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Mittelstandsumfrage: Firmen setzen wenig Hoffnung in Freihandelsabkommen

Maschinenbauer in Thüringen: Mangel an Motivatoren Zur Großansicht
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Maschinenbauer in Thüringen: Mangel an Motivatoren

Kleine und mittlere Unternehmen sollen vom Handelsabkommen mit den USA besonders profitieren - das verspricht Vizekanzler Gabriel. Doch nicht mal jeder sechste Mittelständler glaubt, dass das Vertragswerk seiner Firma nützt.

Hamburg/Frankfurt - Die transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) biete "große Chancen" für den deutschen Mittelstand: Mit diesen Worten hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) erst vor wenigen Tagen für das umstrittene Abkommen geworben. Doch offenbar ist die Botschaft bei kleinen und mittleren Unternehmen bislang kaum angekommen. Nur 15 Prozent sehen in der TTIP ein positives Geschäftspotenzial. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, welche die Commerzbank am Mittwoch vorstellt und die SPIEGEL ONLINE vorab vorlag.

Darin bewerteten die Firmen das Potenzial der TTIP deutlich nüchterner als die Chancen durch Digitalisierung (41 Prozent) und die modernen Fertigungstechniken der sogenannten Industrie 4.0 (24 Prozent). Selbst der schleppend verlaufenden Energiewende (20 Prozent) und den zunehmend unter Wachstumsschwäche leidenden Schwellenländern (19 Prozent) wurden häufiger positive Auswirkungen auf die eigenen Geschäfte zugetraut.

TTIP-Befürworter argumentieren, dass durch ein Abkommen doppelte Zulassungsverfahren für Produkte hinfällig würden, welche den Sprung über den Atlantik gerade für kleinere Unternehmen oft unattraktiv machen. Gegner des Abkommens fürchten hingegen, dass durch diese Vereinheitlichung hohe europäische Standards verwässert werden könnten - etwa bei Lebensmitteln oder dem Datenschutz.

Für die repräsentative Studie befragte TNS Infratest Führungskräfte von 4025 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 2,5 Millionen Euro.

dab

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1.
gog-magog 14.05.2014
Zitat von sysopDPAKleine und mittlere Unternehmen sollen vom Handelsabkommen mit den USA besonders profitieren - das verspricht Vizekanzler Gabriel. Doch nicht mal jeder sechste Mittelständler glaubt, dass das Vertragswerk seiner Firma nützt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ttip-mittelstand-setzt-kaum-hoffnung-in-freihandelsabkommen-a-968383.html
Wenn es nicht einmal den Unternehmen in Deutschland und Europa nützt, wozu soll man es dann überhaupt machen? Sehr geehrte Damen und Herren Politiker, lassen Sie ab von diesem unsinnigen Abkommen, mit dem vor allem demokratische Institutionen geschwächt und der Steuerzahler zur Kasse gebeten wird. TTIP und dieser kranke Investorenschutz auf Kosten des Steuerzahlers mitsamt der Entmachtung des gewählten Parlaments und Geheimgerichten abseits der Justiz darf NIEMALS kommen!
2.
_stordyr_ 14.05.2014
Zitat von sysopDPAKleine und mittlere Unternehmen sollen vom Handelsabkommen mit den USA besonders profitieren - das verspricht Vizekanzler Gabriel. Doch nicht mal jeder sechste Mittelständler glaubt, dass das Vertragswerk seiner Firma nützt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ttip-mittelstand-setzt-kaum-hoffnung-in-freihandelsabkommen-a-968383.html
niemand ausser grossen internationalen Konzernen mit genügend grossem Geldbeutel profitiert davon am wenigsten der Verbraucher der Mittelstand nicht (weil er noch weniger gegen internationale Konkurrenz unternehmen kann) der Staat nicht (weil er im fall von Verbraucherschutzgesetzen verklagt werden kann von einem Konzern...) Das ganze Ding gehört sofort zdA
3. Dann versenkt den Scheiss doch endlich!
timbuktu 14.05.2014
TTIP ist das Ende des mündigen und selbstbestimmten Konsumenten. Es würde nur den ganz großen Großkonzernen nutzen und uns noch mehr in Geiselhaft nehmen. Weg mit TTIP !
4. Was bringt das Abkommen?
sl2014 14.05.2014
Weitere Konzentrationsprozesse zulasten der Ertragslage. Der deutsche Mittelstand scheint es zu ahnen. Nutzen ziehen nur die Multinationals, das ist so beabsichtigt. Was weiss Herr Gabriel schon von Wirtschaft, vor allem mittelständischer? Seine statements stammen von seinen "Beratern", das sind in aller Regel Industrielobbysten. Kommt das Abkommen, sieht es nicht gut aus.
5.
l.augenstein 14.05.2014
Zitat von sysopDPAKleine und mittlere Unternehmen sollen vom Handelsabkommen mit den USA besonders profitieren - das verspricht Vizekanzler Gabriel. Doch nicht mal jeder sechste Mittelständler glaubt, dass das Vertragswerk seiner Firma nützt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ttip-mittelstand-setzt-kaum-hoffnung-in-freihandelsabkommen-a-968383.html
Die kleinen und mittleren Unternehmen haben mit ihren Bedenken vollkommen recht. Sie würden von so einem Abkommen nicht profitieren sondern unter der Schwemme an billigen und unter dubiosen Umständen produzierten Produkten (Chlorbad-Hähnchen, gentechnische Getreideprodukte usw.) zu leiden haben. Und zu befürchten ist ganz generell, dass mit diesem geplanten Abkommen eine Welle von Produkten auf den europäischen Markt geschwemmt werden, welche die europäischen Qualitätsstandards gar nicht erfüllen (müssen), dadurch billiger sind und die europäischen Hersteller und Unternehmen zwingen, sich auf diese niedrigen Standards hinzuorientieren. Mir graust's vor solchen Aussichten.
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