Istanbul - Immer wieder erliegen Unternehmen der Versuchung mit der Figur Adolf Hitler Werbung zu machen. Und immer wieder scheitern sie mit dieser billigen und geschmacklosen Masche. So auch in dem jüngsten Fall der türkischen Werbeagentur Marka. Nach massiven Protesten hat die Firma einen Werbespot für ein Haarshampoo mit Filmaufnahmen des Diktators und Massenmörders gestoppt. Die Werbung werde nicht mehr gezeigt, bestätigte das Unternehmen in Istanbul am Dienstag. Auch von der Website der Agentur ist der TV-Spot mittlerweile gelöscht.
"Wenn du keine Frauenkleider trägst, warum benutzt du dann ein Frauenshampoo", hatte eine heiser-brüllende Stimme zu Aufnahmen Hitlers an einem Redepult gesprochen. "Echte Männer" würden das beworbene Shampoo benutzen, sagte die Stimme darin weiter.
Jüdische Gruppen und das Büro des Istanbuler Chefrabbiners hatten den Spot scharf verurteilt und eine Entschuldigung gefordert. Auch in den türkischen Medien wurde Kritik laut. Die große Zeitung "Hürriyet" etwa schrieb, dass der Reklamespot "sozial unverantwortlich und geschmacklos" sei.
Erst Anfang Dezember hatte ein Österreicher damit Schlagzeilen gemacht, dass er im Internet Schnaps und Wein mit nationalsozialistischen Symbolen verkauft hatte. Er warb damit, "nostalgische Flaschen von ehemals geschichtlichen Größen" zu vertreiben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen.
dpa
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