Schwache Nutzerzahlen Twitter-Aktie rutscht nachbörslich um zehn Prozent ab

Die Nutzerentwicklung ist mau, der Verlust hoch: Twitter hat Anleger im ersten Quartal enttäuscht. Die Aktie des Kurznachrichtendiensts verliert nachbörslich zehn Prozent.

Smartphone-Nutzer vor Twitter-Symbol: 255 Millionen Nutzer im Monat
REUTERS

Smartphone-Nutzer vor Twitter-Symbol: 255 Millionen Nutzer im Monat


San Francisco - Twitter bleibt bei der Entwicklung seiner Nutzerzahlen hinter den Erwartungen zurück. Die Aktie des Kurznachrichtendiensts fiel Dienstagabend nach den enttäuschenden Daten auf den tiefsten Stand seit dem Börsengang. Der Kurs brach nachbörslich um zehn Prozent auf 38 Dollar ein.

Twitter kam zuletzt auf 255 Millionen Nutzer im Monat. "Es gibt nur wenige Unternehmen, die diese Reichweite haben", sagte Firmenchef Dick Costolo in einer Telefonkonferenz mit Analysten.

Bei Twitter kann man bis zu 140 Zeichen lange Nachrichten absetzen, die auch Links zu Websites, Bildern oder Videos enthalten können. Das Unternehmen war im November erfolgreich an die Börse gegangen. Der damalige Ausgabekurs lag bei 26 Dollar und kletterte sofort nach dem Handelsstart. Die Aktie hatte am zweiten Weihnachtstag mit gut 73 Dollar ihren Höchststand erreicht. Seitdem ging es wieder abwärts, weil die Nutzerzahlen langsamer wachsen als erwartet.

Von Januar bis März konnte der Kurznachrichtendienst 14 Millionen Nutzer hinzugewinnen. Das war zwar mehr als im Quartal davor, als sich gut 9 Millionen Nutzer anmeldeten, doch verglichen mit Rivalen wie Facebook Chart zeigen ist es wenig. Das weltgrößte Online-Netzwerk hatte in den vergangenen drei Monaten rund 50 Millionen Leute neu angelockt und kam zuletzt auf 1,28 Milliarden Nutzer im Monat.

Die Nutzerzahlen sind wichtig für Twitter: Von der Reichweite hängt die Attraktivität des Dienstes für Werbekunden ab. Anzeigen sind die größte Einnahmequelle, vor allem auf Smartphones.

Umsatz legt deutlich zu, der Verlust aber auch

Zuletzt hatte Twitter seine Anstrengungen im Werbegeschäft erhöht. Der Quartalsumsatz lag bei 250 Millionen Dollar und damit mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr rechnet das Management nun mit bis zu 1,25 Milliarden Dollar. Die bisherige Prognose lag bei maximal 1,2 Milliarden Dollar.

Trotz dieser Verbesserung scheinen die Börsianer den starken Glauben an Twitter verloren zu haben - zumal der Kurznachrichtendienst weiterhin kein Geld verdient. Im Gegenteil: Der Quartalsverlust lag unterm Strich bei 132 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum waren es 27 Millionen Dollar gewesen.

Das ist allerdings eine Spätfolge des Börsengangs. Twitter muss für Aktien, die das Unternehmen seinen Mitarbeitern als Teil ihrer Vergütung gewährt, hohe Kosten verbuchen. Das hatte dem Unternehmen bereits das Ergebnis des Jahres 2013 vermiest. Ohne Sondereffekte wäre jetzt ein kleiner Gewinn herausgekommen, rechnete Twitter vor.

yes/dpa



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