Trotz Dürre US-Landwirte verdienen so viel wie nie

In den USA herrscht die schlimmste Dürre seit einem halben Jahrhundert - die Bauern aber fahren in diesem Jahr wohl den höchsten Gewinn aller Zeiten ein. Der Grund: Die Getreidepreise liegen auf Rekordhöhen und Ernteversicherungen sorgen für einen warmen Regen.

Maisernte in Kansas: Rekordgewinne für dürregeplagte US-Bauern
DPA

Maisernte in Kansas: Rekordgewinne für dürregeplagte US-Bauern


Hamburg - Es klingt absurd: In den USA verbrennt die Ernte auf den Feldern, beim Mais ist nur noch ein Viertel der Pflanzen von guter Qualität - und trotzdem müssen die Bauern nicht darben. Die schlimmste Dürrekatastrophe seit Jahrzehnten lässt zwar die Erträge schrumpfen, nicht aber die Gewinne. Das US-Landwirtschaftsministerium hat laut "Financial Times" ("FT") jetzt die erste Prognose seit Beginn der Dürre veröffentlicht. Das Ergebnis: Das Nettoeinkommen der US-Landwirte steigt in diesem Jahr auf mehr als 122 Milliarden Dollar - so hoch wie niemals zuvor.

Selbst inflationsbereinigt werden die Bauern demnach in diesem Jahr den zweithöchsten Gewinn aller Zeiten einfahren - durchschnittlich vier Prozent mehr als 2011. Ein Grund dafür sind die US-Präsidentschaftswahlen, schreibt die "FT": Die Agrarstaaten wie Iowa und Ohio seien die Hauptschlachtfelder der Kandidaten - Subventionen für die Branche seien zwar gekürzt, aber eben durch staatliche Ernteversicherungen ersetzt worden.

Die extreme Hitze und Trockenheit hat die Preise für Sojabohnen und Mais auf Allzeithochs getrieben, so dass Bauern in Staaten wie North Dakota, die von der Dürre weniger stark betroffen sind, dem US-Landwirtschaftsministerium zufolge sogar fast 40 Prozent mehr verdienen. "Wir haben eine Situation, in der die höheren Preise die geringere Qualität und Menge überkompensieren", zitiert die "FT" einen Ökonom aus dem Ministerium.

Viele Landwirte in den Dürregebieten ließen ihre Pflanzen einfach verbrennen und machten ihre Versicherungsansprüche geltend, um die Verluste zu kompensieren. Unter Berufung auf Agrarökonomen berichtet die Zeitung, dass die Dürre Entschädigungszahlungen in Höhe von rund 30 Milliarden Dollar auslösen wird. Dazu kommen die Direktsubventionen der US-Regierung in Höhe von gut elf Milliarden Dollar - ein Anstieg von mehr als sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

nck

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insgesamt 18 Beiträge
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Gluehweintrinker 29.08.2012
1. Geniales Geschäftskonzept
Müsste man sich für die Zukunft überlegen. Ich pachte mir ein Stück Brachland, tue so, als ob ich da Gemüse anbauen möchte und kassiere wegen schlechter Witterung Entschädigung. Gar nicht so unclever.
crocodil 29.08.2012
2. Viele Landwirte in den Dürregebieten
ließen ihre Pflanzen einfach verbrennen und machten ihre Versicherungsansprüche geltend um die Verluste zu kompensieren. Na, - so kann man es auch machen um genug Geld zu bekommen. Wahrscheinlich sind sie auch so clever, um in Warenhandelsgeschäfte einzusteigen und nochmals was abzubekommen.....
markuser 29.08.2012
3.
Ist in Dland doch genauso. Nur hier freuen sich die Landwirte dank Biogas, Windrädern und Solardächern noch mehr. Da bekommen Bauern mit 300.00 € Jahresumsatz nen Kredit für eine Biogasanlage von 5mio €. Der Brüger zahlt für die 'Gülle' im Endeffekt ja sowieso.
testthewest 29.08.2012
4.
Zitat von GluehweintrinkerMüsste man sich für die Zukunft überlegen. Ich pachte mir ein Stück Brachland, tue so, als ob ich da Gemüse anbauen möchte und kassiere wegen schlechter Witterung Entschädigung. Gar nicht so unclever.
Sie sind wirklich total schlau, und Versicherungen zahlen supergerne, haben zuviel Geld und keine Ahnung. Gerne zahlen sie für ihr "Brachland" ohne sich das anzuschauen. Warum sie noch nicht Milliardär sind ist mir ein Rätzel!
nomadas 29.08.2012
5. Pervers
Das System, das so etwas möglich macht ist krank, kaputt und brand gefährlich. Es wird Nacht und die Sonne geht auf. Der weisse Neger reitet auf dem schwarzen Schimmel. Der Dürrebauer kassiert Unsummen für seine Mißernte. Millionen Menschen verhungern wegen diesem pervertierten System, an dem sich ein paar Wenige dumm und dämlich verdienen. Doch auch hier herrschen solche Zustände. In der Eifel produziert man Kondenzmich für Indien. Die Bombe tickt, man kann es hören!
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