Gespräche in Ankara Twitter soll in der Türkei Steuern zahlen

Erdogan gibt nicht nach: Er beharrt darauf, dass Twitter in der Türkei eine Niederlassung eröffnet und Steuern zahlt. Die Regierung in Ankara schätzt den Umsatz des US-Unternehmens in dem Land auf einen hohen Milliardenbetrag.

Türkischer Premier Erdogan (Archivbild): "Wir werden uns darum kümmern"
AFP

Türkischer Premier Erdogan (Archivbild): "Wir werden uns darum kümmern"


Istanbul - Die türkische Regierung hat nach einem ersten direkten Gespräch mit Vertretern von Twitter ihre Forderungen an den Kurznachrichtendienst bekräftigt. Das US-Unternehmen müsse in der Türkei eine Niederlassung eröffnen und Steuern zahlen, teilte ein ranghoher Behördenvertreter mit. Das erste Treffen sei positiv verlaufen.

Damit erhöht die Türkei auch generell den Druck auf ausländische Internetunternehmen. "Wenn sie gute Absichten haben, eröffnen sie eine Vertretung. Oder sie haben schlechte Absichten und wir setzen uns hin und denken über Alternativen nach", sagte der türkische Finanzminister Mehmet Simsek. Die Unterhändler des Kurznachrichtendiensts Twitter äußerten sich zunächst nicht öffentlich zu den Forderungen.

Türkischer Twitter-Umsatz auf 35 Milliarden Dollar geschätzt

Schätzungsweise zehn Millionen Türken nutzen den Dienst mit Sitz im US-Bundesstaat Kalifornien. Einige der größten internationalen Internetunternehmen - so auch Twitter - haben keine Niederlassung in der Türkei und sind deshalb für die Behörden des Landes kaum greifbar.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Samstag gesagt, dass Firmen wie Twitter, Google oder Facebook wie jedes andere internationale Unternehmen Verfassung, Gesetze und Steuerregeln der Türkei befolgen müssten: "Wir werden uns darum kümmern." Die türkische Regierung schätzt, dass Twitter mit Werbeanzeigen in dem Land einen Umsatz von 35 Milliarden Dollar jährlich erzielt.

Türkische Behörden hatten den Zugang zu Twitter am 21. März kurz vor den Kommunalwahlen gesperrt. Hintergrund waren Audiomitschnitte, die angeblich Korruption im Umfeld von Erdogan belegen. Nachrichten auf Twitter hatten auf diese Dateien hingewiesen. Während die Twitter-Sperre vom türkischen Verfassungsgericht inzwischen aufgehoben wurde, bleibt die Videoseite YouTube weitgehend blockiert.

bos/dpa/Reuters

insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
svenlx 15.04.2014
1. 35 MILLIARDEN Umsatz in der Türkei?
Da sollten die Redakteure die Artikel doch vorher ein bisschen mehr prüfen, bevor sie online gestellt werden - schon ohne die Zahlen von Twitter zu kennen, sollten einem doch sofort in die Augen springen, dass 35 Milliarden wohl drei Nullen zu viel hat... (Der Gesamtumsatz von Twitter lag übrigens bei 665 Millionen)
rossini 15.04.2014
2. Gefällt mir !!!
Abgesehen von den astronomischen Zahlen finde ich den Gedanken gut,Steuern dort zu zahlen ,wo die Erlöse generiert werden .Sollte auch für Amazon , Ebay ,Ikea etc. gelten.
rossini 15.04.2014
3. Gefällt mir !!!
Abgesehen von den astronomischen Zahlen finde ich den Gedanken gut,Steuern dort zu zahlen ,wo die Erlöse generiert werden .Sollte auch für Amazon , Ebay ,Ikea etc. gelten.
kahabe 15.04.2014
4. Wird schon stimmen, die
Zitat von svenlxDa sollten die Redakteure die Artikel doch vorher ein bisschen mehr prüfen, bevor sie online gestellt werden - schon ohne die Zahlen von Twitter zu kennen, sollten einem doch sofort in die Augen springen, dass 35 Milliarden wohl drei Nullen zu viel hat... (Der Gesamtumsatz von Twitter lag übrigens bei 665 Millionen)
Milliardenzahl. Es sind vielleicht Türkische Lira. Nach derzeitigem Wert. Werden noch viel mehr...
stefano-duffy 15.04.2014
5. Feine gerechte Ansicht
Ich schliesse mich der Sichtweise von rossini an.
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