TV-Hersteller in der Krise: Loewe meldet Insolvenz an
Ein deutsches Traditionsunternehmen steht vor dem Aus: Der angeschlagene TV-Hersteller Loewe hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen werde einen entsprechenden Antrag noch am Dienstag einreichen, gab der Firmenchef bekannt.
München/Kronach - Der traditionsreiche Fernseherbauer Loewe meldet Insolvenz an. Ein entsprechender Antrag auf Planinsolvenz in Selbstverwaltung werde am Dienstag beim Amtsgericht Coburg eingereicht, sagte Firmenchef Matthias Harsch.
Während des Insolvenzverfahrens in Eigenregie werde dem Gläubigerausschuss ein Sanierungsplan vorgelegt, in dem ein neuer Geldgeber bereits vorgesehen sei, sagte Harsch. Die Chancen für eine Rettung in letzter Minute stünden gut. "Wir haben sechs Angebote von Investoren, über die wir in den kommenden vier Wochen entscheiden", sagte der Loewe-Chef.
"Es gibt eine extrem hohe Wahrscheinlichkeit, dass wir bis Ende Oktober einen neuen Investor haben werden", sagte Harsch. Das operative Geschäft sei derzeit bis etwa Jahresende finanziert. "Ohne Investor ist es natürlich aus."
BR: Produktion in Kronach gleicht Geisterstadt
Laut einem Bericht des Bayerischen Rundfunks (BR) liegen dem Sender Informationen vor, wonach Loewe derzeit mit drei Investoren verhandelt. Diese stellten allerdings strenge Bedingungen, etwa beim Stellenabbau. Bereits ab diesem Dienstag, also mit Beginn des Oktobers, würden 140 Mitarbeiter weniger bei Loewe beschäftigt sein und größtenteils in einer Transfergesellschaft unterkommen. Insgesamt sinke die Zahl der Beschäftigten auf 650.
In der Fertigung im fränkischen Kronach stünden viele Bänder still, sagte ein Insider dem BR. Das liege schlicht daran, dass kein Geld für nötiges Material da sei. Die Produktionsanlagen glichen derzeit einer Geisterstadt. Ein Loewe-Sprecher sagte dem Sender allerdings, es laufe alles ganz normal weiter.
Bereits Mitte Juli hatte Loewe Gläubigerschutz beantragt, um vor Vollstreckungen sicher zu sein. Ende Juli verkündete das Unternehmen dann eine strategische Partnerschaft mit dem chinesischen Elektrokonzern Hisense International. Loewe will mit den Chinesen künftig bei Einkauf, Produktion, Entwicklung und Vertrieb kooperieren.
Die Geschäfte des Premium-TV-Herstellers verliefen in den vergangenen Monaten katastrophal. Allein von Januar bis März war der Umsatz um 35 Prozent auf nur noch 43,5 Millionen Euro eingebrochen. Der Verlust war so hoch wie die Hälfte des Grundkapitals.
fdi/Reuters/dpa
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