus Autoindustrie deinvestieren solangs noch geht.
M. Heibach 25.05.2016
4. Für mich der falsche Weg
Für mich wird in einer Zukunft ohne eigenes Auto, nur das Car sharing eine Rolle spielen. Oder klassisch das Taxi. Uber und Co kann ich nur gratulieren. Bei den Summen um die es geht, wird selbst wenn das platzt niemand wirklich arm werden.
Miere 25.05.2016
5. Fahrdienstvermittler gehören verboten.
Ich schätze, dass VW da etwas sehr Falsches tut. Erstens ist es moralisch falsch, in ein Unternehmen einzusteigen, das im Grunde Taxifahrer ohne Versicherungen oder Mindestlohn beschäftigt. Zweitens ist meines Wissens Uber der Weltmarktführer, und Hauptkonkurrent Lyft; in eine andere Firma zu investieren, die keiner kennt, wird nur Geld versenken.
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