Trotz Staatshilfe Großbank UBS zahlt zwei Milliarden Euro Prämie

Die Schweizer Großbank UBS hat 2009 zwei Milliarden Euro Verlust gemacht. Genauso viel zahlt sie ihren Mitarbeitern nun als Boni aus - obwohl das Unternehmen mit Staatshilfen gerettet wurde.

UBS-Logo: Hohe Verluste, hohe Boni
AP

UBS-Logo: Hohe Verluste, hohe Boni


Zürich - Die Top-Manager der Schweizer Großbank UBS haben im vergangenen Jahr siebenmal so viel verdient wie 2008. Das gab die Bank am Montag in ihrem Geschäftsbericht bekannt. Drei Milliarden Franken (rund zwei Milliarden Euro) an Bonizahlungen stehen für 2009 einem Minus von insgesamt etwa 1,9 Milliarden Euro gegenüber. Die größte Bank der Schweiz hatte in der Krise nur mit Staatshilfen vor dem Untergang gerettet werden können.

Laut Geschäftsbericht erhält die derzeitige UBS-Geschäftsleitung insgesamt 47,1 Millionen Euro, 2008 waren es rund 6,2 Millionen Euro. Weitere rund 26,7 Millionen Euro zahlt die UBS Top-Bankern, die die Bank inzwischen verlassen haben. Dabei sei sie an Verträge gebunden, rechtfertigt die Bank das Vorgehen. 2008 hatte sie 14,2 Milliarden Euro Verlust gemacht.

Ausgerechnet einer der beiden Chefs der Bank, Carsten Kengeter, ist mit rund neun Millionen Euro der Top-Verdiener der UBS. Durch die Probleme der Bank war die UBS weitgehend in Schieflage geraten. Konzernchef Oswald Grübel, der auf einen Bonus verzichtet, bekommt dagegen vergleichsweise bescheidene drei Millionen Franken Festgehalt. Allerdings erhielt er beim Amtsantritt Ende Februar als Ersatz für die Aktienprogramme seines früheren Arbeitgebers Credit Suisse vier Millionen UBS-Optionen im Wert von neun Millionen Euro.

luk/dpa/Reuters



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