Transparency International: Korruptionswächter tadeln internationale Banken

Die Finanzbranche hat nicht nur ein Image-, sondern auch ein Transparenzproblem. Auf einer Rangliste der weltweit größten Aktiengesellschaften schneiden Banken im Schnitt besonders schlecht ab. Als vorbildlich gilt ausgerechnet ein Ölkonzern.

Filiale der Bank of Communications in China: Das Institut landete auf dem vorletzten Rang Zur Großansicht
REUTERS

Filiale der Bank of Communications in China: Das Institut landete auf dem vorletzten Rang

Berlin - Dass es bei Banken nicht immer transparent zugeht, mussten viele Kunden schon leidvoll erfahren. Nun beklagen auch die Korruptionswächter von Transparency International die mangelnde Offenheit der Branche. In einem Ranking der 105 weltgrößten Aktiengesellschaften landen viele Finanzunternehmen auf den hinteren Plätzen.

Die Experten bewerteten die Transparenz der Unternehmen mit Blick auf deren Anti-Korruptions-Programme sowie auf die Konzernstrukturen. So untersuchten sie etwa die öffentlich zugänglichen Informationen zu ausländischen Tochtergesellschaften. Dabei vergaben sie Punkte von 0 bis 10. Mit durchschnittlich 4,2 Punkten schnitt die Finanzbranche dabei am schlechtesten ab. Von den 24 untersuchten Unternehmen der Branche landeten zwölf auf den hinteren 35 Plätzen. Die undurchsichtigen Strukturen des Sektors hätten zur jüngsten Finanzkrise maßgeblich beigetragen, hieß es.

Auf den letzten fünf Plätzen stehen vier Finanzunternehmen, darunter drei chinesische Banken sowie Berkshire Hathaway Chart zeigen, die Investmentfirma des US-Milliardärs Warren Buffet. Auch amerikanische Internetunternehmen wie Amazon Chart zeigen oder Google Chart zeigen landeten auf hinteren Plätzen.

Am besten von allen 105 untersuchten Unternehmen schnitt der norwegische Öl- und Gaskonzern Statoil Asa Chart zeigen ab, der 8,3 Punkte erreichte. Statoil mache Informationen über Anti-Korruptions-Programme, über Tochtergesellschaften, Steuerzahlungen und Gewinne in 37 Ländern öffentlich, lobte die Organisation.

Transparenzrangliste der größten Konzerne
1. Statoil (8,3)
2. Rio Tinto (7,2)
3. BHP Billiton (7,2)
7. BASF (6,7)
10. Allianz (6,6)
17. Siemens (6,3)
24. Bayer (6,1)
29. Deutsche Telekom (6,0)
30. E.ON (6,0)
35. SAP (5,8)
69. PetroChina (4,1)
92. Bank of America (3,2)
93. Commonwealth Bank (3,1)
95. Google (2,9)
98. Gazprom (2,8)
101. Berkshire Hathaway (2,4)
103. Honda Motor (1,9)
104. Bank of Communications (1,7)
105. Bank of China (1,1)
Quelle: Transparency International
Als bestes deutsches Unternehmen landete BASF Chart zeigen mit einem Wert von 6,7 auf Platz sieben. Der Ludwigshafener Chemiekonzern erreichte in der zentralen Kategorie "Unternehmensstruktur" den Bestwert von 100 Prozent.

Die Unternehmensstruktur kann laut Bericht dazu beitragen, die Steuermoral von Konzernen sowie mögliche Verflechtungen mit der Politik zu verschleiern. "Multinationale Unternehmen bleiben ein zentraler Bestandteil des weltweiten Korruptionsproblems", sagte der geschäftsführende Direktor von Transparency International, Cobus de Swardt.

Zugleich appellierte die Nichtregierungsorganisation an die Chefs der internationalen Großkonzerne, sich als Konsequenz der Wirtschaftskrise im Jahr 2008 "entschlossener zur Bekämpfung der Korruption zu bekennen".

stk/dapd

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1.
munkelt 10.07.2012
Zitat von sysopDie Finanzbranche hat nicht nur ein Image-, sondern auch ein Transparenzproblem. Auf einer Rangliste der weltweit größten Aktiengesellschaften schneiden Banken im Schnitt besonders schlecht ab. Als vorbildlich gilt ausgerechnet ein Ölkonzern. Transparency International veröffentlicht Ranking von Unternehmen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,843570,00.html)
Wow, die Liste liest man aber gerne. Gleich mehrere deutsche Konzerne auf den vorderen Plätzen. Aber Siemens? Oder sind die Schmiergeldaffären alle längst Vergangenheit?
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