Kurznachrichtendienst Saudischer Prinz steigt zu zweitgrößtem Twitter-Aktionär auf

Prinz Alwaleed Bin Talal setzt auf Twitter. Der saudi-arabische Milliardär hat in den vergangenen Wochen im großen Stil Aktien des Unternehmens gekauft und hält nun mehr als fünf Prozent der Anteile.

Prinz Alwaleed Bin Talal (2011): Zweitgrößter Anteilseigner von Twitter
AFP

Prinz Alwaleed Bin Talal (2011): Zweitgrößter Anteilseigner von Twitter


Er hatte sich bereits zwei Jahre vor dem Börsengang 2013 bei Twitter eingekauft - nun steigen der saudische Prinz Alwaleed Bin Talal und dessen Investmentgesellschaft Kingdom Holding Company (KHC) zum zweitgrößten Aktionär des Kurznachrichtendiensts auf. Der Anteil des Prinzen und der zu 95 Prozent von ihm kontrollierten KHC ist in den letzten sechs Wochen auf 35 Millionen Aktien gestiegen, wie aus einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht hervorgeht.

Damit halten der Prinz und seine Gesellschaft mehr als fünf Prozent an dem kalifornischen Unternehmen, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung. Die Beteiligung hatte beim Börsenschluss in New York am Dienstag einen Wert von mehr als 965 Millionen Dollar.

Twitter hatte am Montag bekannt gegeben, Mitgründer Jack Dorsey dauerhaft auf den Chefposten zurückzuholen und damit entsprechende Gerüchte bestätigt. Er hatte sich nach dem Rücktritt von Vorgänger Dick Costolo im Juni zunächst nur als Übergangslösung bereitgestellt. Dorsey steht nebenher auch noch an der Spitze des Bezahldienstes Square. Eine seiner dringendsten Aufgaben bei Twitter ist ein stärkeres Wachstum auf dem Niveau konkurrierender Unternehmen wie Instagram, Facebook oder Snapchat.

Prinz Alwaleed bin Talal baute sich insbesondere durch Investitionen in verschuldete Großunternehmen ein weltweites Geschäftsimperium auf. Seine Kingdom Holding besitzt eine Kette von Luxushotels und hält außer an Twitter auch Beteiligungen an Unternehmen wie Citibank, News Corp, Apple, Facebook und Walt Disney.

fdi/dpa/AFP



insgesamt 20 Beiträge
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Achimvon Oberstaufen 07.10.2015
1. Das würde für alle syrischen Flüchtlinge reichen
965 Millionen Dollar geteilt durch 25 Millionen Syrer: 38 Millionen könnte der Prinz für jeden Flüchtling ausgeben. Das würde auch noch für alle Palestinenser reichen.
KaroXXL 07.10.2015
2. Mehr Aufklärung über Saudi-Arabien!
Dieses Land und deren Menschenrechtsverletzungen, drakonische Strafen (praktisch deckungsgleich mit dem IS) , Praktizierung der Scharia, Diskriminierungen etc. werden irgendwie völlig unkritisch ignoriert! Warum? Wegen dem wichtigen Bündnis zur USA? Und der Hammer der bei SpOn und anderen totgeschwiegen wird: Saudi-Arabien, ja ausgerechnet die, sind mit einem Vertreter seit Kurzem Vorsitzende des UN-Menschenrechtsrats. Zitat: "Es ist kein Aprilscherz und auch keine Satire: Obwohl Saudi-Arabien mit Menschenrechten, wie etwa Meinungsfreiheit oder körperliche Unversehrtheit, bekanntermaßen nicht sonderlich viel am Hut hat, ist Faisal bin Hassan Trad, Saudi-Arabiens Botschafter bei den Vereinten Nationen in Genf, zum neuen Vorsitzenden eines fünfköpfigen Gremiums im UN-Menschenrechtsrat gewählt worden."
allonsenfants 07.10.2015
3.
Zweifellos ein großer Businessman dieser milliardenschwere Prinz aus Saudi Arabien. Da habe ich nur eine Frage. Wieviel tausend Glaubensbrüder auf der Flucht vor Tod und Verderben haben dieser Milliardär und sein Königreich bisher aufgenommen? Oder ist der Weg nach Europa etwa kürzer als der Weg nach Riad? Aber diese Frage ist wohl nicht opportun, weil dieses Königsregime der Hauptverbündete des Westens - insbesondere der USA - ist. Diese Blamage und beschämende Haltung gelten natürlich ebenfalls für die übrigen Emirate auf der arabischen Halbinsel.
allonsenfants 07.10.2015
4.
Zweifellos ein großer Businessman dieser milliardenschwere Prinz aus Saudi Arabien. Da habe ich nur eine Frage. Wieviel tausend Glaubensbrüder auf der Flucht vor Tod und Verderben haben dieser Milliardär und sein Königreich bisher aufgenommen? Oder ist der Weg nach Europa etwa kürzer als der Weg nach Riad? Aber diese Frage ist wohl nicht opportun, weil dieses Königsregime der Hauptverbündete des Westens - insbesondere der USA - ist. Diese Blamage und beschämende Haltung gelten natürlich ebenfalls für die übrigen Emirate auf der arabischen Halbinsel.
stau81 07.10.2015
5. @Achim von Oberstaufen
Mathematik ist wohl eher nicht ihre Stärke!
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