Hilfe nach Jobverlust: Transfergesellschaft für 1400 Mitarbeiter von IhrPlatz

Mehr als 1400 Mitarbeiter der insolventen Schlecker-Tochter IhrPlatz können nach dem Verlust ihres Jobs in eine Transfergesellschaft wechseln. Geringfügig Beschäftigte des Unternehmens landen aber direkt auf der Straße.

IhrPlatz-Filiale in Hannover: Transfergesellschaft für Beschäftigte Zur Großansicht
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IhrPlatz-Filiale in Hannover: Transfergesellschaft für Beschäftigte

Stuttgart/Osnabrück - Der Ausverkauf in den verbliebenen Läden von Schlecker XL und IhrPlatz geht in die letzte Runde. Am Mittwoch schließen die beiden insolventen Drogerieketten ihre Läden. Zumindest ein Teil der Beschäftigten bei IhrPlatz steht dann nicht sofort ohne Perspektive da. Der IhrPlatz-Insolvenzverwalter Werner Schneider bietet mehr als 1400 Mitarbeitern der Schlecker-Tochter ab dem 10. September einen Platz in einer Transfergesellschaft an.

Wer dorthin wechselt, bekommt demnach für einen Zeitraum von sechs Monaten 80 Prozent des bisherigen Nettogehalts sowie Weiterbildungsangebote. "Es ist mir ein Anliegen, die Härte, die mit dem Verlust des Arbeitsplatzes bei IhrPlatz einhergeht, so gut es eine solche Situation zulässt, abzufedern", sagte Schneider.

1033 geringfügig Beschäftigte könnten wegen gesetzlicher Bestimmungen aber nicht in die Transfergesellschaft wechseln. Insgesamt arbeiten bei IhrPlatz noch 3600 Menschen. Davon will die Drogeriekette Rossmann rund 1140 Mitarbeiter übernehmen. Sie arbeiten in 108 IhrPlatz-Filialen, die Rossmann übernimmt.

Weitere Übernehmer von einst insgesamt 490 IhrPlatz-Filialen haben laut Schneider zudem angekündigt, Bewerbungen ehemaliger Angestellter von IhrPlatz und Schlecker "sehr offen" gegenüberzustehen.

Anders als bei IhrPlatz war eine Transfergesellschaft für Schlecker am Widerstand aus der Politik gescheitert. Das hatte nach Angaben von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz mögliche Käufer abgeschreckt, die eine Klagewelle fürchteten. Die letzten Schlecker-Filialen hatten Ende Juni geschlossen. Einige davon könnten aber wieder zu neuem Leben erwachen. Die Gewerkschaft Ver.di will frühere Schlecker-Filialen mit neuem Logo und dem Sortiment eines klassischen Dorfladens wiedereröffnen.

mmq/Reuters/dpa

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1.
-mowgli- 28.08.2012
Zitat von sysopAnders als bei IhrPlatz war eine Transfergesellschaft für Schlecker am Widerstand aus der Politik gescheitert. Das hatte nach Angaben von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz mögliche Käufer abgeschreckt, die eine Klagewelle fürchteten. Transfergesellschaft für Mitarbeiter von IhrPlatz - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,852636,00.html)
Bereits bei der ersten Kündigungswelle im März, hat IhrPlatz für die Betroffenen eine Transfergesellschaft geschaffen: http://www.schneidergeiwitz.de/fileadmin/PRESSE/mitteilungen/IhrPlatz_Verfahrenseroeffnung.pdf Und das Ergebnis ist die Zerschlagung von IhrPlatz. Womit der Widerstand der FDP bei dem Millionenkredit für Schlecker nachträglich bestätigt wird. Denn nur wegen einer Transfergesellschaft für einige Mitarbeiter, wird ein schlechtes Unternehmenskonzept nicht überlebensfähig.
2. Transfergesellschaft bringt Sicherheit und spart Geld
Manitou-01@gmx.de 29.08.2012
Zitat von -mowgli-- Bereits bei der ersten Kündigungswelle im März, hat IhrPlatz für die Betroffenen eine Transfergesellschaft geschaffen: http://www.schneidergeiwitz.de/fileadmin/PRESSE/mitteilungen/IhrPlatz_Verfahrenseroeffnung.pdf Und das Ergebnis ist die Zerschlagung von IhrPlatz. Womit der Widerstand der FDP bei dem Millionenkredit für Schlecker nachträglich bestätigt wird. Denn nur wegen einer Transfergesellschaft für einige Mitarbeiter, wird ein schlechtes Unternehmenskonzept nicht überlebensfähig.
Bei einer Insolvenz müssen bei Kündigung für 3 Monate die Löhne in der Kündigungsfrist ausgezahlt werden. Bei einer Kündigungsschutzklage kann das Urteil auf Abfindung lauten. Wird jedoch eine Transfergesellschaft gegründet, so gibt es kein Risiko einer Kündigungsschutzklage. Die Monatsgehälter der Kündigungsfrist und das für Abfindung gesparte Geld kann, da der Wechsel per Aufhebungsvertrag erfolgt, z.T. eingespart werden. Wenn die Transfergesellschaft gut arbeitet, vermittelt diese die Beschäftigten vor Eintritt der Arbeitslosigkeit. Das würde auch für das Arbeitsamt (und ggf. den Steuerzahler) günstiger, wenn nach weniger als 12 Monaten eine Vermittlung in Arbeit erfolgt.
3.
-mowgli- 29.08.2012
Zitat von Manitou-01@gmx.deTransfergesellschaft bringt Sicherheit und spart Geld Bei einer Insolvenz müssen bei Kündigung für 3 Monate die Löhne in der Kündigungsfrist ausgezahlt werden. Bei einer Kündigungsschutzklage kann das Urteil auf Abfindung lauten. Wird jedoch eine Transfergesellschaft gegründet, so gibt es kein Risiko einer Kündigungsschutzklage.
Die Sicherheit bringt sie hauptsächlich den Gläubigern und dem Insolvenzverwalter, dass diesen mehr Geld bleibt. Dass sie die restlichen Arbeitsplätze rettet, wie vielfach bei Schlecker behauptet wurde, diese Sicherheit besteht nicht und zeigt sich leider auch bei IhrPlatz. Zu Ihren Ausführungen noch die Ergänzung, dass kein Mitarbeiter gezwungen werden kann, den notwendigen Aufhebungsvertrag zu unterschreiben und dadurch auf seine Ansprüche nicht verzichten muss.
4. Umschulungsmaßnahmen
frauvonwelt 04.10.2012
Wenn die Transfergesellschaften Mitarbeiter übernehmen, wäre das natürlich gut. Aber erst mal abwarten: Nur 81 von 23.000 ehemaligen Schlecker-Mitarbeiterinennen schulen zur Erzieherin um, schreibt heute die Bild-Zeitung. Da ist der Plan von Von-der-Leyen wohl gescheitert.
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