Wirtschaft


Globales Ranking: Investoren feiern Standort Deutschland

"Made in Germany" hat wieder ein Spitzenimage. Trotz Schuldenkrise in Europa setzen Manager weltweit auf den Standort D. Das zeigt eine Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Demnach schaffen ausländische Investoren hierzulande so viele Arbeitsplätze wie nie zuvor.

Techniker des dänischen Anlagenbauers Vestas: Deutschland häufig in der engeren WahlZur Großansicht
dapd

Techniker des dänischen Anlagenbauers Vestas: Deutschland häufig in der engeren Wahl

Berlin/München - Die europäische Schuldenkrise geht an Deutschland komplett vorbei - jedenfalls in der Bewertung der Investoren weltweit. Internationale Manager bewerten den Standort Deutschland noch besser als im Vorjahr und erwarten sogar, dass die Attraktivität weiter zunimmt. Das zeigt eine Umfrage der Beratungsgesellschaft Ernst & Young bei Managern von 840 internationalen Unternehmen zur Attraktivität des Wirtschaftsraums Europa.

Deutschland ist demnach in den kommenden Jahren der mit Abstand attraktivste Investitionsstandort in Europa - weltweit nur geschlagen von China, Indien, den USA, Russland und Brasilien. Die Zahl der ausländischen Unternehmen, die im vergangenen Jahr in Deutschland investiert haben, stieg deutlich an. Der Untersuchung zufolge ist die Zahl der Investitionsprojekte um sieben Prozent gestiegen, die neu geschaffenen Jobs legten auf fast 18.000 zu - ein Plus von satten 43 Prozent.

Deutschland hängt Westeuropa ab

Der Befragung zufolge vergrößert sich der Abstand zwischen Deutschland und anderen europäischen Ländern. Während Westeuropa insgesamt schlechter abschneidet als im vergangenen Jahr, ist die Attraktivität Deutschlands gestiegen: 13 Prozent der befragten Manager bezeichnen Deutschland als einen der drei Top-Standorte weltweit. Die wichtigsten Konkurrenten Deutschlands um die Ansiedlung ausländischer Unternehmen sind demnach nicht die europäischen Nachbarländer, sondern China und die USA.


"Deutschland ist heute eindeutig die dynamischste und wettbewerbsfähigste unter den großen Volkswirtschaften Europas", sagte Peter Englisch von Ernst & Young. "Wer in Europa investieren möchte, nimmt fast immer Deutschland in die engere Wahl - das war noch vor fünf Jahren ganz anders." Gerade die europäische Schuldenkrise habe die Stärken des Standorts offenbart: Die international wettbewerbsfähige Wirtschaft und eine einigermaßen gesunde Haushaltslage.

Chinesische Unternehmen bevorzugen Deutschland

Bemerkenswert ist die starke Zunahme chinesischer Investitionen: Im Jahr 2011 gab es 45 Projekte chinesischer Firmen - 36 Prozent mehr als im Vorjahr und so viele wie in keinem anderen Land Europas: Jedes dritte Investitionsprojekt chinesischer Unternehmen in Europa wurde in Deutschland umgesetzt. Chinesische Unternehmen stellen damit die viertgrößte Investorengruppe - hinter den USA, der Schweiz und Großbritannien.

Besonders gute Noten erhält Deutschland vor allem für die Infrastruktur, das Qualifikationsniveau der Arbeitskräfte und das soziale Klima. Bei allen abgefragten Faktoren schneidet Deutschland in diesem Jahr besser ab als im Vorjahr. Deutschlands wichtigster Wettbewerbsvorteil ist aus Sicht der befragten Manager die hohe Qualität von Forschung und Entwicklung: 40 Prozent bezeichnen die Forschungs- und Innovationskapazitäten als herausragendes Merkmal des Standorts Deutschland. Um im weltweiten Wettbewerb weiterhin erfolgreich zu sein, muss Deutschland nach Ansicht jedes dritten Befragten verstärkt in Aus- und Weiterbildung investieren und innovative "Hightech"-Branchen fördern.

Ifo-Index sinkt

Die Schuldenkrise in Europa erreicht allerdings auch zusehends die hiesige Wirtschaft. Die Stimmung in deutschen Unternehmen hat sich im Juni weiter verschlechtert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel von 106,9 auf 105,3 Punkte, wie das Ifo-Institut am Freitag in München mitteilte. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Lage zwar etwas besser, ihre Geschäftsaussichten jedoch deutlich schlechter als in den vergangenen Monaten. Der Präsident des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, sagte: "Die deutsche Wirtschaft befürchtet zunehmende Beeinträchtigungen durch die Euro-Krise."

