Cupertino - Der eigene Erfolg wird Apple zum Verhängnis: Zwei Wochen nach dem Tod des legendären Firmengründers und langjährigen Chefs Steve Jobs hat der kalifornische Elektronikkonzern zwar neue Rekordzahlen vorgelegt. Nach Bekanntwerden der Zahlen für das dritte Quartal von Juli bis September fiel der Kurs nachbörslich jedoch um mehr als sechs Prozent. Grund: Zum ersten Mal seit Jahren konnte Apple die hochgesteckten Erwartungen nicht erfüllen. Die Anleger hatten sich an gigantische Zuwächse gewöhnt - und wollten nun immer größere Sprünge sehen.
"Ich traue meinen Augen nicht", sagte die Moderatorin des US-Wirtschaftssenders Bloomberg TV am Dienstag, als die Zahlen draußen waren. "Das ist total ungewöhnlich." Obwohl Umsatz und Gewinn deutlich stiegen, verfehlten sie die Erwartungen: Der Umsatz kletterte um 39 Prozent auf 28,3 Milliarden Dollar, der Gewinn stieg um 54 Prozent auf 6,6 Milliarden Dollar.
Konzernchef Tim Cook sprach von einem "sehr starken Abschluss eines außergewöhnlichen Geschäftsjahres 2011". Und er versprach weitere Zuwächse: "Die Rückmeldung der Kunden auf das iPhone 4S war fantastisch, wir gehen mit Volldampf in die Weihnachtszeit und wir bleiben wirklich enthusiastisch, was unsere kommenden Produkte angeht." Welche das sind, verriet er jedoch nicht.
Intel und Yahoo übertreffen die Erwartungen
Auch zwei andere IT-Konzerne haben in der Nacht zum Mittwoch Zahlen vorgelegt: Intel und Yahoo. Intel steigerte im abgelaufenen Quartal seinen Umsatz um 29 Prozent auf 14,3 Milliarden Dollar. Analysten waren lediglich von 13,9 Millionen Dollar ausgegangen. Die Aktie des weltgrößten Chipherstellers legte nachbörslich um vier Prozent zu.
Der Gewinn des Unternehmens legte um 17 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar zu. Die Intel-Bilanz zeigt nach Einschätzung von Branchenexperten, dass die IT-Ausgaben von Firmen und die große Nachfrage nach PCs in China die Schwäche in den USA und Europa kompensieren konnten. Intels Prozessoren sind weltweit in 80 Prozent der PCs zu finden, doch der Trend zu Smartphones und Tablets ging mangels stromsparender Chips an dem Unternehmen größtenteils vorbei.
Weniger freudig dürfte die Stimmung beim Internet-Konzern Yahoo sein. Der am Dienstag vorgestellte Bericht über das dritte Quartal zeugt von Einbußen bei Gewinn und Umsatz. Der Umsatz sank demnach im Jahresvergleich um 24 Prozent auf knapp 1,22 Milliarden Dollar. Der Gewinn schrumpfte um 26 Prozent auf 293 Millionen Dollar. Grund für die schlechten Zahlen ist unter anderem das schwächelnde Geschäft mit Online-Werbung. Doch da die Zahlen besser als am Markt erwartet ausfielen, legte die Aktie im nachbörslichen Handel um drei Prozent zu.
Yahoo ist derzeit auf der Suche nach einem neuen Vorstandschef, nachdem Carol Bartz Anfang September gefeuert wurde. Noch immer gibt es Gerüchte, dass Microsoft versuchen wird, Yahoo zu übernehmen. Der Software-Riese hatte vor einigen Jahren 47,5 Milliarden Dollar für den Suchmaschinenanbieter geboten.
aar/dpa/Reuters
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