TV-Hersteller Loewe kämpft gegen die Pleite

Der TV-Hersteller Loewe bangt ums Überleben. Das Unternehmen hat einen Antrag auf Gläubigerschutz gestellt. Der Aktienkurs der fränkischen Firma brach nach Bekanntwerden der Nachricht ein.

Fernseher von Loewe: Schutzschirmverfahren beantragt
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Fernseher von Loewe: Schutzschirmverfahren beantragt


Kronach - Der deutsche TV-Hersteller Loewe will Gläubigerschutz beantragen. Das Unternehmen teilte am Dienstag mit, es werde beim Amtsgericht Coburg einen Antrag auf Einleitung eines sogenannten Schutzschirmverfahrens in Eigenverwaltung einreichen. Die Firma aus dem fränkischen Kronach will sich damit drei Monate Luft für eine Umstrukturierung verschaffen.

Der Aktienkurs von Loewe brach unmittelbar nach Veröffentlichung der Mitteilung ein - in der Spitze um rund 27 Prozent auf 1,45 Euro. Später erholte sich die Aktie wieder etwas und notierte am späten Vormittag bei rund 1,80 Euro.

Deutschland hat das Schutzschirmverfahren im vergangenen Jahr als besondere Form des Insolvenzverfahrens eingeführt, um angeschlagenen Unternehmen die Angst vor dem Insolvenzrichter zu nehmen. Voraussetzung ist, dass eine Zahlungsunfähigkeit lediglich droht, aber noch nicht eingetreten ist.

Loewe Chart zeigen ist ein Hersteller exklusiver Fernsehgeräte und Lautsprechersysteme und eines der letzten vergleichbaren Unternehmen in Deutschland. Es soll weiter vom bestehenden Vorstand geführt werden. Der Hersteller hatte zuletzt mitgeteilt, dass aufgrund hoher Verluste mehr als die Hälfte des Grundkapitals aufgezehrt sei und berief eine Hauptversammlung für Ende Juli ein.

Loewe kämpft seit Jahren mit Problemen. Vor allem koreanische Konkurrenten wie Samsung oder LG setzen der Firma zu. In Asien wird in großen Stückzahlen produziert - und damit auch viel günstiger als in Deutschland. Die Modelle kosten oft nur einen Bruchteil der Loewe-Geräte.

Stellenstreichungen, Chefwechsel und die Suche nach neuen Märkten und Produkten haben bisher nichts genutzt. Allein in den ersten drei Monaten des Jahres sank der Umsatz um 35 Prozent auf 43,5 Millionen Euro. Bis April hatte der Konzern bereits jeden fünften Mitarbeiter entlassen.

cte/Reuters/AFP



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insgesamt 239 Beiträge
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darthmax 16.07.2013
1. Der Lauf der Welt
Design allein reicht eben nicht mehr für den Verkauf, da gibt es auch Bang und Olafson. Schade, aber so ist die Wirtschaft eben, der Eine kommt, der Andere geht, nichts ist ewig. Wer dies nicht hat kommen sehen muss schon blind gewesen sein.
hastalapasta 16.07.2013
2. sehr Schade
Die Fernseher sind einsame Spitze. Vom Design her und der Art und Weise wie man sich seinen Fernseher zusammenstellen kann einmalig. Würde mir sofort einen kaufen, allein mir fehlt das Geld. Hoffe sie schaffen es.
krasmatthias 16.07.2013
3.
Zitat von sysopDPADer TV-Hersteller Loewe bangt ums Überleben. Das Unternehmen hat einen Antrag auf Gläubigerschutz gestellt. Der Aktienkurs der fränkischen Firma brach nach Bekanntwerden der Nachricht ein. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/tv-hersteller-loewe-kaempft-gegen-pleite-a-911337.html
Gutes Produkt, guter Name, falsches Management und unprofessionelle Vertriebsschiene. Ich hatte Kontakt zu Loewe diesbezüglich. Mit diesem Management ist das Unternehmen nicht zu retten.
tetaro 16.07.2013
4. Exklusive Technik
Exklusive Technik herzustellen, ist kein tragfähiges Geschäftsmodell mehr, da Technik heutzutage immer nur ein Zwschenzustand zu besserer Technik ist. Warum? Der technische Fortschritt entwickelt sich exponential, d.h. wir haben bald den Zeitpunkt, wo etwas schon drastisch veraltet sein wird, bevor man es überhaupt produzieren kann... Mittlerweile hat nun auch der letzte Kunde begriffen, dass man sich heute keinen Fernseher mehr für 20 Jahre kauft.
johannesmapro 16.07.2013
5. optional
Löwe ist am ende, was gibt es da sich noch vor zumachen, warum soll man das doppelte oder dreifache bezahlen für das was es auch bei Samsung gibt und LG.
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