Anteilsverkauf TUI steigt komplett bei Hapag-Lloyd aus

Fokus auf das Kerngeschäft: TUI hat seine Anteile an der Reederei Hapag-Lloyd verkauft - um sich auf den Ausbau von Hotel- und Kreuzfahrtmarken zu konzentrieren.


TUI verabschiedet sich vollständig aus der Containerschifffahrt und wandelt sich damit zu einem reinen Touristikkonzern. Das Unternehmen teilte mit, komplett bei der Reederei Hapag-Lloyd auszusteigen und alle verbliebenen Anteile an der Hapag-Lloyd AG zu veräußern.

Bereits seit März hatten sich die Niedersachsen von Anteilen an der Hamburger Firma getrennt. Der Verkauf brachte insgesamt 395 Millionen Euro ein, wie ein Sprecher sagte. Mit dem Geld will TUI nun den Ausbau seines Touristik-Geschäfts mit Schwerpunkt auf eigenen Hotel- und Kreuzfahrtmarken vorantreiben und seine Bilanz stärken.

"Mit dem Verkauf des restlichen Anteils an der Hapag-Lloyd AG haben wir die Veräußerungen aller nicht zum Kerngeschäft gehörenden Unternehmen und Beteiligungen erfolgreich beendet", erklärte Finanzvorstand Horst Baier. Das Unternehmen hatte sich in den vergangenen Jahren bereits verstärkt auf das Reisegeschäft ausgerichtet. Die Erlöse aus dem Verkauf der Anteile sollen TUI nun auf dem Weg "zum weltweit führenden integrierten Touristikkonzern" voranbringen, wie das Unternehmen weiter mitteilte.

Laut TUI wurden die noch verbliebenen 8,5 Millionen Hapag-Lloyd-Aktien in einem beschleunigten Bookbuilding-Verfahren zu einem Mindestpreis veräußert, der sich nah am Schlusskurs von Montag orientiert. Die Papiere gingen bei 29,50 Euro aus dem Handel. Seit März hatte TUI bereits sechs Millionen Aktien verkauft.

Die Reederei Hapag-Lloyd hatte im Mai eine Fusion mit der arabischen Reederei UASC beschlossen. Die Hamburger wollen damit ihre Wettbewerbsposition in der krisengeschüttelten Schifffahrtsbranche stärken und mit UASC ihren fünften Platz in der internationalen Top-Liga absichern.

kry/dpa/Reuters



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jdlaw 10.07.2017
1. TUI braucht Geld...,
... um die ganzen noch offenstehenden Entschädigungen für die Tuifly-Kunden zu zahlen, die aus dem letzen Oktober herrühren, der wilde Streik, der kein Streik war nach den unsäglichen "Krank"meldungen. Die Gerichte urteilen inzwischen reihenweise zu Gunsten der Passagiere. Und das wird teuer. Da ist das Geld aus dem Anteilsverkauf sicher willkommen.
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