Kurznachrichtendienst: Twitter will mit Börsengang eine Milliarde Dollar einnehmen

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Twitter-Logo: Eine Milliarde Dollar durch Börsengang

Es könnte der spektakulärste Börsenstart eines Internetunternehmens seit Facebook werden. Twitter soll der Schritt aufs Parkett mehr als eine Milliarde Dollar bringen. Zudem veröffentlichte das Unternehmen erstmals Geschäftszahlen.

New York - Eine Milliarde Dollar will der Kurznachrichtendienst Twitter bei seinem geplanten Börsengang einnehmen. Das erklärte das Unternehmen in einer Mitteilung an die Aufsichtsbehörde SEC. Es wäre damit der prominenteste Börsengang eines Internetunternehmens seit dem IPO von Facebook im vergangenen Jahr. Twitter will seine Aktien unter dem Symbol TWTR notieren.

Zugleich gab das acht Jahre alte Unternehmen Einblick in seine Geschäftszahlen. Der Umsatz lag demnach im ersten Halbjahr 2013 bei 253,6 Millionen Dollar. Unter dem Strich fiel ein Verlust von 69,3 Millionen Dollar an. Was die Investoren anlocken soll, ist die große Reichweite: Laut Börsenprospekt hat Twitter mehr als 215 Millionen aktive Nutzer pro Monat, 100 Millionen nutzten den Dienst sogar täglich, "und das annähernd weltumspannend". Sie alle schrieben rund 500 Millionen Tweets pro Tag.

Einen genauen Termin für den Börsengang nennt die Vorlage an die SEC nicht. Gerechnet wird mit November. Zunächst muss Twitter die Investoren auf einer sogenannten Roadshow überzeugen, ins Unternehmen zu investieren. Der Kurznachrichtendienst hatte neben den Wall-Street-Häusern Goldman Sachs und Morgan Stanley unter anderem auch die Deutsche Bank verpflichtet, beim Schritt aufs Parkett zu helfen.

Die Anleger werden sich nun die Geschäftszahlen ganz genau anschauen: Während Twitter im Jahr 2010 erst 28 Millionen Dollar an Einnahmen hatte, waren es 2011 schon 106 Millionen und im vergangenen Jahr dann 317 Millionen. Und Twitter wächst weiter: Im ersten Halbjahr diesen Jahres hat das Unternehmen bereits 254 Millionen Dollar Umsatz gemacht.

Allerdings verliert Twitter - wenig überraschend für Experten - bislang Geld. Alleine im ersten Halbjahr lag der Verlust bei unterm Strich 69 Millionen Dollar und war damit fast eineinhalb Mal so hoch wie im Vorjahreszeitraum. Insgesamt sammelte sich in den Jahren ein Minus von über 400 Millionen Dollar an.

Haupteinnahmequelle des Unternehmens ist Werbung, eingestreut in den Nachrichtenstrom. Fast zwei Drittel der Anzeigen-Erlöse kommen von mobilen Geräten. Dem stehen jedoch hohe Ausgaben für Rechenzentren, neue Produkte und die Vermarktung gegenüber.

Der Börsengang dürfte zumindest einen neuen Milliardär schaffen: Mitgründer Evan Williams ist größter Anteilseigner mit 12,0 Prozent. Sein Kompagnon Jack Dorsey, der als letzter des Gründertrios noch bei Twitter aktiv ist, kommt auf 4,9 Prozent. Der aktuelle Chef Dick Costolo hält 1,6 Prozent der Anteile.

vks/ssu/dpa/Reuters

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insgesamt 10 Beiträge
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1. Kranke Gesellschaft
ein-berliner 04.10.2013
Zitat von sysopAFPEs könnte der spektakulärste Börsenstart eines Internet-Unternehmens seit Facebook werden. Twitter soll der Schritt aufs Parkett mehr als eine Milliarde Dollar bringen. Zudem veröffentlichte das Unternehmen erstmals Geschäftszahlen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/twitter-peilt-milliarden-boersengang-an-a-926012.html
Wie krank ist eine Gesellschaft, die Geld in dermaßen schamlosen Größenordnungen für ein Unternehmen ohne auch nur ein nützlich materielles Produkt verschwendet? Es ist einfach nur zum TWITTERN.
2. 1 Mrd fuer die Chefetage
tanenui76 04.10.2013
Aktien sollten verboten werden, verderben den Menschen und den ganzen Planeten.
3. Verlust ohne Bedeutung
DonMcM 04.10.2013
bei 250 Mio Umsatz 70 Mio Verlust? Klar die Spielhölle genannt Börse schiebt für eine solche Firma 1000 Mio übern Tisch. Klingt logisch.....unter Zockern.
4. optional
großwolke 04.10.2013
Ohne Social-Media-Bashing betreiben zu wollen: Twitter ist eines der nutzlosesten Angebote in diesem Bereich. Nutzlos in dem Sinne, dass es keiner wirklich braucht, also dass die, die es nutzen, mehrheitlich ohne auskommen würden, fast ohne einen Verlust zu bemerken. Eine Mrd. Dollar für etwas, das dick Miese macht und ersatzlos gestrichen werden könnte? Ich bin gespannt, ob das aufgeht. Facebook hatte schon extrem zu kämpfen, und deren Angebot ersetzt immerhin Adressbücher, weil die meisten Nutzer schätzungsweise ihren FB-Account weniger häufig wechseln als z.B. Emailadressen oder Handynummern. Ob sich nach dem Facebook-IPO nochmal jemand die Finger verbrennen will an einem Dienst, der offenkundig noch nicht einmal ein näherungsweise rentables Geschäftsmodell hat, ist überaus fraglich.
5. 500 Mio Tweets pro Tag
es_khe 04.10.2013
siehe Betreff. Die Menschheit hat ein Problem. Und ein weiterer Milliardär ist m.E. auch nicht unbedingt hilfreich. Hm.......??!!
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