Auch Börsianer in Deutschland sehen die Zukunft skeptischer. Die Zuversicht der Finanzexperten hat sich im Juni stark eingetrübt. Der am vergangenen Dienstag veröffentlichte ZEW-Index, der ihre Konjunkturerwartungen für die kommenden sechs Monate wiedergibt, sank um 27,7 Punkte auf minus 16,9 Zähler.

nck

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
Auf anderen Social Networks teilen
  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
insgesamt 84 Beiträge
LDaniel 22.06.2012
Also wirklich. Das geht doch nicht. Eine positive Nachricht hier, in Zeiten mit geringer Arbeitslosigkeit, gutem Wachstum und starkem Lohnplus? Bitte wieder mehr Horrornachrichten, sonst könnte ich ja das Gefühl bekommen, [...]
Zitat von sysop"Made in Germany" hat wieder ein Spitzenimage. Trotz Schuldenkrise in Europa setzen Manager weltweit auf den Standort D. Das zeigt eine Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Demnach schaffen ausländische Investoren hierzulande so viele Arbeitsplätze wie nie zuvor. Trotz Schuldenkrise: Investoren setzen auf Standort Deutschland - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,840389,00.html)
Also wirklich. Das geht doch nicht. Eine positive Nachricht hier, in Zeiten mit geringer Arbeitslosigkeit, gutem Wachstum und starkem Lohnplus? Bitte wieder mehr Horrornachrichten, sonst könnte ich ja das Gefühl bekommen, das morgen die Welt doch nicht untergeht.
talackova 22.06.2012
Und das, wo uns die Freunde der Kernkraft düstere Zeiten der Barbarei voraussagen, wenn wir den Pfad der Tugend verlassen und nicht neue Atomkocher bauen. Oder ist die Energiewende ein kleiner Baustein in der positiven Bewertung, [...]
Und das, wo uns die Freunde der Kernkraft düstere Zeiten der Barbarei voraussagen, wenn wir den Pfad der Tugend verlassen und nicht neue Atomkocher bauen. Oder ist die Energiewende ein kleiner Baustein in der positiven Bewertung, weil es die innovationsfreudigkeit unseres Standortes zeigt und ebenso über saubere Umwelt für zufriedenen Menschen sorgt? Immer mehr ausländische Führungskräfte die ich kennenlerne, schwärmen von der Lebensqualität in Deutschland.
uezegei 22.06.2012
Irgendwann muss sich das ja mal auszahlen, dass D inwzischen DER Billigstandort in Europa ist. Derweilen expandieren auch die Läden der "Tafel" und haben mittlerweile fast so viele Filialen, wie McDonalds. Hurra, [...]
Zitat von sysop"Made in Germany" hat wieder ein Spitzenimage. Trotz Schuldenkrise in Europa setzen Manager weltweit auf den Standort D. Das zeigt eine Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Demnach schaffen ausländische Investoren hierzulande so viele Arbeitsplätze wie nie zuvor. Trotz Schuldenkrise: Investoren setzen auf Standort Deutschland - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,840389,00.html)
Irgendwann muss sich das ja mal auszahlen, dass D inwzischen DER Billigstandort in Europa ist. Derweilen expandieren auch die Läden der "Tafel" und haben mittlerweile fast so viele Filialen, wie McDonalds. Hurra, es geht weiter aufwärts !
antikarrierist 22.06.2012
... weltweit nur geschlagen von China, Indien, den USA, Russland und Brasilien.... Also von jeder anderen halbwegs entwickelten Nation :-)
... weltweit nur geschlagen von China, Indien, den USA, Russland und Brasilien.... Also von jeder anderen halbwegs entwickelten Nation :-)
_gimli_ 22.06.2012
Die Investoren haben eine sichere und preisgünstige Stromversorgung ihrer Fertigungsstandorte sehr wohl im Blick, sind aber verhältnismäßig entspannt solange Deutschland seine Kohle- und Gaskraftwerkinfrastruktur ausbaut und [...]
Zitat von talackovaUnd das, wo uns die Freunde der Kernkraft düstere Zeiten der Barbarei voraussagen, wenn wir den Pfad der Tugend verlassen und nicht neue Atomkocher bauen. Oder ist die Energiewende ein kleiner Baustein in der positiven Bewertung, weil es die innovationsfreudigkeit unseres Standortes zeigt und ebenso über saubere Umwelt für zufriedenen Menschen sorgt? Immer mehr ausländische Führungskräfte die ich kennenlerne, schwärmen von der Lebensqualität in Deutschland.
Die Investoren haben eine sichere und preisgünstige Stromversorgung ihrer Fertigungsstandorte sehr wohl im Blick, sind aber verhältnismäßig entspannt solange Deutschland seine Kohle- und Gaskraftwerkinfrastruktur ausbaut und notfalls das Ausland mit seinen Kraftwerken einspringen kann.
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
alles zum Thema Wirtschaft in Deutschland

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Freitag, 22.06.2012 – 13:41 Uhr
  • Drucken Versenden Feedback
  • Kommentieren | 84 Kommentare






TOP



TOP