"Großer Fehler" US-Konzern AT&T bedauert Zahlungen an Trump-Anwalt

Donald Trumps Anwalt Michael Cohen zahlte nicht nur Schweigegeld an die Pornodarstellerin Stormy Daniels. Mehrere US-Konzerne überwiesen ihm hohe Summen, weil sie sich Einblick in Trumps Politik erhofften. Nun gehen sie auf Distanz.

Trump-Vertrauter Michael Cohen
REUTERS

Trump-Vertrauter Michael Cohen


Der amerikanische Telekommunikationskonzern AT&T hat sich von seinem Chef-Lobbyisten Bob Quinn getrennt. Quinn war verantwortlich für umstrittene Zahlungen an Donald Trumps Anwalt Michael Cohen. AT&T hatte Cohen 2017 insgesamt 600.000 Dollar überwiesen. Das sei ein "großer Fehler" gewesen, schrieb Konzernchef Randall Stephenson in einem internen Schreiben an die Mitarbeiter.

Cohen steht zur Zeit im Zentrum einer Affäre, die Washington in Atem hält: Cohen - seit Langem ein Vertrauter Donald Trumps - hatte kurz vor der Präsidentschaftswahl 2016 130.000 Dollar an die Pornodarstellerin Stormy Daniels gezahlt, damit diese über eine Affäre mit Trump Stillschweigen bewahre.

Fotostrecke

5  Bilder
Trump-Anwalt Michael Cohen: Der Fixer, ein Mann fürs Grobe

Zuletzt war bekannt geworden, dass zahlreiche Großkonzerne Cohen nach Trumps Wahl angeheuert hatten - offenbar, weil sie sich von ihm Erkenntnisse über das Handeln der neuen US-Regierung versprachen. So zahlte das Schweizer Pharmaunternehmen Novartis Cohen 100.000 Dollar pro Monat. Allerdings habe der Anwalt die Firma nicht wie geplant in Fragen der Gesundheitspolitik beraten können. Der Vertrag sei im Februar ausgelaufen.

US-Medien wie die "New York Times" berichteten zudem über eine Zahlung von 500.000 Dollar, die von dem russischen Oligarchen Wiktor Wechselberg an Cohen geflossen sei.

AT&T-Chef Stephenson betont gleichwohl, dass "alles legitim und in Übereinstimmung mit dem Gesetz war, was wir getan haben". Gleichwohl zeuge das Engagement von Cohen durch das Unternehmen von einer "ernsthaften Fehleinschätzung".



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.