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Traditionsinstitut: Deutsche Bank zahlt eine Milliarde Euro für Sal. Oppenheim

Ende der Eigenständigkeit nach 220 Jahren: Die Deutsche Bank kauft die Privatbank Sal. Oppenheim für eine Milliarde Euro. Das angeschlagene Institut hatte sich unter anderem beim Handelskonzern Arcandor kräftig verspekuliert.

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Josef Ackermann: Der Deutsche-Bank-Chef baut sein Institut weiter aus

Frankfurt - Nach monatelangen Verhandlungen ist die Übernahme der angeschlagenen Privatbank Sal. Oppenheim durch die Deutsche Bank perfekt. Das Institut zahle eine Milliarde Euro für die gesamte Gruppe, teilte der heimische Branchenprimus am Mittwoch mit. An der deutschen Tochtergesellschaft - dem Herzstück von Oppenheim - können sich die Eigentümerfamilien aber mit einem Anteil von bis zu 20 Prozent beteiligen. Entwickeln sich die Geschäfte gut, können die Alteigner zudem mit einem Nachschlag beim Kaufpreis rechnen.

Sal. Oppenheim hatte sich im vergangenen Jahr kräftig verspekuliert, unter anderem beim insolventen Handelskonzern Arcandor. Die Eigentümerfamilien hatten daraufhin mehrfach frisches Geld in die Bank stecken müssen. Die Deutsche Bank half bereits mit einem Kredit aus.

Die Deutsche Bank interessiert sich nur für das Geschäft mit reichen Privatkunden, wo Sal. Oppenheim rund 130 Milliarden Euro verwaltet. Hier will das Frankfurter Institut mit zusammen 300 Milliarden Euro an verwalteten Geldern zur Nummer eins in der Euro-Zone aufsteigen. Die Traditionsmarke Sal. Oppenheim mit 220 Jahren Geschichte bleibt erhalten. Das zweite Standbein Investmentbanking soll dagegen verkauft werden.

Bezahlen kann die Deutsche Bank in eigenen Aktien. Im ersten Quartal des kommenden Jahres soll das Geschäft abgeschlossen sein. Eine wesentliche Verschlechterung der Kernkapitalquote von zuletzt 11,7 Prozent erwartet die Bank nicht. Nach der Transaktion werde der Wert voraussichtlich bei rund elf Prozent liegen, hieß es.

böl/Reuters/dpa-AFX

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1.
jinky, 08.07.2009
Zitat von sysopWeltweit kehren die Banken zum gewohnten Geschäft zurück - als hätte es die Finanzkrise nie gegeben. Müssen Wall Street und Londoner City umsteuern oder ist ist die Chance der Branche vertan, der Gier Grenzen zu setzen?
Sie hätten umsteuern müssen bzw. man hätte sie zu einem Umsteuern zwingen müssen.
2.
Pinarello, 08.07.2009
Zitat von sysopWeltweit kehren die Banken zum gewohnten Geschäft zurück - als hätte es die Finanzkrise nie gegeben. Müssen Wall Street und Londoner City umsteuern oder ist ist die Chance der Branche vertan, der Gier Grenzen zu setzen?
Warum sollten diese Gangster umsteuern? Jetzt gibt es doch unbegrenzten Kredit vom Staat der auch noch gleich die Verluste übernimmt! Also dann, warten halt bis zur nächsten Krise, die natürlich weit weit schlimmer werden wird, aber warum sollten denn die Politiker ausgerechnet gegen die Leute was unternehmen, von denen sie bezahlt werden und von denen sie ihre Befehle empfangen, hat doch dieses Mal ausgezeichent geklappt, die Folgen dieses Finanzverbrechens dem arbeitenden Bürger und Steuerzahler in die Schuhe zuschieben, genau so stellt sich die Finanzelite doch die Weltherrschaft vor.
3.
schensu 08.07.2009
Zitat von sysopWeltweit kehren die Banken zum gewohnten Geschäft zurück - als hätte es die Finanzkrise nie gegeben. Müssen Wall Street und Londoner City umsteuern oder ist ist die Chance der Branche vertan, der Gier Grenzen zu setzen?
Pah, als ob da unsere Meinung zählte! Das Ganze ist ein Selbstläufer, abgehoben von bekannten Realitäten zum Nutzen Weniger und ggf. Schaden Vieler. Ich brauch die jedenfalls mal gar nich.
4. Die Banken kehren zum gewohnten Geschäft zurück...
Schelm-77 08.07.2009
Am effektivsten läßt sich die Geldgier der Banker stoppen indem man sie einfach weitermachen läßt. Der nächste Crash wird einen frischen Wind durch die meist hohlen Köpfe der Finanzgenies pusten. Einen neuen weltweiten Rettungsfonds wird es dann mit Sicherheit auch nicht mehr geben. Der normalen Anleger sollte sein Geld allerdings vorher in Sicherheit bringen und in Edelmetalle, Edelsteine oder Immonbilien investieren. Im Zweifelsfalls tut es übergangsweise auch der bewährte Sparstrumpf. Den Banken geht es in erster Linie um ihr eigenes Wohl, dementsprechend sollte auch jeder Bürger erst einmal an sich selbst denken und ein erhöhtes Mißtrauen in Sachen Finanzwirtschaft aufbauen.
5.
THM, 08.07.2009
Zitat von sysopWeltweit kehren die Banken zum gewohnten Geschäft zurück - als hätte es die Finanzkrise nie gegeben. Müssen Wall Street und Londoner City umsteuern oder ist ist die Chance der Branche vertan, der Gier Grenzen zu setzen?
Noch erstaunlicher als die Unfähigkeit dieser Branche ist deren dreiste Gier.
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