Fluglinien: Turkish Airlines will sich an Lufthansa beteiligen

Die Lufthansa verhandelt offenbar über eine Allianz mit Turkish Airlines. Laut "Financial Times Deutschland" diskutieren die beiden Fluglinien eine Überkreuzbeteiligung. Das wäre für beide Seiten ein Novum.

Turkish-Airlines-Maschine: Weitere Gemeinschaftsunternehmen im Gespräch Zur Großansicht
REUTERS

Turkish-Airlines-Maschine: Weitere Gemeinschaftsunternehmen im Gespräch

Hamburg - Die Lufthansa und ihr Partner Turkish Airlines sprechen offenbar über eine intensivere Allianz als bislang gedacht. Teil der laufenden Verhandlungen sei auch eine mögliche Überkreuzbeteiligung, berichtet die "Financial Times Deutschland". Die Zeitung beruft sich auf Informationen aus Konzernkreisen. Eine Beteiligung wäre für die Deutschen und die Türken ein Novum. Damit lasse sich das angestrebte Bündnis verbindlicher absichern, zitiert das Blatt aus den Kreisen. Eine Fusion sei aber kein Thema.

Ein Lufthansa-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren und verwies auf ein früheres Statement. Demnach gebe es immer Gespräche mit Turkish Airlines, um auszuloten, was für die Kunden Verbesserung bringe. Beide Gesellschaften arbeiten bereits im Luftfahrtbündnis Star Alliance und bei ihrem gemeinsamen Ableger SunExpress zusammen. Turkish Airlines erklärte, zwar strebe das Unternehmen einen Ausbau der Kooperation mit Lufthansa an. Derzeit gebe es aber keine Gespräche.

Im Gespräch sei, heißt es in der "FTD", dass Lufthansa und Turkish Airlines weitere Gemeinschaftsunternehmen gründen. Ähnlich wie bereits mit United Airlines und der japanischen Fluggesellschaft ANA wollen die Deutschen künftig auch mit den Türken gemeinsam auf Kernstrecken fliegen und die Einnahmen dann aufteilen. Dies erhöht sowohl die Schlagkraft als auch die Wirtschaftlichkeit. Zudem bietet Lufthansa Turkish Airlines eine enge Zusammenarbeit mit ihren Konzerntöchtern Technik, IT und dem Catering-Unternehmen LSG Sky Chefs an.

Europas Fluglinien suchen seit einigen Monaten neue Bündnisse mit Konkurrenten auf dem Heimatkontinent und darüber hinaus. So trat Air Berlin im März dem Luftfahrtbündnis Oneworld um British Airways bei, knüpfte aber darüber hinaus Bande mit Air France-KLM , die dem Konkurrenzbündnis Skyteam angehört. Beide Gesellschaften arbeiten zudem mit der bündnisfreien arabischen Fluglinie Etihad zusammen, die wiederum mit der irischen Aer Lingus kooperiert.

cte/dpa

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insgesamt 14 Beiträge
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1. optional
herr wal 06.11.2012
„Ähnlich wie bereits mit United Airlines und der japanischen Fluggesellschaft ANA wollen die Deutschen künftig auch mit den Türken gemeinsam auf Kernstrecken fliegen und die Einnahmen dann aufteilen. Dies erhöht sowohl die Schlagkraft als auch die Wirtschaftlichkeit.“ Wenn die LH die Schlagkraft ihrer Flugzeuge erhöhen will, sollte sie wohl eher mit El Kaida zusammenarbeiten. Also nee. Dieser allgegenwärtige martialische Kampfrhetoriksprech in zivilen Angelegenheiten geht mir schon manchmal etwas auf den S...enkel. (Z.B. auch, wenn Leute hartnäckig und unbeirrbar zu irgendeinem Thema plappern und die Presse dann schreibt, sie würden „kämpfen“.)
2.
Aguilar 06.11.2012
Nachdem ich eben einen kurzen Blick einmal auf das Sicherheitsranking der Fluggesellschaften allgemein und Turkish Airlines im Besonderen geworfen habe, halte ich von der Lufthansa dann besser Abstand.
3. Ein Grund mehr...
Werner_Missal 06.11.2012
....Lufthansel zu meiden.
4. Integration
sinemaforum 06.11.2012
Die THY ist noch eine halbstaatliche Gesellschaft. Ich hätte mir gewünscht das sich nicht die THY an der Lufthansa beteiligt, sondern Lufthansa die staatlichen Anteile der THY abkauft. Somit würde der staatliche Einfluss (dazu unten mehr) seitens Erdogan's AKP auf die THY nämlich auf einem Schlag wegbrechen. Es läuft eine ganz große Vetternwirtschaft innerhalb der THY. Sehr viele Verwandte, Bekannte und sogar einfache Leute aus der Heimatstadt Rize des Geschäftsführers (Topcu) sitzen in allen wichtigen Funktionen, ohne irgendwelche Luftfahrthintergründe zu haben. Die THY hat auf einem Schlag 305 Mitarbeiter (hauptsächlich Flugbegleiter) vor der Tür gesetzt weil sie gegen den Streikverbot protestiert haben. THY verteilt in den Flugzeugen oder vor dem Flug tradtionell kostenlose Zeitungen, allerdings finden sich in den mehreren Zeitungen keine Regierungskritischen Blätter. Ja der Service, das Flugnetz ist ausgezeichnet, aber m.E. wird hier noch auf den Loorberen der Vergangenheit ausgeruht. Die beiden Unternehmen sind daher wie die beiden Nationalitäten schon anders. Die Integration wird nicht einfach. Wenn es tatsächlich zu einer Verschmelzung der beiden Linien kommen sollte, dann bitte ohne staatlichen Einfluß.
5. Ein Jammer...!
zlick65 06.11.2012
Es wäre ein Jammer, wenn sich durch die geplante Kooperation Turkish Airlines womöglich auf das Qualitätsniveau einer Lufthansa runterziehen lassen würde. Turkish wurde 2 mal hintereinander (zu Recht) vom unabhängigen Bewerter Skytrax zur besten Airline Europas ernannt. Der Service (Sitze, Essen, Freundlichkeit des Personals) von Turkish schlägt schon in der Economy die Lufthansa Business Class um Längen. Turkish war und ist eine echte Alternative zu LH. Deswegen ist sie wohl auch LH ein Dorn im Auge, den man durch dieses Kooperations-Gedöns jetzt rausziehen möchte. Schade, hoffenltich klappt das nicht...! und @Aguilar: den letzten Flieger hat von beiden Airlines LH geschrottet: in Riad, leider ein bisschen zu hart die MD11 auf die Bahn gesetzt - Totalschaden! Turkish heute ist nicht mehr die Turkish von vor 10 Jahren!
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