Urteil gegen Dextro Energy EU verbietet Gesundheitswerbung für Traubenzucker

Dextro Energy will seinen Traubenzucker gesund rüberkommen lassen. Das hat der Europäische Gerichtshof nun untersagt. Es sei unerlaubte Gesundheitswerbung - selbst wenn Aussagen stimmen.

Ein Mädchen isst Traubenzucker (Archiv)
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Ein Mädchen isst Traubenzucker (Archiv)


Auch künftig darf Dextro Energy nicht mit angeblichen gesundheitlichen Vorzügen seiner Traubenzuckertäfelchen werben. Der Europäische Gerichtshof wies eine entsprechende Klage des Herstellers aus Nordrhein-Westfalen ab. Dieser wollte sein Produkt mit Sätzen wie "Glukose unterstützt die normale körperliche Betätigung" anpreisen. Die EU-Kommission hatte dies aber nicht zugelassen. Deshalb zog die Firma vor Gericht.

Das Unternehmen berief sich unter anderem auf eine wissenschaftliche Expertise, die den Nutzen von Traubenzucker für körperliche Betätigung bestätigte. Selbst die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit Efsa bestätigte, dass getroffene Aussagen richtig und auch weitere formale Kriterien erfüllt seien.

Die Kommission hielt dagegen, die Werbesätze verwirrten Verbraucher, denn grundsätzlich werde empfohlen, weniger Zucker zu verzehren (Rechtssache T-100/15). Schon in erster Instanz hatte das EU-Gericht der Kommission deshalb recht gegeben. Die Werbung sende "ein verwirrendes Signal an die Verbraucher", hieß es damals. Dextro Energy legte Rechtsmittel ein und warf der Kommission Ermessensfehler und eine falsche Gewichtung vor. Der EuGH ließ das nun aber nicht gelten.

Zucker-Quiz

Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch begrüßte die Entscheidung und forderte von der Politik klare gesetzliche Regeln zu Gesundheitsversprechen bei der Lebensmittelwerbung. Es sei nun bestätigt, dass ungesunde Produkte "nicht mit irreführenden Gesundheitsversprechen werben" dürften. Die Firma war bereits 2013 ins Visier der Organisation geraten. Damals hatte sie kritisiert, dass das Unternehmen seinen Zucker mit dem Zusatz "Schulstoff" vor allem an Kinder und Jugendliche bringen wolle.

Dextro Energy reagierte enttäuscht. "Wir sind der Meinung, dass mündige Verbraucher vor wissenschaftlich belegten Tatsachen nicht beschützt werden müssen", sagte Geschäftsführer Andreas Romankiewicz zu dem Urteil.

In der EU ist genau festgelegt, welche Art gesundheitsbezogener Angaben Unternehmen verwenden dürfen. Diese sogenannte Health-Claims-Verordnung soll Bürger vor irreführenden, wissenschaftlich nicht belegten Werbebotschaften schützen, Glukose ist dort nicht aufgeführt. Für die Zulassung der Werbesprüche ist die EU-Kommission zuständig.

Aktenzeichen C-296/16

apr/dpa/AFP



insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
barlog 08.06.2017
1.
Richtig so! Nährstofflosen Industriezucker braucht kein Mensch. (Foristen, die demnächst Argumente anführen möchten, warum Zucker lebenswichtig für unseren Organismus wäre, bedenken bitte, daß ich nicht die Kohlenhydratzufuhr in vielfältiger Form damit meine.)
c.PAF 08.06.2017
2.
Gut so. Vor allem die Angewohnheit vieler Schüler, sich das Zeug direkt vor oder in Prüfungen einzuwerfen, ist kontraproduktiver Blödsinn. Der Körper bzw. der Magen ist erstmal damit beschäftigt, das Zeug umzusetzen. Die Leistungsfähigkeit des Gehirns nimmt dadurch erst einmal ab - und zwar genau dann, wenn sie eigentlich gebraucht würde.
Mr Bounz 08.06.2017
3. Unpräzise
Eas gibt einen deutlichen Unterschied zwischen Zucker (Kristallzucker, Fruchtzucker usw.) und Traubenzucker. Ist gesundheitlich absolut relevant das hier unterschieden wird. Traubenzucker Gut Zucker nicht Gut
diavid 08.06.2017
4. @3.
Ist es nicht so, dass Traubenzucker nicht mehr verdaut bzw. aufgespalten wird/werden kann und direkt ins Blut geht wenn es in den Darm gerät?
diavid 08.06.2017
5.
Der Verbraucher wird nicht in die Irre geführt sondern ist einfach nur zu doof zu kapieren, dass Traubenzucker auch Zucker ist und sowohl Vorteile als auch Nachteile hat. Besonders dann wenn das den ganzen Tag über isst. Wissenschaftlich sind alle Aussagen korrekt.
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