Frankfurt am Main - Die Commerzbank will trotz eines deutlich gestiegenen Kapitalbedarfs weiter ohne neue Staatshilfen auskommen. "Wir haben weiterhin nicht vor, zusätzliche öffentliche Mittel in Anspruch zu nehmen", sagte Finanzchef Eric Strutz nach Veröffentlichung der Ergebnisse des europäischen Banken-Stresstests. Dieser hatte bei der Commerzbank
mit 5,3 Milliarden Euro die größte Kapitallücke bei den deutschen Instituten festgestellt. Seit der Finanzkrise infolge des Lehman-Schocks ist das Geldhaus bereits zu gut einem Viertel verstaatlicht.
Ursprünglich war die europäische Bankenaufsicht EBA lediglich von einem Kapitalbedarf von knapp drei Milliarden Euro für die Commerzbank ausgegangen, hatte dann aber die Kriterien verschärft. Als Reaktion hatte Konzernchef Martin Blessing bereits vor einem Monat angekündigt, Bilanzrisiken um 30 Milliarden Euro herunterzufahren und so den Bedarf an zusätzlichem Eigenkapital um bis zu 2,7 Milliarden Euro zu verringern.
Das Institut will die Kapitallücke noch mit weiteren Maßnahmen schließen: Am Montag begann die Commerzbank mit einem Rückkauf von Hybridanleihen. Zudem erwägt sie, Randgeschäfte zu verkaufen und Gewinne einzubehalten, einzelne Geschäftsfelder dürfen darüber hinaus derzeit keine Kredite mehr vergeben. Laut den Vorgaben der EBA sei auch die Ausgabe von Eigenkapitalinstrumenten eine Option, teilte die Bank mit.
Bei den Krediten für ihre deutschen Kunden will die Bank jedoch nicht kürzen. "Wir sind uns unserer Verantwortung für die Kreditversorgung der deutschen Wirtschaft bewusst", sagte Strutz.
fdi/dpa
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